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Erschienen in EasyLinux 01/2007   »   Ausgabe bestellen

Tipps und Tricks zu KDE

Besser arbeiten mit KDE

Elisabeth Bauer, Thomas Hümmler und Andrea Müller


Was passiert eigentlich, wenn man den Mülleimer in den Mülleimer wirft und vor allem: Woher bekommet man einen neuen? Die KDE-Tipps widmen sich diesen Monat einfachen Alltagsaufgaben: vom sicheren oder riskanten Löschen bis zum Erinnern an wichtige Termine.

Tipp: Tastaturbelegung umstellen

Der Besuch aus Übersee will auf Ihrem Rechner nur schnell eine Mail verschicken -- und verzweifelt an der deutschen Tastaturbelegung, bei der Y und Z ganz ungewohnt vertauscht sind. Als guter Gastgeber schalten Sie für Ihren Besuch einfach die Tastaturbelegung um: Öffnen Sie dazu die KDE-Einstellungen und wechseln Sie zum Reiter Regionaleinstellungen & Zugangshilfen. Unter Tastaturlayout markieren Sie die Checkbox Tastaturlayouts aktivieren. Im Auswahlmenü links wählen Sie die gewünschte Sprache, etwa Englisch, und tragen sie über einen Klick auf Hinzufügen bei den aktiven Belegungen ein (Abbildung 1). Über die Pfeil-Schaltflächen bestimmen Sie, mit welcher Belegung Sie standardmäßig arbeiten wollen.

Sobald Sie auf Anwenden klicken, erscheint in der Kontrollleiste ein kleines Flaggensymbol, über das Sie bequem per Mausklick zwischen den Belegungen wechseln können. Alternativ ändern Sie die Tastaturbelegung mit [Strg-Alt-K].

Funktioniert anschließend Ihre deutsche Belegung nicht mehr wie gewohnt, war im Einrichtungsdialog wahrscheinlich der falsche Tastaturtyp voreingestellt: Starten Sie dann erneut das Kontrollzentrum und wählen Sie unter Tastaturtyp das richtige Modell aus.

Abb. 1: In den KDE-Einstellungen aktivieren Sie alternative Tastaturbelegungen.

Tipp: Sprache der Oberfläche umschalten

Wer nicht nur die Tastaturbelegung umschalten, sondern gleich die Sprache aller KDE-Programme ändern will, erreicht dies im Abschnitt Land/Region & Sprache des Kontrollzentrums. Unter Sprache hinzufügen präsentiert KDE alle Sprachen, die auf Ihrem System installiert sind, in der Regel sind das Deutsch und Englisch. Um weitere Sprachen zur Auswahl zu haben, müssen Sie zunächst in der Paketverwaltung Ihrer Distribution das passende Sprachpaket installieren: Dessen Name beginnet mit kde3-i18n-, gefolgt vom entsprechenden Sprachkürzel. Anschließend ergänzen Sie die Sprache in Ihren Einstellungen. Nach dem Klick auf Anwenden präsentieren sich alle neu gestarteten Anwendungen mit Menüs in der gewählten Sprache.

Tipp: Icons einfärben

Irgendwann hat man sich an den KDE-Icons sattgesehen -- Abwechslung tut Not. Doch statt gleich ein komplett neues Icon-Set zu installieren, das meist von schlechterer Qualität als das voreingestellte ist, probieren Sie es doch einmal mit Einfärben (Abbildung 2). Die entsprechende Funktion versteckt sich in den KDE-Einstellungen unter Erscheinungsbild im Abschnitt Symbole. Wechseln Sie dort zum Reiter Erweitert. Oben links wählen Sie aus, welche Icon-Kategorie Sie einfärben wollen: Über Arbeitsfläche / Dateiverwaltung ändern Sie beispielsweise die Icons auf dem Desktop und im Dateimanager Konqueror.

