claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 02/2007   »   Ausgabe bestellen

Neue Software

Heike Jurzik

IHU: Ruf doch mal an!

Internettelefonie ist in aller Munde: Ob kommerzielle Programme wie Skype oder freie Projekte wie OpenWengo -- VoIP ("Voice over IP") ist in. Während die meisten bekannten Clients auf eine zentrale Vermittlungsstelle setzen, ermöglicht IHU ("I Hear U" = "ich höre dich") eine direkte Kommunikation zwischen zwei Gesprächteilnehmern über deren Computer. Session-Protokolle, wie SIP ("Session Initiation Protocol") oder H323, bleiben außen vor; lediglich die IP-Adresse oder der Rechnername der Gegenstelle ist für den Peer-to-Peer-Plausch über TCP ("Transmission Control Protocol") oder UDP ("User Datagram Protocol") erforderlich.

IHU zeichnet sich durch eine gute Tonqualität mit einstellbarer Bitrate des Audiostreams und eine übersichtliche Oberfläche (in der aktuellen Version leider nur in Englisch) aus. Wird das Programmfenster geschlossen, nistet sich die Plaudertasche als Icon im Systemabschnitt der Kontrollleiste ein und ändert die Farbe, wenn jemand anklingelt. Um die Privatsphäre zu wahren, bietet der VoIP-Client weiterhin eine Verschlüsselungsoption für den Datenstrom an. Praktisch ist auch die Möglichkeit, Gespräche mitzuschneiden. Derzeit ist IHU lediglich in der Lage, zwei getrennte Audiodateien aufzunehmen -- eine für die eigene Stimme und eine für die Gegenstelle --, als Anrufbeantworter eignet sich diese Funktion aber allemal.

Abb. 1: Wenn das Softphone klingelt, informiert IHU darübr, wer anruft.

Neues aus der Browserwelt: Opera 9.10

Webbrowser, E-Mail-Client, Downloadmanager und IRC-Programm in einem: Opera bietet mehr als reines Surfvergnügen. Version 9.10 des beliebten Browsers enthält neben vielen Verbesserungen und Fehlerkorrekturen einen überarbeiteten Phishing-Schutz: Nach Firefox und Internet Explorer bietet nun auch Opera Schutzmaßnahmen gegen den Betrug mit gefälschten Webseiten. Dazu schickt der Browser die Adressen der besuchten Seiten an einen zentralen Server, der die URLs mit einer Datenbank bekannter Phishing-Sites abgleicht. Ist die Webseite dort schon einmal negativ aufgefallen, blockiert Opera den Zugriff.

Abb. 2: Sicher gegen Betrüger: Ein Klick auf das "i" in der Adresszeile verrät mehr über die angezeigte Webseite.

Gute Transferleistung: Downloadmanager D4X

Wer eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung hat und oft große Datenmengen herunterlädt, sollte sich den Downloader for X, kurz D4X, ansehen. Mit Hilfe dieses Programms ist es möglich, mehrere Dateien gleichzeitig herunterzuladen und die Downloads in verschiedenen Warteschlangen zu organisieren. Ein praktisches Feature ist der so genannte Scheduler, mit dem Sie Downloads zeitlich steuern. Auf diese Weise laden Sie große Datenmengen zum Beispiel bequem nachts herunter, wenn die Leitung frei ist. Bandbreite spart D4X über die eingebauten Geschwindigkeitsbegrenzungen; so drosseln Sie die Downloadrate, wenn Sie beispielsweise gleichzeitig surfen. Eine Integration in den Webbrowser Firefox, zahlreiche Konfigurationsoptionen, mehrere Icon-Themes und Sounds für die verschiedenen Ereignisse runden das Bild ab -- freie Fahrt auf der Datenautobahn.

Abb. 3: Der Downloader for X hilft bei der Verwaltung Ihrer Downloads.

Plaudertasche XChat

Das Netz schläft nie, und auch im IRC ("Internet Relay Chat") tummeln sich rund um die Uhr Menschen. Im Gegensatz zu Instant Messaging, unterhalten sich im IRC oft mehrere Benutzer gleichzeitig in virtuellen Chaträumen, so genannten Kanälen (englisch "Channels"). Darüber hinaus sind private Unterhaltungen möglich, und auch der Datentransfer über das in IRC integrierte DCC-Protokoll ist möglich.

