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Erschienen in EasyLinux 01/2007   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Ulrich Bantle, Mathias Huber

Blick ins Gran Paradiso

Mozilla gönnt neugierigen Benutzern einen ersten Einblick in die Entwicklung von Firefox 3.0. Die Alpha 1 trägt den Codenamen Gran Paradiso (Abbildung 2) und ist für Linux, Mac OS X und Windows via Download vom FTP-Server http://ftp-mozilla.netscape.com/pub/mozilla.org/firefox/releases/granparadiso/ verfügbar. Vom Einsatz in Produktivumgebungen raten die Entwickler dringend ab.

Die Liste der neuen Features für Firefox 3.0 ist noch unvollständig. Dass die Grafikbibliothek Cairo das Text- und Grafikrendering übernimmt, zählt zu den Fakten. Einer der möglichen Kandidaten für eine Aufnahme in den neuen Browser ist die Lesezeichenverwaltung Places http://wiki.mozilla.org/Places. In Firefox 2.0 hat es Places nicht geschafft, auf der Liste für Version 3.0 steht das Tool bislang.

Abb. 2: Gran Paradiso, die Firefox-3.0-Vorschau, verbirgt Neuerungen eher unter der Haube.

Opera mit neuem Phishing-Schutz

Der norwegische Browser-Hersteller Opera hat seinen gleichnamigen Webbroswer in der Version 9.10 mit einem Phishing-Schutz ausgestattet. Die Aufgabe der Betrugskontrolle erledigt Opera in Zusammenarbeit mit den Services Geotrust und Phishtank. Verdächtige Webseiten gleicht der Browser mit den Phishing-Datenbanken der beiden Anbieter ab. Damit der neue Opera-Service nicht selbst in den Ruch des Datensammlers gerät, übermittelt Opera 9.10 lediglich einen Hash-Wert der URL sowie den Domain-Namen, aber keine Cookies und IP-Adressen. Anschließend weist in der Adressleiste des Browsers ein "?" auf Seiten hin, die nicht durch Dritte zertifiziert sind, aber auch nicht auf der Blacklist stehen. Ein "i" an dieser Stelle deutet auf eine zertifizierte Seite hin. Websites, die in der Übeltäter-Datenbank stehen, bleiben gesperrt.

Opera stellt den Browser für Windows, Linux, Solaris und Mac OS X zum Download (http://www.opera.com) zur Verfügung. Bei den Linux-Versionen darf der Benutzer unter einigen populären Distributionen wählen, darunter Ubuntu und Suse. Die für Suse Linux 10.1 heruntergeladene RPM-Datei installiert sich als Root per Klick.

Der Phishing-Schutz muss anschließend im Menü Tools/Preferences/Advanced/Security aktiviert werden (Abbildung 3). An der Benennung des Menüpunktes ist zu erkennen, dass Opera derzeit nur in einer englischen Version verfügbar ist.

Abb. 3: Der Phishing-Schutz muss erst aktiviert werden.

OpenOffice 2.1

Das OpenOffice-Projekt http://www.openoffice.org hat Version 2.1 seines freien Büropakets herausgegeben. Zu den Neuerungen zählt die Möglichkeit, das Präsentationsprogramm Impress mit zwei Bildschirmen zu betreiben: Der eine zeigt dann die Präsentation, der andere dem Vortragenden seine Notizen. Die Entwickler vermelden zudem, den HTML-Export der Tabellenkalkulation Calc und die Unterstützung für Microsoft-Access-Datenbanken in Base überarbeitet zu haben. Außerdem sucht das Online-Update nun automatisch regelmäßig nach neuen Versionen. Wem das missfällt, der deaktiviert diese Funktion.

Dass Inkonsistenzen in den Tastaturkürzeln der Vergangenheit angehören, zählen die Entwickler zu den Fehlerbereinigungen. Das Projekt hat zudem eine lokalisierte wallonische Version erstellt und der Euro-Einführung in Slowenien zum Jahresanfang 2007 Rechnung getragen.

Fritzbox mit Telefon

Beim neuen "FRITZ!Fon 7150" hat AVM die Komponenten WLAN-Router, Ethernet-Anschluss, DSL-Modem, Telefonanlage für Festnetz- und VoIP-Telefonie sowie USB-Anschluss in die Basisstation eines schnurlosen Telefons (DECT) gepackt.