Wer gleich global zum Farbeimer greifen will, markiert stattdessen Sämtliche Symbole. Klicken Sie anschließend auf Effekt festlegen. KDE bietet Ihnen nun eine Reihe von Effekten an, darunter Einfärben. Per Klick auf das Farbfeld wählen Sie die gewünschte Farbe aus, mit OK und Anwenden bestätigen Sie die Änderung.

Abb. 2: Mit wenigen Mausklicks färben Sie die Standard-Icons neu ein.

Tipp: Werkzeugleistensymbole beschriften

So aussagekräftig Symbole in Werkzeugleisten auch gezeichnet sind, manch einer kommt mit einer Beschriftung besser zurecht. Über die KDE-Einstellungen aktivieren Sie global in allen KDE-Programmen Beschriftungen in den Werkzeugleisten: Sie finden die Option unter Erscheinungsbild / Stil auf dem Reiter Werkzeugleiste. Im Auswahlmenü Textposition legen Sie fest, ob KDE Symbole, Symbole mit Text oder nur Text anzeigen soll.

Tipp: Eigenes Favoritenmenü mit Schnellzugriff

Mit einem benutzerdefinierten Menü haben Sie per Klick auf eine beliebige Stelle des Desktops Zugriff auf Ihre Lieblingsprogramme und die wichtigsten Verzeichnisse. Ein solches Menü legen Sie über Arbeitsfläche / Verhalten in den KDE-Einstellungen an. Im Reiter Allgemein finden Sie unten die Rubrik Maustastenaktionen. Dort bestimmen Sie für jede Maustaste einzeln, was passiert, wenn Sie auf eine beliebige Stelle der Arbeitsfläche klicken. KDE bietet bereits einige vorgefertigte Aktionen, z. B. Anzeigen der Fensterliste (einer Übersicht aller geöffneten Fenster), des Programm- oder Lesezeichenmenüs.

Wählen Sie für die gewünschte Maustaste Benutzerdefiniertes Menü aus und entscheiden Sie über die Schaltfläche Bearbeiten, was KDE in diesem Menü anbietet, beispielsweise Ihre am häufigsten benutzten Programme oder Verzeichnisse, in die Sie oft im Dateimanager wechseln. Bestätigen Sie die Änderung mit Anwenden, genügt in Zukunft ein Klick auf die Arbeitsfläche mit der festgelegten Maustaste, um das Spezialmenü zu öffnen.

Tipp: Dateien aus dem Mülleimer wiederherstellen

Versehentlich gelöschte Dateien ziehen Sie üblicherweise per Drag & Drop wieder aus dem Mülleimer. Es geht aber noch einen Tick bequemer: Wenn Sie per Rechtsklick das Kontextmenü einer Datei im Papierkorb öffnen und dort Wiederherstellen wählen, bewegt KDE die Datei wieder in das Ursprungsverzeichnis zurück, in dem sie sich vor dem Löschen befand.

Tipp: Mülleimer wiederherstellen

Falls Sie Ihren Desktop einmal zu gründlich aufgeräumt haben und gleich den Mülleimer mitentsorgt haben, keine Panik: Auch dieser lässt sich wiederherstellen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle der Arbeitsfläche und wählen Sie Neu erstellen / Verknüpfung zu Adresse (URL) im Kontextmenü. Als Dateiname geben Sie Mülleimer ein, ins Feld darunter gehört der Eintrag trash:/, an dem KDE erkennt, dass es sich um den speziellen Ort Mülleimer handelt. Nach einem Klick auf OK erscheint der Abfallbehälter wieder auf dem Desktop.

Tipp: Dateien sofort löschen

Der KDE-Mülleimer hat den Vorteil, dass sich Dateien aus ihm wiederherstellen lassen, falls Sie etwas irrtümlich hineingeworfen haben. Die Option, Dateien sofort zu löschen, bietet KDE in neueren Versionen nicht mehr direkt im Kontextmenü an. Mit [Umschalt-Entf] befördern Sie markierte Dateien und Verzeichnisse trotzdem direkt ins Nirvana.