Einer der beliebtesten IRC-Clients ist XChat: Mit diesem GTK+-basiertem Programm plaudern nicht nur Linux-Anwender, sondern auch Benutzer anderer Unix-Derivate und Windows-Anhänger. Für Mac OS X steht der Ableger XChat Aqua zur Verfügung. Eine übersichtlich gestaltete grafische Oberfläche bietet schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, so dass sich auch IRC-Neulinge schnell zurechtfinden sollten. Alte Chat-Hasen dürften sich über zahlreiche Plug-ins und Skripte für die verschiedenen Plattformen freuen, mit denen Sie die Fähigkeiten von XChat problemlos erweitern.

Abb. 4: Plaudern rund um die Uhr -- im IRC ist immer etwas los.

Living in a Box

Virtualisierung ist in -- Programme, wie VMware, Parallels oder Qemu, emulieren einen kompletten PC, in dem Sie fast jedes Betriebssystem installieren. Die alten Platzhirsche bekommen nun Konkurrenz in Form von VirtualBox, seit Version 1.3.2 unter der GPL frei verfügbar. Hersteller InnoTek bietet seine virtuelle Maschine in zwei Varianten an: die Open Source Edition (OSE) und eine Version unter proprietärer Lizenz mit zusätzlichen Features, die aber für private Zwecke kostenfrei genutzt werden darf.

VirtualBox läuft als Host unter Windows 2000, XP und Server 2003 sowie auf aktuellen 32-Bit Linux-Systemen. Als Gastgeber zeigt sich die Anwendung großzügig und beherbergt neben Windows NT 4, 2000, XP, Server 2003 und Vista auch Systeme, wie z. B. OS/2 Warp, Linux mit Kernel 2.4 und 2.6 sowie OpenBSD. Eine Snapshot-Funktion friert den aktuellen Status des Gastsystems ein, so dass Sie einen bestimmten Zustand zu jeder Zeit wiederherstellen. Weiterhin stehen so genannte Guest Additions zur Verfügung. Es handelt sich um Erweiterungen, die beispielsweise die dynamische Größenanpassung das Gastdesktops beim Verändern der VirtualBox-Fenstergröße erlauben und zusätzliche Maus-Features bereitstellen, so dass der Emulator automatisch erkennt, ob sich die Maus inner- oder außerhalb der virtuellen Maschine befindet. Weitere Informationen und einen ausführlichen Test lesen Sie auch im Artikel "System-Zoo" ab Seite 69 dieser Ausgabe.

Abb. 5: Bühne frei für einen neuen Virtualisierungskünstler: VirtualBox im Einsatz.

Tauschbörse im Netz: KTorrent

BitTorrent ist eines der größten Filesharing-Netze weltweit und eignet sich besonders gut zum Austausch von großen Dateien wie ISO-Images von Distributionen. Anders als bei Protokollen wie HTTP und FTP nutzt die BitTorrent-Technik auch die Upload-Kapazitäten der Benutzer, die Daten herunterladen -- auch wenn diese erst unvollständig auf der Platte liegt. Das sorgt für eine geringere Belastung der Server, da Daten auch von Benutzer zu Benutzer verteilt werden (Peer-to-Peer).

Wer an der Tauschbörse teilnehmen möchte, braucht einen BitTorrent-Client. Das KDE-Projekt liefert mit KTorrent seinen eigenen Client aus. Neben dem reinen Download bietet die Anwendung eine Möglichkeit, den eigenen Upload zu drosseln, und eine eingebaute Suchfunktion, mit Sie Torrent-Dateien im Netz aufspüren. Weitere praktische Features sind die Wiederaufnahme abgebrochener Übertragungen von anderen BitTorrent-Clients, das gezielte Herunterladen einzelner Dateien aus BitTorrent-Archiven und das Blockieren bestimmter IP-Adressen. (tle)

Abb. 6: Viele Distributoren nutzen BitTorrent zum Verteilen ihrer neuesten Releases.

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2008-11-05 17:26

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]