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Erschienen in EasyLinux 01/2007   »   Ausgabe bestellen

So installieren Sie OpenSuse 10.2

Schöne Bescherung

Marcel Hilzinger


Egal ob Anfänger oder Profi: Die Installation eines neuen Betriebssystems erfordert Zeit und Konzentration. Dieser Artikel erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie OpenSuse 10.2 auf Ihrem PC installieren.

Auf DVD 2 dieser EasyLinux-Ausgabe finden Sie die neueste Linux-Distribution von Novell: OpenSuse 10.2. Die DVD enthält die Download-Version von OpenSuse mit zusätzlichen Multimedia- und Systemtools. Weiterhin bringt die DVD 3D-Treiber für Nvidia-Grafikkarten, Netzwerkgeräte von AVM und für WLAN-Chipsätze von Intel mit. Die Treiber werden während der Installation automatisch eingerichtet.

Vor der Installation

Bevor Sie die EasyLinux-DVD ins Laufwerk einlegen und den Rechner neu starten, sollten Sie folgende Fragen beantworten:

In der Regel starten aktuelle Rechner automatisch von CD/DVD, wenn beim Neustart ein Medium im Laufwerk liegt. Erscheint auf Ihrem System der Startbildschirm des Suse-Installationsprogramms (Abbildung 1) nicht, müssen Sie möglicherweise die Einstellungen im BIOS ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners die Taste [Entf] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).

Befindet sich auf Ihrem PC bereits Suse Linux 10.1, müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Update durchführen. Wählen Sie dazu nach dem Start des Installationsprogramms YaST den Menüeintrag Aktualisierung. Für das Update müssen Sie eventuell einige Paketabhängigkeiten manuell lösen, da YaST beim Update ein Standardsystem mit KDE installiert -- Ihr Linux enthält aber in der Regel bereits zahlreiche Zusatzpakete. Wählen Sie als Lösung jeweils keep PAKETNAME, sonst löscht YaST Pakete, die nicht Teil von OpenSuse sind. Auch Updates älterer Suse-Versionen sind theoretisch möglich. EasyLinux empfiehlt jedoch beim Umstieg von einer älteren Version als 10.1, die wichtigsten Daten auf CD/DVD zu sichern und danach eine Neuinstallation durchzuführen. Zur Sicherung empfohlen sind die Verzeichnisse /home und /root, sowie die Konfigurationsdateien unter /etc.

Besitzt Ihre Suse-Installation eine eigene Partition für /home, dann sind Sie aus dem Schneider. Richten Sie dann einfach diese bei der Installation so ein, dass das neue OpenSuse sie als /home-Verzeichnis benutzt. Vorsicht: Nicht formatieren!

Platz schaffen

Gibt es auf Ihrem Rechner noch kein Linux und möchten Sie OpenSuse zusätzlich zu Microsoft Windows installieren, müssen Sie zunächst unter Windows die Defragmentierung von Laufwerk C:\ durchführen. Besitzt Ihr Windows mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen), können Sie eines dieser Laufwerke für die Installation von Linux benutzen. Sichern Sie dann sämtliche Daten dieses Laufwerks auf C:\ oder ein anderes Laufwerk, da das Installationsprogramm von OpenSuse das ausgewählte Laufwerk formatieren wird. OpenSuse lässt sich auch neben Windows Vista installieren. Dazu müssen Sie dem Installationsprogramm explizit mitteilen, dass es die Partion von Windows Vista verkleinern soll. Wie Sie das tun, erklärt der Artikel weiter unten.

