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Erschienen in EasyLinux 01/2007   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Dank der Programmvielfalt und den fleißigen Entwicklern gibt es auch für alte Linux-Hasen immer noch etwas Neues zu entdecken. Diesen Monat verraten wir praktische Tipps zu den Browsern Firefox und Opera.

Tipp: Schnellwahlverzeichnisse im Speichern-Dialog

Nicht nur in Gnome-Programmen finden Sie einen vereinfachten Dialog zum Speichern von Dateien: Dieser Dialog, der in der Standardeinstellung nur wenige Verzeichnisse zur Auswahl anbietet (Abbildung 1), gehört zur Grafikbibliothek gtk2. Sie entscheidet über das Aussehen von Programmen, beispielsweise über Scrollbalken, Schaltflächen und Auswahlboxen. Sie finden diesen Speichern-Dialog in allen gtk2-Anwendungen. Das sind die Programme des Gnome-Desktops; aber auch Applikationen wie Firefox und das Mailprogramm Sylpheed [1] basieren auf gtk2.

Abb. 1: Gnome-Programme und neue Firefox-Versionen zeigen nur einen vereinfachten Dialog zum Speichern von Dateien.

Manch einer schätzt den einfachen Dialog zum Sichern von Dateien, andere Benutzer stört es, dass sie nicht sofort durch ihre Ordner navigieren können und nur wenige Verzeichnisse in der Drop-down-Box In Ordner speichern zur Auswahl stehen. Gerade wenn man viele Dateien speichert, will man nicht alles im Home-Verzeichnis oder auf dem Desktop ablegen, da man so schon nach kurzer Zeit nichts mehr wiederfindet.

Tipp: Dokumentansicht in Xpdf aktualisieren

Im schlanken und schnellen PDF-Betrachter Xpdf [2] aktualisieren Sie die Dokumentansicht mit nur einem Tastendruck: Über [R] lädt Xpdf die geöffnete Datei neu, und Sie sehen, was sich geändert hat. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn Sie den PDF-Export von OpenOffice nutzen, etwas an dem Dokument ändern und es erneut exportieren. Sie müssen Xpdf in diesem Fall nicht schließen und erneut starten, sondern es reicht aus, [R] zu drücken, damit die Anwendung die neu exportierte PDF-Datei anzeigt.

Tipp: Standardprogramm für PDF-Dateien

Wenn Sie im Browser Opera [3] auf einen Link klicken, hinter dem sich ein PDF-Dokument verbirgt, bietet das Programm Ihnen an, die Datei zu speichern oder sie direkt in einem PDF-Betrachter wie dem Acrobat Reader zu öffnen. Um PDF-Dateien ohne Nachfrage sofort zu öffnen, etwa in Xpdf, passen Sie die Dateizuordnung von PDF-Dokumenten in den Opera-Einstellungen an und gewöhnen dem Browser das Einblenden des Downloaddialogs ab. Öffnen Sie dazu über Extras / Einstellungen den Konfigurationsdialog und wechseln Sie auf den Registerreiter Erweitert. Im Abschnitt Downloads legen Sie fest, mit welchem Programm Opera PDF-Dateien einzelne Dateitypen öffnet (Abbildung 2).

Entfernen Sie zunächst das Häkchen vor In Opera aktivierte Dateitypen ausblenden, damit der Browser alle Dateitypen anzeigt. In das Suchfeld mit dem Lupensymbol geben Sie nun pdf ein. Markieren Sie den Eintrag application/pdf und klicken Sie auf Bearbeiten. Möchten Sie, dass Opera PDF-Daten bei einem Klick automatisch in Xpdf öffnet, setzen Sie ein Häkchen vor Mit anderem Programm öffnen und tragen xpdf in die Eingabezeile ein. Dann präsentiert Ihnen das Programm nicht einmal mehr den Downloaddialog, sondern öffnet PDF-Dateien automatisch.

Abb. 2: Im Abschnitt "Erweitert / Downloads" legen Sie fest, welche Optionen Opera Ihnen beim Download bestimmter Dateitypen anbietet.