Wollen Sie das Kontextmenü um die Optionen erweitern, öffnen Sie über Einstellungen / Konqueror einrichten den Konfigurationsdialog für den Dateimanager. Im Bereich Verhalten setzen Sie ein Häkchen vor Eintrag "Löschen" anzeigen (Abbildung 3). In den Feldern darunter legen Sie noch fest, bei welchen Aktionen Konqueror zur Bestätigung nachfragen soll: Hier bietet es sich an, die Bestätigung beim Bewegen in den Mülleimer zu deaktivieren und beim direkten Löschen zu aktivieren. Denn wenn Sie Dateien in den Mülleimer werfen, können Sie das jederzeit rückgängig machen, richtig gelöschte Dateien wieder herzustellen ist wesentlich schwieriger und wenn überhaupt nur mit speziellen Tools möglich. Sobald Sie den Dialog über die Schaltfläche OK schließen, zeigt Konqueror im Kontextmenü zusätzlich die Aktion Löschen an.

Abb. 3: In den Konqueror-Einstellungen aktivieren Sie den vorsorglich abgeschalteten Kontextmenüeintrag zum direkten Löschen von Dateien.

Tipp: An wichtige Termine erinnern

Wer schon einmal seine wegen eines vergessenen Geburtstags beleidigte Freundin besänftigen musste, weiß, wie fatal Vergesslichkeit sein kann. Und dabei hatte man eine Woche vorher noch dran gedacht... Für solche Anlässe bringt KDE das kleine Tool KAlarm mit, das Sie per Klang, Dialogfenster oder E-Mail an wichtige Termine erinnert.

Gestartet über die Eingabe von kalarm in einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]), nistet es sich mit einem Weckersymbol in der Kontrollleiste ein. Über Neu legen Sie einen Termin an. KAlarm bietet als Optionen Text, Datei, Befehl und E-Mail. Für den Einsteiger sind vor allem Text und E-Mail interessant: Text öffnet zur angegebenen Zeit eine Dialogbox mit der von Ihnen gewählten Nachricht auf dem Desktop, praktisch vor allem für kurzfristige Termine, etwa wenn Sie über der Arbeit am Computer eine Fernsehsendung nicht verpassen wollen. Mit E-Mail lassen Sie sich -- oder auch jemand anderen -- eine Nachricht per Mail zuschicken. Vorraussetzung hierfür ist, dass Sie das KDE-Mailprogramm KMail mit den Daten Ihres Mailzugangs konfiguriert haben, da KAlarm den KDE-Postverwalter zum Versand nutzt.

Haben Sie Ihren Benachrichtigungstext eingegeben, legen Sie anschließend noch mit Datum und Uhrzeit den Zeitpunkt fest, an dem KAlarm Sie erinnern soll. Wollen Sie nur an einem bestimmten Tag ohne konkrete Uhrzeit benachrichtigt werden, markieren Sie die Checkbox vor keine Zeit festgelegt, KAlarm wählt dann den frühestmöglichen Moment (Abbildung 4).

Ein Klick auf Versuch zeigt, wie der Alarm aussehen wird. Mit OK tragen Sie den Termin in KAlarms Liste im Hauptfenster ein. Wichtig: Schließen Sie das Programm nun nicht über den Eintrag Beenden im Menü oder [Strg-Q], sondern über den Schließen-Knopf des Fensters. So läuft der Alarmdienst in der Kontrollleiste weiter. Fahren Sie über das Weckersymbol, zeigt es die nächsten Termine an. Zum angegebenen Zeitpunkt präsentiert KAlarm eine Dialogbox oder schickt Ihnen eine E-Mail.

Abb. 4: Das Tool KAlarm erinnert an wichtige Termine.

Tipp: Geburtstagsliste importieren

Wer im KDE-Adressbuch zu seinen Kontakten auch die Geburtstage eingetragen hat, kann es sich in KAlarm besonders bequem machen: Über Datei / Geburtstagsliste importieren wählt man einfach die Geburtstage aus, an die KAlarm erinnern soll. Die weiteren Einstellungen, inklusive der jährlichen Wiederholung, trägt KAlarm selbst in die Erinnerungsliste ein.