Verfügt Ihr Rechner über mehrere Festplatten, müssen Sie zunächst herausfinden, an welchem Controller diese hängen und in welcher Reihenfolge. Diese Informationen finden Sie ebenfalls im BIOS. Öffnen Sie das Menü Standard BIOS Options (oder ähnlich) und suchen Sie nach den Einträgen für Primary Master, Primary Slave, Secondary Master und Secondary Slave. Bei neuen Mainboards mit SATA-Festplatten heißen diese Einträge eventuell First SATA-Master und First IDE-Master. Hier sind auch Third SATA-Master und Fourth SATA-Master üblich. Notieren Sie sich, an welchen Geräten Festplatten angeschlossen sind und an welchen CD/DVD-Laufwerke (siehe Tabelle "Gerätebezeichnungen"). Schließen Sie für die Installation keine USB-Festplatten an den Rechner an, da YaST sonst eventuell auf diese installieren will.

Gerätebezeichnungen
Gerätedatei Erklärung
/dev/hdaErstes Laufwerk an der ersten IDE-Schnittstelle (Primary Master)
/dev/hda1Erste primäre Partition auf dem ersten Laufwerk (nur bei Festplatten)
/dev/hda4Vierte primäre Partition auf dem ersten Laufwerk oder erweiterte Partition
/dev/hda5Erste logische Partition auf dem ersten Laufwerk
/dev/hda6Zweite logische Partition auf dem ersten Laufwerk
/dev/hdbZweites Laufwerk an der ersten IDE-Schnittstelle (Secondary Master)
/dev/hdcErstes Laufwerk an der zweiten IDE-Schnittstelle (Primary Slave)
/dev/hddZweites Laufwerk an der zweiten IDE-Schnittstelle (Secondary Slave)
/dev/sdaErstes Laufwerk an der ersten SATA-, SCSI- oder USB-Schnittstelle (First SATA-Master)
/dev/sdbZweites Laufwerk an der ersten SATA-, SCSI- oder USB-Schnittstelle (Second SATA-Master)
/dev/fd0Erstes Diskettenlaufwerk

Einlegen, loslegen

Nach einem Neustart des Rechners mit eingelegter DVD erscheint der Boot-Manager von OpenSuse (Abbildung 1). Drücken Sie hier zunächst [F2], um den Bildschirm auf Deutsch umzustellen, und wählen Sie dann über die Pfeiltasten den Menüpunkt Installation aus. Erscheint der Boot-Bildschirm von OpenSuse 10.2 nicht, müssen Sie vermutlich die BIOS-Einstellungen Ihres Rechners ändern, wie im obigen Abschnitt beschrieben. Hegen Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, schreiben Sie eine E-Mail an redaktion@easylinux.de. Ist der Datenträger tatsächlich defekt, erhalten Sie kostenlos einen neuen.

Abb. 1: Über diesen Dialog wählen Sie die Sprache aus und starten die Installation von OpenSuse 10.2.

Lizenz und Zeitzone

Nach Auswahl von Installation startet das Installationsprogramm YaST. Im ersten Dialog müssen Sie nach einer kurzen Begrüßung durch EasyLinux die Lizenzvereinbarung von Novell akzeptieren. Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob Sie ein bestehendes System updaten oder eine Neuinstallation durchführen.

Ein Klick auf Weiter führt Sie zur Auswahl der Zeitzone. Verwenden Sie OpenSuse zusammen mit Windows, wählen Sie unter Rechneruhr eingestellt auf den Eintrag Lokale Zeit aus und passen danach über einen Klick auf Ändern die Zeit an. Verwenden Sie nur Linux auf Ihrem Rechner, stellen Sie die Rechneruhr auf UTC (GMT) ein und richten danach die passende Zeit ein. In der Regel stellt OpenSuse automatisch die richtige Zeitzone ein. Stimmen also die unter Zeit und Datum angezeigten Werte, klicken Sie einfach auf Weiter.

Entscheidungen treffen

OpenSuse unterstützt mit KDE und Gnome zwei grafische Oberflächen. EasyLinux beschreibt in den Quartalsheften den KDE-Desktop. Klicken Sie hier deshalb auf KDE und dann auf Weiter. Besitzen Sie einen alten Rechner oder eine Festplatte mit weniger als 2 GByte Platz, wählen Sie Andere / Wählen und installieren dann ein System im Textmodus oder mit minimaler grafischer Oberfläche. Die Wahl von Gnome als zweitem Desktop ist auch nach der Installation noch möglich.

