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Erschienen in EasyLinux 01/2007   »   Ausgabe bestellen

Rubrik: Hardware

Schlagwort: Funkkopfhörer

Drei drahtlose Ohrhörer im Test

Funken wie die Großen

Marcel Hilzinger


Wer während der Arbeit oft Musik hört, kennt das Problem mit dem störenden Kabel. Für Abhilfe sorgen drahtlose Kopfhörer. Dieser Artikel stellt drei spezielle Modelle für den PC vor und erklärt dabei, wie USB-Soundkarten funktionieren.

Bestimmt ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie in Anzeigen Geräte ohne Kabel abgebildet werden, damit Sie schicker und praktischer aussehen. Das Paradebeispiel stellen kabellose Lautsprecher dar, die den Strom nicht über Batterien sondern ein externes Netzteil beziehen, sodass letztendlich anstelle des Lautsprecherkabels das Stromkabel doch im Weg ist. Die von EasyLinux getesteten drahtlosen Kopfhörer (siehe Tabelle "Dreimal drahtlos") kommen wirklich ohne Kabel aus. Das Logitech-Modell bringt zwar einen Netzadapter mit, um den Akku des Ohrhörers aufzuladen, während des Abspielens wird dieser jedoch nicht benötigt. Die Batteriebetriebenen Ohrhörer von Conceptronic und Vivanco benötigen überhaupt keine Kabel.

In der Packung der Funkkopfhörer befinden sich in der Regel der Sender (Dongle), den Sie über den USB-Anschluss mit Ihrem Rechner verbinden, sowie die Ohrhörer. Das Logitech-Modell bringt zusätzlich ein USB-Dock mit Verlängerungskabel mit. Es erleichtert das Ein-und Ausstecken des Dongles, falls der USB-Anschluss sich hinter dem Rechner befindet. Einen positiven Einfluss des Docks auf die Sendeleistung der Kopfhörer -- wie ihn die Dokumentation beschreibt -- konnten wir nicht nachweisen.

Dreimal drahtlos
Wireless Computer HeadphoneWireless Headphones for PCWireless USB Digital 2.4 GHz
HerstellerConceptronicLogitechVivanco
UmfangUSB-Dongle, Kopfhörer, zwei AA-BatterienUSB/Bluetooth-Dongle, Kopfhörer, USB-Dock mit Verlängerungskabel (1,8 m)USB-Dongle, Kopfhörer, zwei AA-Batterien
TechnologieFunkFunk / BluetoothFunk
max. Reichweite: gemessen (offiziell)30 m (20 m)20 m (50 m)30 m (30 m)
Gewicht175 g95 g175 g
Stromversorgung2 x AA BatterienLadegerät, Akku2 x AA Batterien
Preis (ca.)55 Euro80 Euro55 Euro

Einstecken, abspielen

Aktuelle Linux-Distributionen unterstützen die drei Testgeräte problemlos. Den USB-Dongle erkennen Sie als externe USB-Soundkarte. Unter Suse und Mandriva Linux fragt Sie der distributionseigene Hardware-Assistent, ob Sie das gefundene Gerät einrichten möchten. Diese Frage können Sie jeweils verneinen. Die neue Hardware funktioniert ohne spezielle Einrichtung. Ubuntu zeigt bei neuer Hardware keine Benachrichtigungen an. In allen drei Fällen überprüfen Sie folgendermaßen, ob das System die Soundkarte erkannt hat:

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] und den Befehl konsole ein Terminalfenster.
  1. Geben Sie den Befehl aplay -l ein und drücken Sie die Eingabetaste. Sie sehen jetzt eine Liste, die mit List of PLAYBACK Hardware Devices beginnt. Hier sollten Sie mindestens zwei Einträge sehen, einen für Karte 0 und einen für Karte 1. Auf einigen Rechnern zeigt die Ausgabe mehrere Einträge pro Soundkarte an, achten Sie deshalb auf den Namen der Karte. Befinden sich in Ihrem Rechner bereits mehrere Soundkarten, zeigt die Ausgabe Karte 0, Karte 1 und Karte 2 an und so weiter. Normalerweise steht hinter der Kartenbezeichnung auch der Name des Gerätes, zum Beispiel Logitech Music Anywhere oder einfach USB-Audio (Vivanco und Conceptronic). Abbildung 1 zeigt sämtliche Testgeräte in der Ausgabe von aplay -l im KDE-Terminalfenster.

Abb. 1: In der Konsole erkennen Sie, ob KDE die USB-Soundkarte erkannt hat. Karte 1 bis 3 sind unsere Testgeräte.

In der Regel möchten Sie die neue Soundkarte nicht als Hauptkarte benutzen, sondern nur mit bestimmten Anwendungen. Der Artikel beschreibt deshalb im Folgenden, wie Sie die Funkkopfhörer für Amarok, Kaffeine und Xmms einrichten. Möchten Sie die neue Soundkarte als Haupt-Soundquelle benutzen, müssen Sie diese über das Konfigurationswerkzeug Ihrer Distribution einrichten.