Tipp: Sauber abmelden aus der Shell

Wer viel mit der Shell arbeitet und sie auch zum Abmelden aus KDE nicht verlassen will, spart sich mit dem Befehl

dcop ksmserver default logout 0 -1 -1

den Klick auf Abmelden und die lästige Nachfrage, ob KDE den Rechner neu starten, herunterfahren oder lediglich den Benutzer abmelden soll. Tragen Sie in die Datei .bashrc in Ihrem Home-Verzeichnis

alias abmelden="dcop ksmserver default logout 0 -1 -1"

ein, genügt in Zukunft zum Ausloggen der einfache Befehl abmelden. Damit das Alias aktiv wird, müssen Sie entweder die KDE-Konsole neustarten oder mit . ~/.bashrc die geänderte Einstellungsdatei neu einlesen.

Tipp: Rechner zu festgesetzter Zeit herunterfahren

Mit KAlarm fahren Sie Ihren Rechner täglich zu einer festgesetzten Zeit herunter. Legen Sie dazu einen neuen Termin in KAlarm an und wählen Sie Befehl. In die Eingabezeile darunter tragen Sie den Befehl

dcop --all-sessions --all-users ksmserver logout 0 1 0

ein (Abbildung 5). Dieser schickt an den KDE-Sitzungs-Manager den Befehl, alle Programme zu beenden und den Rechner abzuschalten. Wählen Sie unter Zeitpunkt die gewünschte Uhrzeit aus. Im Reiter Wiederholung markieren Sie täglich. Per Klick auf OK tragen Sie den Befehl in KAlarms Liste ein. Genauso wie den Befehl zum Herunterfahren können Sie natürlich KAlarm auch andere Befehle regelmäßig ausführen lassen.

Abb. 5: Mit diesem Befehl und KAlarm fahren Sie Ihren Rechner täglich zur festgesetzten Zeit herunter.

Tipp: Prozesse auf dem Computer überwachen

Die laufenden Programme können Sie unter KDE mit Hilfe der KDE-Systemüberwachung kontrollieren; mit diesem Programm ist es sogar möglich, über ein Netzwerk Prozesse auf anderen Rechnern zu überwachen. Wenn Sie Administratorrechte besitzen, haben Sie außerdem die Möglichkeit, Systemprozesse zu beenden [1] oder Prozessen eine andere Ausführungspriorität zuzuweisen.

Sie starten die Systemüberwachung im System-Menü (unter Suse Linux aus dem Untermenü System / Überwachung). Zunächst sehen Sie einige Anzeigen zu CPU-Last, Speicher und Auslastung des Systems. Wechseln Sie per Mausklick auf das Register Prozesstabelle. Hier zeigt die Systemüberwachung alle laufenden Programme Ihres Rechners an (Abbildung 6). Die Liste enthält schon in der Standardansicht viele Informationen, von denen die folgenden besonders wichtig sind:

Abb. 6: Die KDE-Systemüberwachung listet unter dem Registerreiter "Prozesstabelle" alle laufenden Programme auf.

Um die Liste nach den Spalten auf- oder absteigend zu sortieren, klicken Sie einfach auf einen der Spaltentitel. Außerdem können Sie die Reihenfolge der Spalten ändern, indem Sie die Spaltenüberschriften per Drag & Drop an eine andere Stelle ziehen. Möchten Sie auf die Ansicht einer Spalte verzichten, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen den Eintrag Spalte ausblenden aus dem Kontextmenü.

Einige Spalten sind in der Grundeinstellung nicht sichtbar, wie beispielsweise GID (Kennung der Gruppe, mit deren Rechten ein Prozess läuft) und Status mit Informationen wie Ruht, Aktiv und Nicht unterbrechbar. Möchten Sie eine dieser Spalten in die Anzeige aufnehmen, klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Liste und wählen die gewünschten Einträge aus dem Untermenü Spalte anzeigen aus.