Abb. 2: Für die Installationseinstellungen sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen. Rote Einträge deuten auf Probleme hin.

Es folgt der Dialog Installationseinstellungen (Abbildung 2). Hier legen Sie unter Anderem fest, auf welche Festplatte Sie OpenSuse installieren möchten und auf welche Partition. Da dieser Vorgang im schlimmsten Fall zu Datenverlust führen kann, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, bevor Sie auf Übernehmen klicken. Zeigt das Installationsprogramm unter Partitionierung keine roten Einträge an, steht auf Ihrem Rechner noch genug freier Platz für die Installation von OpenSuse zur Verfügung. YaST legt dann automatisch eine Root- und eine Swap-Partition an. Auch wenn Sie OpenSuse neben ein bestehendes Windows installieren, sollten keine größeren Probleme auftreten. YaST verkleinert dann automatisch das C-Laufwerk von Windows und legt die für OpenSuse benötigten Partitionen an. Bei Windows Vista behauptete YaST jeweils, die Partition nicht verkleinern zu können. In den Tests hat es aber über die manuelle Partitionierung trotzdem funktioniert. Von wichtigen Dateien sollten Sie in jedem Fall ein Backup anlegen. Müssen Sie partitionieren, klicken Sie auf die Überschrift Partitionierung.

Über einen Klick auf Software-Auswahl fügen Sie dem System zusätzliche Programme hinzu oder entfernen nicht benötigte. EasyLinux empfiehlt in der Regel, diesen Schritt erst nach der Installation zu tun, OpenSuse 10.2 stellt jedoch eine Ausnahme dar. Novell hat in dieser Suse-Version das Paketmanagement nochmals einer gründlichen Überarbeitung unterzogen und bringt auf Grund der schlechten Erfahrungen mit der Paketmanagement-Lösung Zenworks zusätzlich einen schlanken, alternativen Paketmanager mit, der ohne den Zenworks-Daemon auskommt. Es lohnt sich, bereits für die Installation diese schlanke Lösung zu wählen:

  1. Klicken Sie im Dialog Installationseinstellungen (Abbildung 2) auf die Überschrift Software.
  2. Wählen Sie unter Basistechnologien das Schema Enterprise Software Management ab. Klicken Sie dazu einmal auf die Checkbox vor dem Eintrag.
  3. Markieren Sie den Eintrag openSUSE Software Management für die Installation. YaST setzt dann ein Häkchen vor diesen Eintrag und versieht das Enterprise Software Management mit einem Tabu-Zeichen (Abbildung 3).

Weitere Änderungen können Sie nach der Installation noch vornehmen.

Abb. 3: OpenSuse 10.2 kommt wieder mit einem schnellen Paketmanager. Diesen müssen Sie allerdings explizit auswählen.

Auf dem Reiter Experten finden Sie Details zu Ihrem System sowie weitere Einstellungsmöglichkeiten, unter anderem die Einrichtung des Boot-Managers. Diese Einstellungen sollten Sie nur ändern, wenn Sie genau wissen, was Sie tun.

Partitionierung

Um OpenSuse installieren zu können, müssen Sie entweder noch freien Platz auf der Festplatte Ihres Rechners haben oder eine vorhandene Partition (ein Laufwerk) für die Installation formatieren. Möchten Sie OpenSuse auf eine zweite Festplatte aufspielen, wählen Sie den Menüpunkt Benutzerdefiniertes Partitions-Setup erstellen. YaST zeigt dann als nächsten den Dialog Vorbereitung der Festplatte: Schritt 1 an. Hier wählen Sie die gewünschte Platte aus und klicken auf Weiter. Vorsicht: YaST wird sämtliche Daten auf der ausgewählten Festplatte löschen.