Drei Player

Die meisten Multimedia-Anwendungen unter Linux können mit meheren Soundkarten umgehen. Benutzen Sie den Winamp-Klon XMMS, führen Sie folgende Schritte durch, um den USB-Dongle als Abspielgerät zu benutzen:

  1. Starten Sie XMMS über [Alt-F2] und den Befehl xmms.
  1. Drücken Sie [Strg-P], um den Einstellungsdialog zu öffnen.
  1. Wählen Sie unter Ausgabe-Plugin den Eintrag ALSA Ausgabe-Plugin [libALSA.so] aus und klicken Sie auf Konfigurieren.
  1. Klicken Sie auf die Liste Audio-Gerät und wählen Sie den Eintrag USB-Audio (Conceptronic und Vivanco) beziehungsweise Logitech Music Anywhere USB (Logitech) aus.

Nach Klicks auf OK und Übernehmen startet xXMMS die Wiedergabe über den Funkkopfhörer.

Auch unter der KDE-Jukebok Amarok lässt sich das Ausgabegerät festlegen:

  1. Öffnen Sie Einstellungen / Amarok einrichten / Audio-Ausgabe.
  1. Wählen Sie unter Ausgabemodul den Eintrag Alsa aus und klicken anschließend auf Anwenden.
  1. Tragen Sie in den Feldern Mono, Stereo, 4 Kanäle und 6 Kanäle ein, welches Gerät Amarok für die Audioausgabe benutzen soll. Bei default benutzt der Player die zuerst erkannte Soundkarte. Um Musik über die USB-Soundkarte auf den Funkkopfhörer zu senden, geben Sie in den Feldern Mono und Stereo jeweils das Gerät hw:1,0 an (Abbildung 2).

Abb. 2: Um Musik über den USB-Dongle abzuspielen, müssen Sie in Amarok als Alsa-Gerät "hw:1,0" einrichten.

Nach einem Klick auf OK spielt Amarok die Musik über den Funkkopfhörer, die übrigen KDE-Programme benutzen weiterhin die bereits eingerichtete Soundkarte. Analog zu Amarok ändern Sie auch die Soundausgabe des KDE-Mediaplayers Kaffeine:

  1. Starten Sie Kaffeine und wählen Sie Einstellungen / Xine-Parameter / Audio.
  1. Wechseln Sie auf den Reiter Experten Optionen und scrollen Sie bis zum Eintrag device.alsa_front_device Gerät für die Stereoausgabe. Tragen Sie hier anstelle von default das Gerät hw:1,0 ein.

Nach einem Klick auf OK sind die Funkkopfhörer als Ausgabegerät eingerichtet und Kaffeine ist bereit für das Playback.

Welchen wählen

Wenn Sie mit dem Kauf der Logitech-Kopfhörer liebäugeln, sollten Sie in jedem Fall zunächst eine Hör- und Sitzprobe durchführen. Die Redaktion war sehr geteilt, was den Tragekomfort der Ohrhörer betrifft (der Bügel kommt hinter den Kopf, nicht auf den Kopf). Sitzen diese nicht richtig, beeinflusst dies auch die Tonqualität. Die Kopfhörer von Conceptronic und Vivanco sitzen fest über dem Ohr, was für einen satten Sound sorgt, ohne störende Nebengeräusche. Andererseits drücken die Logitech-Hörer auch nach mehreren Stunden Musikgenuss nicht auf die Ohren.

Auch die Reichweite der Geräte ist nicht identisch. Logitech verspricht auf der Packung eine maximalen Empfang von 50 Metern. Tests in der Redaktion ergaben aber, dass bei rund 20 Metern der störungsfreie Empfang nicht mehr sichergestellt ist. Die Ohrhörer von Conceptronic und Vivanco brachten es je nach ausgewähltem Kanal auf 25 bis 30 Meter. Interessant hier, dass Conceptronic auf der Verpackung lediglich 20 Meter verspricht, Vivanco hingegen 30 Meter.

Die Abspielzeit für die Batteriebetriebenen Kopfhörer gibt Vivanco mit maximal 8 Stunden an, Conceptronic mit 6 Stunden. Im Dauertest gab unser Testgerät nach knapp 7 Stunden keinen Ton mehr von sich. Mit wiederaufladbaren Akkus dürfte die Betriebsdauer rund 4-5 Stunden betragen. Das Logitech-Set bringt einen Akku mit, der sich über das mitgelieferte Netzteil oder ein USB-Kabel aufladen lässt. Mit vollem Akku spielt der Kopfhörer knapp 8 Stunden, wobei sich die Lebensdauer des Akkus erfahrungsgemäß über die Monate verringert.

Das Logitech-Headset funkt zudem nicht nur mit traditionellem 2,4-GHz-Funk sondern beherrscht auch Bluetooth. Somit lässt es sich auch ohne Dongle an einen Linux-Rechner anschließen, der über einen Bluetooth-Adapter verfügt. Im Bluetooth-Modus können Sie zudem über die zusätzlichen Tasten am Ohrhörer zum nächsten/vorherigen Stück springen. Mit der Einrichtung von Bluetooth-Kopfhörern befasst sich ein Artikel in Ausgabe 02/2007 unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser. (mhi)

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