Tipp: Eigene Prozesse beenden

Haben Sie die KDE-Systemüberwachung als Root gestartet, können Sie sämtliche Prozesse im System beenden. Als normaler Anwender dürfen Sie in der Prozesstabelle zwar alle Prozesse ansehen, aber nur eigene beenden. Welche Prozesse Ihrem Benutzer gehören, erfahren Sie am schnellsten, indem Sie rechts aus der Auswahlliste Eigene Prozesse wählen.

Möchten Sie dann ein Programm beenden, markieren Sie und klicken rechts unten auf Beenden (kill) (Abbildung 7).

Sie können auf einen Rutsch auch mehrere Prozesse beenden. Dazu markieren Sie diese entweder mit gedrückt gehaltener Umschalt- (für benachbarte Prozesse) oder Strg-Taste (für beliebige Prozesse).

Abb. 7: Laufende Prozesse beenden Sie ganz schnell mit einem Klick auf die Schaltfläche "Beenden (kill)".

Tipp: Ohne Umweg zur Prozesstabelle

Um die Prozesse auf Ihrem Computer zu betrachten, müssen Sie in der KDE-Systemüberwachung auf den Registerreiter Prozesstabelle wechseln. Viel schneller als über das Menü erreichen Sie diese Tabelle mit [Strg-Esc]. Das bietet sich beispielsweise dann an, wenn ein Programm hängt und Sie es rasch beenden wollen.

Tipp: Signale an Prozesse senden

In der Prozesstabelle haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Signale an ein laufendes Programm zu übermitteln, etwa zum Beenden, Stoppen oder Fortfahren. Insgesamt unterstützt Linux 29 Signale, 19 davon können Sie in der Prozesstabelle benutzen. So fordert das SIGTERM-Signal einen Prozess auf, sich sofort zu beenden, wobei das Programm dieses Signal abfangen kann. Beenden Sie KWrite mit SIGTERM, blendet der Texteditor wie beim Klick auf die Schaltfläche zum Schließen erst noch einen Dialog ein, in dem er fragt, ob Sie die Änderungen an der Datei speichern wollen.

Programme, die sich aufgehängt haben, reagieren meistens nicht auf das Signal SIGTERM. Mit SIGKILL beenden Sie solche Anwendungen rabiat, da die Programme das Signal nicht abfangen können. So abgeschossene Programme haben keine Gelegenheit mehr, den Speichern-Dialog einzublenden, so dass ungesicherte Daten verloren gehen.

Tipp: Rechnerleistung kontrollieren

Die KDE-Systemüberwachung im System-Menü hat zwei Aufgaben: Sie überwachen damit laufende Programme -- und beenden diese gegebenenfalls --, und Sie kontrollieren die Leistung des eigenen Rechners oder anderer Computer im eines Netzwerk.

In der Voreinstellung behält die Systemüberwachung die Prozessorlast, den Arbeitsspeicher und den benutzten Auslagerungsspeicher im Auge. Möchten Sie weitere Werte beobachten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder erzeugen Sie ein neues Arbeitsblatt oder fügen dem aktuellen weitere Sensoren hinzu.

Ein Arbeitsblatt fügen Sie mit Datei / Neues Arbeitsblatt hinzu (löschen können Sie es mit Datei / Arbeitsblatt entfernen). Im folgenden Dialog legen Sie die Einstellungen fest: Geben Sie den Titel, die Anzahl der Zeilen und Spalten sowie das Aktualisierungsintervall ein. Mit OK erzeugt die KDE-Systemüberwachung das neue Arbeitsblatt auf einem eigenen Registerreiter.