Abb. 4: In diesem Dialog richten Sie die Partitionen für OpenSuse ein.

Installieren Sie Linux neben Windows und möchten lediglich die Größen der Partition ändern, wählen Sie Partitions-Setup basierend auf diesem Vorschlag ausführen. Sind Sie sich nicht sicher, wie es weitergehen soll, wählen Sie ebenfalls diesen Menüpunkt. In beiden Fällen landen Sie beim Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus (Abbildung 4). Der Artikel beschreibt im Folgenden, welche Partitionen Sie für eine erfolgreiche Installation von OpenSuse benötigen und wie Sie diese anlegen. Die Entscheidung, wie Sie diese Aufgabe lösen, kann er Ihnen nicht abnehmen. Fragen Sie bei Unsicherheit auf der EasyLinux-Mailingliste [1] nach. Änderungen an den Partitionen führt YaST erst durch, wenn Sie im abschließenden Dialog auf Installieren klicken.

  1. Um eine neue Partition anzulegen, klicken Sie im Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus auf Anlegen. Je nach Ausstattung des Rechners fragt YaST Sie, auf welcher Festplatte Sie die Partition anlegen möchten und ob es sich dabei um einer primäre oder einer erweiterte Partition handelt.
  2. Wählen Sie als Typ Erweitert und teilen Sie der neuen Partition sämtlichen freien Speicher zu. Ein Klick auf OK erledigt das automatisch. Die Übersicht zeigt jetzt einen neuen Eintrag vom Typ Extended an.
  3. Klicken Sie erneut auf Anlegen, um innerhalb der erweiterten Partition eine logische Partition zu erstellen (siehe Tabelle "Gerätedateien"). Richten Sie zunächst eine Partition für den virtuellen Swap-Speicher ein. Auf diese Partition schreibt das System, wenn im Hauptspeicher (RAM) kein Platz mehr frei ist. Markieren Sie dazu den Punkt Formatieren und wählen Sie unter Dateisystem den Eintrag Swap aus.
  4. Tragen Sie unter Ende: die gewünschte Größe ein. Für 512 MByte schreiben Sie +512M, für ein Gigabyte +1G. Tipps zur optimalen Größe der Partition entnehmen Sie dem Kasten "Tipps zum Partitionieren". Ein Klick auf OK bringt Sie zum Übersichtsdialog zurück.

Nun müssen Sie noch eine Partition für das Wurzelverzeichnis anlegen.

  1. Klicken Sie auf Anlegen und wählen Sie unter Mountpoint den Eintrag / aus oder geben Sie den Schrägstrich von Hand ein.
  2. Möchten Sie den gesamten freien Speicher der neuen Partition zuteilen, haben Sie bereits sämtliche Einstellungen vorgenommen. Klicken Sie dann auf OK / Beenden.
  3. Um weitere Partitionen anzulegen, müssen Sie die Größe des neuen Laufwerkes festlegen. Tragen Sie dazu unter Ende: den Wert in Megabyte oder Gigabyte ein, zum Beispiel +8G oder +8000M für 8 GByte. Für das KDE-System von OpenSuse muss das Wurzelverzeichnis mindestens 2,5 GByte groß sein, 4 bis 8 GByte sind empfohlen.

Haben Sie unter Windows Partitionen für OpenSuse angelegt, markieren Sie den Eintrag, den OpenSuse formatieren darf. Dann löschen Sie diesen und legen wie oben beschrieben die benötigten zwei Partitionen an. Beachten Sie, dass beim Löschen von Partitionen sämtliche darauf gespeicherten Daten verloren gehen. Sind Sie mit der Partitionierung fertig, führt Sie ein Klick auf Beenden wieder zum Dialog Installationseinstellungen zurück. Hier starten Sie die eigentliche Installation mit Klicks auf Übernehmen / Installieren.