Tipp: Bestimmte Dateien automatisch speichern

Wer es bevorzugt, Dateien nicht direkt aus dem Browser heraus zu öffnen, sondern PDF-Dokumente immer in einem bestimmten Ordner auf der Festplatte zu speichern, kann auch das in Opera automatisieren: Öffnen Sie dazu den Einrichtungsdialog und wechseln Sie auf dem Registerreiter Erweitert zum Abschnitt Downloads. Deaktivieren Sie die Option In Opera aktivierte Dateitypen ausblenden und suchen Sie nach pdf. Die Einstellungen für diesen Dateityp verändern Sie über die Schaltfläche Bearbeiten. Um PDF-Dateien automatisch in einem bestimmten Verzeichnis zu speichern, aktivieren Sie Auf Festplatte speichern, setzen ein Häkchen vor Nicht nachfragen, sondern direkt speichern in und bestimmen über den Button Auswählen den Speicherordner.

Diese Vorgaben können Sie nicht nur für PDF-Dokumente, sondern auch für jeden anderen Dateityp festlegen. Suchen Sie einfach nach einer Dateiendung und entscheiden Sie sich über Bearbeiten für die gewünschte Aktion. Das ist beispielsweise für Archive mit der Endung tar.gz oder tar.bz2 praktisch, die man selten direkt aus dem Browser heraus öffnet, sondern wahrscheinlich in einem eigenen Downloadverzeichnis speichert.

Tipp: Fische im Opera-Aquarium züchten

Seit Version 8.0 bringt Opera die Möglichkeit mit, zusätzliche Miniprogramme, so genannte Widgets, einzubinden. Neben nützlichen Browsererweiterungen wie Downloadmanager und RSS-Reader gibt es auch reine Spielereien, die nur dem Zeitvertreib dienen. Besonders hoch in der Gunst der Benutzer steht das Aquarium: Dort sind sie nicht nur passiver Beobachter, sondern können Wasserpflanzen, Beleuchtung und neues Seegetier kaufen, Fische züchten und damit handeln.

Sie erhalten das Desktop-Aquarium über Widgets / Widgets hinzufügen. Suchen Sie auf der Seite nach aquarium und klicken Sie auf den Download-Link von SimAquarium. Opera kopiert die Minianwendung auf die Festplatte, startet sie und fragt, ob Sie das Widget behalten möchten. Zu Anfang schaut es im Desktop-Bassin ziemlich langweilig aus: Ein einziger Fisch schwimmt im pflanzenlosen Wasser, und Geld, mit dem Sie auf große Einkaufstour gehen könnten, besitzen Sie noch nicht. Jede Minute verdienen Sie einen Dollar.

Um Fische zu züchten, benötigen Sie zwei Exemplare einer Rasse: Klicken Sie auf Manage Aquarium und kaufen Sie unter Animals einen weiteren Southern platyfish für 10 $. Wer es etwas farbiger mag, entscheidet sich für den Erwerb zweier Guppys für 32 $. Wenn Sie jetzt direkt auf Nachwuchs warten, werden Sie darüber alt: In der kargen Seelandschaft mögen Ihre Fische nicht miteinander anbandeln. Sie sollten also zumindest mit den Water plants (Wasserpflanzen) unter Sceneries eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Allerdings lässt auch dann der Kindersegen noch auf sich warten: Ihre Aquariumsbewohner schätzen für Schäferstündchen ein etwas gedämpfteres Licht. Dieses Bedürfnis befriedigen Sie auf der Registerkarte Lightning, auf der Sie 90$ in die schwarze Glühbirne investieren (Abbildung 3).

Jetzt müssen Sie nur noch ein wenig Geduld haben, und schon nach kurzer Zeit tummeln sich mehrere Guppys oder Platyfishes im Wasser. Diese können Sie dann verkaufen und den Erlös für den Erwerb teurerer Fische verwenden. Welche Umgebung und welches Licht die einzelnen Rassen benötigen, um sich zu vermehren, ist unterschiedlich; es gilt also, ein wenig zu experimentieren.

Abb. 3: Nur bei passender Beleuchtung und Umgebung vermehren sich die Fische im Opera-Aquarium.