Auf den freien Bereichen eines Arbeitsblattes legen Sie nun die Sensoren ab. Markieren Sie links im Sensorbrowser den gewünschten und ziehen Sie diesen per Drag & Drop rechts auf das Arbeitsblatt. Gibt es mehr als eine Anzeigemöglichkeit, erscheint das Ausklappmenü Anzeigetyp auswählen, sobald Sie die Maustaste loslassen. Dort wählen Sie zwischen

Signal-Plotter und Balkengraphik können mehr als einen Sensor anzeigen; auch ein Sensor-Protokoll kann mehrere aufnehmen (Abbildung 8). Weitere fügen Sie hier einfach hinzu, indem Sie diese mit gedrückter linker Maustaste auf die bestehende Anzeige ziehen.

Wenn Sie viele Sensoren nutzen, sollten Sie das Aktualisierungsintervall auf einen höheren Wert setzen. Ansonsten benötigt die Systemüberwachung viel Rechenleistung, um in kurzen Abständen die Werte zu ermitteln und darzustellen.

Abb. 8: Mit Anzeigetypen wie "Signal-Plotter", "Balkengraphik" und "Sensor-Protokoll" können Sie gleichzeitig mehrere Werte überwachen.

Tipp: Bereichsskala für Sensoren festlegen

Möchten Sie für bestimmte Sensoren statt der automatischen Skala einen eigenen Anzeigebereich definieren? Dann klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Signal-Plotter und wählen Eigenschaften aus dem Kontextmenü. Wechseln Sie zum Register Skalen und schalten Sie dort im Bereich Senkrechte Skala die Automatische Bereichsfeststellung ab. Anschließend geben Sie den Minimalwert und den Maximalwert für die Darstellung ein. Mit OK speichern Sie die Änderungen.

Tipp: Fenster per Drag & Drop verschieben

Normalerweise verschieben Sie Programme über den Eintrag Auf Arbeitsfläche im Kontextmenü der Fensterleiste auf einen anderen virtuellen Desktop, doch aktuelle KDE-Versionen bieten eine viel einfache Möglichkeit, Fenster auf eine bestimmte Arbeitsfläche zu bugsieren: Klicken Sie das Symbol des Fensters im Arbeitsflächenumschalter der Kontrollleiste mit der linken Maustaste an, halten Sie diese gedrückt und ziehen Sie das Fenster auf einen anderen Desktop im Arbeitsflächenumschalter.

Damit Sie die Programmfenster voneinander unterscheiden können, sollten Sie im Kontextmenü des Arbeitsflächenumschalters unter Einstellungen die Optionenen Fenster-Vorschau und Fenster-Symbole aktivieren. Nur wenn Sie sich für die Darstellung der Fenster-Symbole entscheiden, blendet KDE für jedes Anwendungsfenster ein Programm-Icon ein. Ohne diese Option erscheint jedes Fenster als einfaches graues Rechteck im Arbeitsflächenumschalter.

Tipp: Infofenster im Konqueror

Standardmäßig zeigt der KDE-Dateimanager für Grafiken, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, ein Thumbnail an. Diese Minibildchen sind jedoch oft so klein, dass man nicht erkennt, was sich auf dem Bild befindet. Je nach Konfiguration des Konquerors reicht es aus, den Mauszeiger über ein Bild zu bewegen, damit das Programm eine größere Vorschau und weitere Informationen anzeigt (Abbildung 9).

Blendet Konqueror bei Ihnen kein Informationsfenster ein, aktivieren Sie das praktische Feature über Einstellungen / Konqueror einrichten: Setzen Sie im Abschnitt Verhalten Häkchen vor die Optionen Datei-Infos anzeigen und Vorschau in Datei-Infos anzeigen. Mit einem Klick auf OK übernehmen Sie die Einstellungen und schließen den Konfigurationsdialog.

Abb. 9: Haben Sie die "Datei-Infos" aktiviert, zeigt Konqueror Informationen und eine Vorschau an, sobald Sie den Mauszeiger über eine Datei bewegen.