Tipps zum Partitionieren

Windows richtet standardmäßig pro Festplatte ein Laufwerk ein. Das muss nicht so sein. Mehrere Laufwerke (Partitionen) anzulegen, hilft Ordnung zu schaffen und erleichtert das regelmäßige Backup. Diesen Vorgang nennt man Partitionieren.

Unter Linux ordnet man jeder Partition einen so genannten Einhängepunkt (mount point) zu. Das Laufwerk C:\ heißt unter Linux Wurzelverzeichnis. Es hat einen Schrägstrich / als Einhängepunkt. Hier liegt das eigentliche System. Für / müssen Sie eine eigene Partition anlegen, da Sie sonst nicht installieren können. Die Größe der Partition hängt von der Festplatte ab. Mindestens 2 GByte sollten es sein, mehr als 10 GByte lohnt sich kaum. Eine weitere Partition müssen Sie für den virtuellen Speicher, den so genannten Swap-Bereich anlegen. Diese Partition sollte mindestens so groß, wie der Arbeitsspeicher Ihres Rechners sein. Mit 1 bis 2 GByte sind Sie auf der sicheren Seite. Der virtuelle Speicher benötigt keinen Einhängepunkt.

Wenn möglich, sollten Sie für das Verzeichnis /home ebenfalls eine separate Partition anlegen. Diese entspricht ungefähr dem Verzeichnis Dokumente und Einstellungen unter Windows. Linux speichert hier Dokumente und sämtliche persönlichen Einstellungen, Schriften, Symbole, Hintergrundbilder und so weiter. Je größer /home, desto mehr Platz haben Sie für Ihre Daten.

Alternativ legen Sie neben / und /home noch eine zusätzliche Datenpartition an. Dieser können Sie einen beliebigen Einhängepunkt zuordnen, zum Beispiel /daten oder /dokumente. Damit Sie auch als Benutzer auf diese Partitionen schreiben dürfen, klicken Sie beim Anlegen der Partition auf Fstab-Optionen und markieren Sie den Eintrag Durch Benutzer mountbar.

Hardware einrichten

Nach einem Klick auf Installation formatiert YaST die eingerichteten Partitionen und kopiert dann die Pakete von der DVD auf die Festplatte. Dieser Vorgang dauert je nach Rechenleistung 20 bis 40 Minuten -- der ideale Zeitpunkt, um die folgenden Artikel zu lesen :-)

Nachdem YaST die ausgewählten Pakete installiert hat, richten Sie in den ersten zwei Dialogen den Rechnernamen Ihres PCs und das Passwort für den Systemadministrator root ein. Um Ihrem PC ausreichenden Schutz zu gewähren, sollte das Passwort aus mindestens sechs bis acht Zahlen sowie Groß- und Kleinbuchstaben bestehen. Es ist sicherer, sich ein kompliziertes Passwort aufzuschreiben, als ein einfaches zu benutzen. Für den Rechnernamen übernehmen Sie einfach den Vorschlag von YaST.

Im Dialog Netzwerkkonfiguration können Sie Ihren Internet-Anschluss einrichten, um danach erste Online-Updates einzuspielen. Weiter legen Sie in diesem Dialog fest, ob Sie die Internet-Verbindung traditionell mit KInternet oder mit dem neuen NetworkManager herstellen möchten. Benutzen Sie bei Laptops den neuen NetworkManager, sonst die traditionelle Methode. Ein Wechsel ist auch nach der Installation möglich. In den folgenden zwei Dialogen können Sie den Internet-Zugang testen und nach einer optionalen Registrierung erste Online Updates einspielen. Dies funktioniert nur mit einer Internet-Verbindung.