Tipp: Einkaufskasse des Opera-Aquariums füllen

Dauert Ihnen die Fischzucht im Opera-Aquarium zu lange, gibt es noch eine weitere -- nicht ganz ehrliche -- Möglichkeit die Einkaufskasse zu füllen: Sie können mit einem Texteditor wie KWrite die Konfigurationsdatei der Opera-Widgets ändern und sich so eine Finanzspritze verpassen. Merken Sie sich dazu zunächst den aktuellen Kontostand, etwa 1264 $. Schließen Sie danach Opera, da der Trick nur funktioniert, wenn der Browser nicht läuft. Navigieren Sie nun im Konqueror in den Ordner .opera/widgets in Ihrem Home-Verzeichnis. Standardmäßig zeigt der KDE-Dateimanager versteckte Verzeichnisse, deren Namen mit einem Punkt beginnen, nicht an. Ist das bei Ihnen der Fall, blenden Sie diese über Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen ein. Im Ordner widgets öffnen Sie die Datei widgets.das mit einem Texteditor. Suchen Sie dort nach Ihrem aktuellen Kontostand, bis Sie eine Zeile wie

<value id="val #18" xml:space="preserve">1264</value>

finden. Hinter dem Wert Nr. 18 (val #18) verbirgt sich Ihr Guthaben. Um schnell an Geld zu kommen, setzen Sie den Wert herauf, etwa auf 5000, und speichern die Datei widgets.dat. Wenn Sie das Aquarium das nächste Mal starten, dürfen Sie sich über ein dickes Finanzpolster freuen.

Tipp: Websuche mit Vorschau in Firefox

Erweiterungen, auch "Extensions" genannt, statten den Browser Firefox mit vielen zusätzlichen Funktionen aus. Eine Extension versieht die Treffer von Google- und Yahoo-Suchen mit Vorschaubildern der gefundenen Seiten. Bei einer Suche auf Amazon zeigt die Vorschau die gefundenen Produkte an.

Um diese Firefox-Erweiterung einzuspielen, wählen Sie Extras / Erweiterungen aus dem Menü und klicken im folgenden Dialog auf Erweiterungen herunterladen. Firefox steuert daraufhin die Webseite mit den Browsererweiterungen an. Scrollen Sie dort nach unten und geben Sie ins Suchfeld Google Preview ein. Bei den Suchergebnissen steht die Extension GooglePreview an erster Stelle. Klicken Sie diese an, um zur Beschreibung der Erweiterung zu gelangen. Dort können Sie die Vorschau dann über den Button Install now einspielen. Firefox zeigt sie danach in der Liste der Erweiterungen an. Um die Extension zu nutzen, müssen Sie Firefox neu starten.

Der nächste Start dauert etwas länger als sonst. Dass die neue Erweiterung installiert und aktiv ist, erkennen Sie an dem GP in der Statusleiste. Sobald Sie nun bei Google oder Yahoo nach einem Begriff suchen, erscheint links neben den Ergebnissen eine Vorschau der Seiten (Abbildung 4). Starten Sie eine auf Amazon beschränkte Suche (das erreichen Sie mit Eingabe von suchbegriff site:amazon.de in das Suchfeld von Yahoo oder Google), zeigt Firefox keine Vorschau der gefundenen Seiten, sondern der gefundenen Artikel, etwa die von Büchern und DVDs, an. Um die Vorschaubilder zu deaktivieren, klicken Sie auf das GP in der Statusleiste, das Firefox dann durchgestrichen anzeigt. (amü)

Abb. 4: Die Firefox-Extension "GooglePreview" blendet zu einer Google-Suche Vorschaubilder der gefundenen Webseiten ein.
Infos
[1] Sylpheed-Artikel: Andrea Müller, "Schnell wie der Wind", EasyLinux 03/2004, S. 42 ff., http://www.easylinux.de/2004/03/042-sylpheed/
[2] Xpdf-Artikel: Andrea Müller, "PDF-Express", EasyLinux 12/2005, S. 46 f.
[3] Opera-Artikel: Andrea Müller, "Alles unter einem Dach", EasyLinux 09/2006, S. 58 ff., http://www.easylinux.de2006/09/058-opera/

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