Tipp: Maximale Dateigröße für Vorschaubilder

Wer die Bilder seiner Digitalkamera unter Linux verwaltet, stellt früher oder später fest, dass der Konqueror für einige eine Miniaturvorschau erzeugt, für andere jedoch nicht. Das liegt daran, dass der Dateimanager nur für Dateien bis zu einer bestimmten Größe Thumbnails erzeugt. Sie können den Wert jedoch heraufsetzen, um für alle Bilder eine Vorschau zu erhalten. Die maximale Dateigröße ändern Sie im Abschnitt Vorschauen und Metadaten des Konqueror-Einrichtungsdialogs. Ziehen Sie dort den Schieberegler unter Maximale Dateigröße auf einen höheren Wert, etwa 4 statt der standardmäßig eingestellten 2 MByte (Abbildung 10). Sobald Sie den Dialog mit OK schließen, zeigt Konqueror für alle Bilder, deren Größe 4 Mbyte nicht überschreitet, ein Thumbnail an.

Abb. 10: In diesem Dialog legen Sie fest, ab welcher Dateigröße der Konqueror keine Vorschaubilder mehr erzeugt.

Tipp: Platzfressende Vorschaubilder löschen

Vorschaubilder für Grafiken erstellt Konqueror nicht jedesmal von Neuem, wenn Sie ein Verzeichnis betreten. Die einmal erzeugten Thumbnails speichert er in Unterverzeichnissen des Ordners /home/ihr_benutzername/.thumbnails (Abbildung 11). Dort bewahrt er auch Vorschaugrafiken von Bildern auf, die Sie längst von Ihrer Festplatte gelöscht haben. Wenn Sie durch sehr viele Ordner mit Fotos navigieren, sammelt sich im Verzeichnis .thumbnails schnell eine große Datenmenge an. Müssen Sie kurzfristig Platz schaffen, können Sie den Inhalt des Ordners bedenkenlos löschen. Damit Sie ihn im Konqueror sehen, aktivieren Sie die Option Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen.

Abb. 11: In Unterverzeichnissen des versteckten Ordners ".thumbnails" in Ihrem Home-Verzeichnis speichert Konqueror Vorschaubilder.

Tipp: Tabs im Dateimanager

Konqueror bietet nicht nur im Webbrowser-Modus die praktischen Registerreiter -- auch im Dateimanager öffnen Sie mit der Tastenkombination [Strg-T] einen neuen Tab, in dem Sie durch die lokalen Verzeichnisse navigieren können. Befinden Sie sich auf dem Reiter eines Ordners und möchten ein Unterverzeichnis in einem zweiten Tab öffnen, reicht es aus, den Ordner mit gedrückt gehaltener linker Maustaste auf den zweiten Registerreiter zu ziehen und dort die Maustaste loszulassen -- schon wechselt der Konqueror dort in das gewünschte Verzeichnis.

Tipp: Knopf für die Fensterliste einblenden

KDE zeigt für jedes geöffnete Programm eine Schaltfläche im Fensterabschnitt der Kontrollleiste an. Wenn Sie mit sehr vielen Anwendungen gleichzeitig arbeiten, wird es dort schnell unübersichtlich, da Sie den Text auf den Buttons nicht mehr lesen können. Mit einem mittleren Mausklick auf eine freie Stelle des Desktops blenden Sie die Fensterliste ein, auf der KDE alle Programme nach Arbeitsflächen sortiert anzeigt.

Noch praktischer ist ein Button für die Fensterliste in der Kontrollleiste, da Sie diesen auch erreichen, wenn der gesamte Desktop mit Fenstern zugepflastert ist. Um ihn einzublenden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle der KDE-Leiste und wählen Kontrollleiste einrichten. Wechseln Sie zum Eintrag Fensterleiste und setzen Sie dort ein Häkchen vor die Option Knopf für Fensterliste anzeigen. (amü)

Infos:
[1] Artikel über Prozesskontrolle auf der Kommandozeile: Heike Jurzik, "Prozessen mit der Axt kommen", EasyLinux 09/2006, S. 127, http://www.easylinux.de/2006/09/127-guru-kill/

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