Im Dialog Methode zur Benutzer-Authentifikation klicken Sie ohne Änderung auf Weiter und legen dann einen Benutzer an. Unter diesem Benutzernamen arbeiten Sie später im System. Auch hier müssen Sie zur Sicherheit ein Passwort eintippen. Möchten Sie mehrere Benutzerkonten anlegen, klicken Sie auf den Button Benutzer-Verwaltung. Nach diesem Schritt speichert OpenSuse sämtliche Einstellungen und zeigt dann in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch die Hinweise zur aktuellen Version an. Im letzten Konfigurationsdialog richtet YaST an den Rechner angeschlossene Hardware ein. Hier müssen Sie in erster Linie die Einstellung unter Grafikkarte überprüfen (Abbildung 5). Klicken Sie auf Konfiguration testen und wählen Sie anschließend Speichern, wenn das Bild in Ordnung ist. Bei Rechnern mit einer unterstützten Nvidia-Grafikkarte ist hier bereits der 3D-Treiber eingerichtet.

Nach Klicks auf Weiter und Beenden haben Sie es geschafft: OpenSuse startet die grafische Oberfläche KDE.

Abb. 5: Peripheriegeräte bindet YaST in der Regel automatisch ein. Bei der Grafikkarte müssen Sie eventuell nachhelfen.

Neues KDE

Open Suse bringt ein neues Startmenü mit, das sich automatisch öffnet, wenn Sie die Maus über das Chamäleon-Symbol bewegen (Abbildung 6). Unter den Favoriten finden Sie die wichtigsten Programme wie Textverarbeitung, Webbrowser, E-Mail (Kontact) und Fotoverwaltung. KDE merkt sich, welche Anwendungen Sie starten und welche Dateien Sie öffnen. Diese Informationen finden Sie im Suse-Menü unter Verlauf / Anwendungen beziehungsweise Verlauf / Dokumente.

Ebenfalls neu ist das Update-Miniprogramm für KDE, das sich rechts auf der Kontrollleiste befindet. Es zeigt ein Hinweisfenster an, wenn es aktualisierte Pakete für OpenSuse gibt (Abbildung 7). Wählen Sie hier Installieren, startet das Miniprogramm das Online-Upate von YaST.

Abb. 6: Das neue KDE-Menü von OpenSuse 10.2 soll vor allem Einsteigern den Zugang zum System erleichtern.

Abb. 7: Good-bye Zenworks: Mit dem neuen KDE-Miniprogramm geht das Update schneller denn je.

EasyLinux-Pakete

Diese Ausgabe von OpenSuse 10.2 enthält zahlreiche Zusatzprogramme gegenüber der normalen Download-Version. Die von EasyLinux hinzugefügten Pakete finden Sie im Paketmanager von YaST, wenn Sie den Ansichtsfilter auf Schemata einstellen und danach zum Eintrag EasyLinux Pluspakete scrollen (Abbildung 3). Viele der zusätzlichen Pakete kommen bereits bei der Installation mit auf die Festplatte. So enthält zum Beispiel die EasyLinux-DVD den KDE-Mediaplayer Kaffeine in Version 0.8.3, das Originalpaket von OpenSuse besitzt die Versionsnummer 0.8.2. Auch die zum Abspielen von MP3- oder MPEG2-Dateien (DVDs) benötigten Codecs sind nach der Standardinstallation bereits an Bord. Mit zwei zusätzlichen RPM-Paketen, die wir aus rechtlichen Gründen nicht auf die DVD packen können, spielt OpenSuse 10.2 sämtliche Audio- und Videodateien ab: Möchten Sie Windows- oder Real-Media-Dateien abspielen, benötigen Sie noch das Paket w32codecs. Sie finden es unter [2]. Möchten Sie verschlüsselte DVDs anschauen, benötigen Sie zusätzlich die Bibliothek libdvdcss. Details dazu lesen Sie im Artikel Ab ins Vergnügen auf Seite 18. (mhi)

Infos
[1] EasyLinux-Mailingliste: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten/listinfo/suse
[2] Windows-Codecs: http://packman.links2linux.de/package/Win32-Codecs

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