Das Gerät ist für den DSL-Anschluss gedacht, verschmäht aber auch den Festnetzanschluss (ISDN oder analog) als reines Telefon nicht. WLAN steht gemäß den Standards 802.11b, 802.11g und über das proprietäre 802.11g++ zur Verfügung, letzteres leistet im besten Fall bis zu 125 Mbit/s.

Der Sicherheit dient die werksseitig eingestellte WPA-Verschlüsselung. Dass die WLAN-Funktion über einen Schalter deaktivierbar ist, zählt zu den nützlichen und bei WLAN-Routern nicht selbstverständlichen Dingen.

Das DECT-Telefon verfügt über ein Farbdisplay und einen digitalen Anrufbeantworter. 200 Einträge speichert das Adressbuch, das man wie die Anrufliste auch am PC bearbeiten kann. Das Gerät (Abbildung 4) kommt anfangs als Beigabe zum Vertragsabschlusses bei DSL-Providern auf den Markt. Anfang des Jahres 2007 gibt es das Fritz!Fon auch im Fachhandel: 249 Euro lautet die Preisempfehlung.

Abb. 4: Das Fon 7150 birgt kombiniert Geräte in seiner Basisstation.

Nostalgie mit Jump&Run

Mit dem 2D-Spiel "Nuts & Scrap" erinnert Publisher Devilish Games an alte Arcade-Zeiten. Der Spieler lenkt zwei Roboter (Abbildung 1), deren Aufgabe schlicht die Rettung der menschlichen Rasse ist. Ein wahnsinniger Wissenschaftler bedroht mit Übernahmeplänen Erde und Menschheit. Den beiden Maschinen obliegt es, diese durch gewagte Sprünge und Schüsse aus einer Wasserspritze zu durchkreuzen, die den elektronischen Bauteilen der maschinellen Gegner schlecht bekommen. Devilish Games hat versucht, dem platten 2D-Spiel mit vorgerenderten 3D-Grafiken Räumlichkeit einzuhauchen.

Eine Demoversion (http://www.devilishgames.com/nutsandscrap/) ist verfügbar, die beim kurzen Selbstversuch unter Suse Linux 10.1 allerdings nicht weit ins Spielgeschehen führte. Nach einigen kleinen Missionen kehrte das Spiel reproduzierbar ohne weitere Meldung zum Desktop zurück.

Für die Vollversion sind 13 US-Dollar fällig, die Demoversion landet nach dem Download als Shell-Skript im angegebenen Verzeichnis und wird als Root mit dem Kommando sh in einer Konsole ausgeführt. Dass der Installer dabei das Paketmanagementsystem Autopackage (http://autopackage.org) aus dem Internet nachlädt, ist aus Sicherheitserwägungen bedenlich, schließlich ist der Benutzer während dessen als Root mit vollem Systemzugriff angemeldet.

Abb. 1: Duo auf Weltrettungsmission. Der schlaksige Roboter und sein fliegender Begleiter.

Mylo für das Schwätzchen unterwegs

"My life online", kurz Mylo, ist Sonys Produktbezeichnung für einen Linux- und Qtopia-basierten Kommunikations-Handheld. Das mit einem ARM-Prozessor bestückte Kleingerät versteht sich auf WLAN-Verbindungen gemäß 802.11b mit WEP- und WPA-PSK-Verschlüsselung und stellt darüber diverse Kommunikationsmöglichkeiten wie Skype, Instant Messaging, Mail und Internet zur Verfügung.

Bei Funkstille dient Mylo wahlweise als MP3-Player -- auch für ATRAC und WMA -- und Videoabspielgerät (MPEG4). 1 GByte interner Speicher und Aufrüstmöglichkeiten mit Sony Memorysticks bieten Platz für Songs und Filme. Dimensionen von 24 mm x 123 mm x 63 mm lassen den Mylo (Abbildung 5) in der Hemdtasche verschwinden. Im Gebrauch dient eine per Schiebemechanismus erreichbare QWERTY-Tastatur zu Texteingabe und Navigation. Sony bietet den Online-Lebensgefährten derzeit nur über seinen Online-Shop (http://www.sonystyle.com) in den USA für 350 US-Dollar an.

Abb. 5: Mein Leben online -- Kleingerät für die Kommunikation unterwegs.

Softmaker Office 2006

Mit reichlich Abstand zur Windows-Version hat es Softmaker Office 2006 nun auch zur Marktreife für Linux- und FreeBSD-Systeme geschafft. Enthalten sind die Textverarbeitung Textmaker 2006 (Abbildung 6) und die Tabellenkalkulation Planmaker 2006. Beiden Bestandteilen schreibt der Hersteller das Feature zu, Dateien aus den Microsoft-Programmen Office und Excel lesen und schreiben zu können. Und nicht nur das, die ganze Palette der Microsoft-Office-Funktionen sei abgebildet, verspricht der Hersteller.

Textmaker kann mit Tabellen, Fußnoten und Textbausteinen umgehen. Das Open-Document-Format (ODF) nebst OpenOffice- und Staroffice-Dateien kann Textmaker allerdings nur lesen, nicht schreiben. Planmaker birgt über 300 Rechenfunktionen und stellt seine Ergebnisse in diversen Diagrammvorlagen dar.

Das Softmaker-Office-Paket kostet 70 Euro. Das Upgrade von Version 2004 ist für 35 Euro möglich. Unentschlossene finden beim Hersteller (http://www.softmaker.de/ofl.htm) eine Testversion, die 30 Tage lang funktioniert.

Abb. 6: Textmaker ist eine ausgefeilte Textbearbeitung für den Linux-PC.

KOffice 1.6.1

Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramm, Flowcharter, Datenbank-Frontend, Projektmanagement nebst Pixel- und Vektorgrafik birgt die Bürosuite des KDE-Projekts. Die neue Version KOffice 1.6.1 gilt den Entwicklern als Wartungs-Release. Nur zwei Neuerungen sind hervorgehoben. So hat das Datenbankfrontend Kexi nun Combo-Boxen spendiert bekommen, die mit der Datenbank verknüpft sind (Abbildung 7). In das Pixelgrafikprogramm Krita sind kleinere Verbesserungen eingeflossen. Dazu zählt die Eliminierung einer fälschlichen Warnung davor, dass der Filter "unscharf Maskieren" nicht funktioniere. Da bei der Wartung doch eine ganze Reihe von Fehlern und auch eine Sicherheitslücke im PowerPoint-Import-Filter behoben wurden, ist das Update eine Überlegung wert. Den Download gibt es auf der Webseite des Projekts (http://www.koffice.org).

Abb. 7: Die datenbankgestützte Auswahlliste in Combo-Boxen ist neu.

Software-Ticker

WP-Clipart: Die Bildersammlung enthält frei verwendbare Grafiken für Office-Dokumente und Webseiten. In der aktuellen Version 2.4 ist die Zahl der Bilddateien auf über 15000 gewachsen, von Symbolen bis zu Gemälden des Malers Monet. Die Sammlung liefert einen eigenen Bildbetrachter mit, zum Durchsuchen der Verzeichnisse und Ansehen der Bilder eignen sich aber auch andere Programme, beispielsweise Kuickshow. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wpclipart.com.

JMemorize: Das Java-Programm verwaltet Lernkarten, beispielsweise zum Vokabeltraining. Der Anwender kann Karteikarten anlegen, bearbeiten, in Kategorien einsortieren und drucken. Daneben legt das Programm dem Lernenden bereits abgearbeitete Karten in regelmäßigen Abständen zur Wiederholung vor und erstellt Erfolgsstatistiken. Die Projekt-Homepage http://jmemorize.org vermittelt Weiteres zur Software und der verwendeten Lernstrategie.

Tellico 1.2.7: Das Programm für KDE hilft Sammlern bei der Ordnung ihrer Bestandsdaten. Digitale Mappen für Bücher, Comics, Videos, Musik, Computerspiele und Briefmarken haben die Entwickler bereits vorgestaltet. Benutzerdefiniertes darf hinzugefügt werden. Das Programm importiert bei Bedarf CSV, Bibtex, Bibtexml, RIS, MODS, CDDB und die Metadaten von Audiodateien. Auch der Direktimport über Webseiten wie die Online-Filmdatenbank imdb.org ist möglich. Den Download gibt es unter http://www.periapsis.org/tellico/.

F-Spot 0.3.0: Die Bildverwaltung für den Gnome-Desktop unterstützt 16 Grafikformate und kann auch mit RAW-Dateien umgehen. Über 50 Bugfixes, Verbesserungen bei der Bildansicht und Schlagwortsuche sowie ein überarbeitetes Picasa-Interface zeichnen die neue Version aus. Alles weitere vermittelt das Projekt auf der Webseite http://f-spot.org

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