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Martin Loschwitz
Das Internet ist als Wissensquelle aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken; wann immer eine Information benötigt wird -- im World Wide Web findet man sie meist am schnellsten. Die Informationsmassen haben nur den Nachteil, dass viele der Möglichkeiten des WWW mangels Kenntnis nicht genutzt werden und brach liegen. Dieser Artikel löst das Problem, zumindest soweit es sich um Linux dreht: Wir verraten, welche Seiten interessant sind, welche Sie kennen müssen und wo Sie nützliche Informationen finden, wenn es hakt.
Bevor Sie Linux überhaupt installieren, sollten Sie wissen, ob und inwiefern Linux Ihre Hardware unterstützt. Zwar kommt das freie Betriebssystem mittlerweile mit einem Großteil der gängigen Desktop-Hardware klar, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
Eine große Hilfe bei der Frage, ob Ihre Hardware Linux-tauglich ist, ist die Hardware-Kompatibilitätsliste des OpenSuse-Projekts ("Hardware Compatibility List", HCL). Die vollständige Liste [1] ist englischsprachig (Abbildung 1), die deutsche Version [2] ist in vielerlei Hinsicht nicht so aktuell wie die englische. Hersteller- und Modellnamen unterscheiden sich zwischen den Sprachen nicht. Im rechten Teil der Startseite haben Sie die Möglichkeit, nach Systemtypen (Laptops, Desktop-PCs oder Servern) zu suchen. Im unteren Teil der Seite suchen Sie spezifisch einzelne Geräte in der HCL.
Die Aussagen der HCL von OpenSuse beziehen sich übrigens nicht nur auf diese Distribution, sondern auf den Linux-Kernel: Sie gelten darum für alle Distributionen.
Auf der Novell-Website findet sich eine weitere, sehr interessante Artikelsammlung: Unter dem Stichwort Cool Solutions [3] gibt der Hersteller Tipps und verrät Tricks, wie Sie aus Ihrem System mit kleinen Kniffen mehr herausholen. Der Pferdefuß: Die Aussagen gelten nur für Suse Linux und sind zur Zeit nur in Englisch verfügbar.
Erste Anlaufstelle für Informationen zu Ihrem System ist die Homepage Ihres Distributors -- welche Adresse diese hat, lesen Sie in der (Online-) Dokumentation nach, die dem System beiliegt. Über die Standardwebsite hinaus bieten einige Distributoren aber noch weitere Dienste an, die Sie mit Informationen rund um Ihr System versorgen. So gehört es mittlerweile zum guten Ton, dass es zu jeder größeren Distribution ein eigenes Wiki gibt, in das Benutzer und Entwickler gemeinsam Informationen einpflegen.
So gibt es beispielsweise ein Suse-Wiki [4], ein Mandriva-Wiki [5] und das offizielle Ubuntu-Wiki [6]. Ubuntu-Anwendern steht außerdem ein inoffizielles Wiki [7] zur Verfügung, das viele Anleitungen und Erklärungen für den Alltag enthält. Es ist nach Stichwörtern und auch nach Themen sortiert. Entsprechend dem Wiki-Prinzip können Sie in allen Systemen die Seiten nach erfolgreicher Erstellung eines Benutzerzugangs so verändern, wie es Ihnen gefällt.
Wenn Sie von Zeit zu Zeit frischen Wind über Ihre Platte fegen lassen möchten, dann ist Freshmeat [8] genau das Richtige für Sie. In loser Reihenfolge stellt die Website neue Versionen von Programmen oder ganz neue Software vor. Die Beschreibungen sind englischsprachig, zu jedem Programm gibt es neben Links zur Homepage und zu direkten Downloadseiten oft auch Screenshots vom Programm. Die Direktlinks zu RPM- und Debian-Paketen beschleunigen die Installation.
Wenn Sie keine Nachricht über Ihr favorisiertes Betriebssystem verpassen möchten, gibt es mehrere Quellen für Neuigkeiten, die eine regelmäßige Lektüre lohnen. Zunächst ist der Newsticker der Linux-Community [9] eine gute Anlaufstelle für Linux-Neuigkeiten; es gibt ihn auch als RSS-Feed [10]. Zusätzlich empfiehlt sich auch der Newsticker des Heise-Verlags [11], der neben Linux-News viele andere Nachrichten aus der IT-Welt enthält (RSS-Feed unter [12]). Die dritte große News-Seite im Netz ist Golem [13], hier finden Sie ebenfalls reichlich ausführliche Meldungen zu Linux-Nachrichten.
Alle großen Distributoren betreiben Mailinglisten-Systeme. Bevor Sie selbst eine Anfrage an ein Forum oder eine Mailingliste richten, sollten Sie in diesen Archiven suchen -- es ist wahrscheinlich, dass ein anderer Benutzer vor Ihnen das gleiche oder ein ähnliches Problem hatte und in den Mailinglisten eine Lösung fand. Die Suse-Mailinglisten finden Sie unter [14], bei Mandriva suchen Sie auf [15] und das junge Ubuntu-Projekt hostet sein Listenarchiv unter [16]. Die EasyLinux-Redaktion hat für die Leser dieses Hefts eigene Mailinglisten eingerichtet [17], auf denen es nicht nur um allgemeine Linux-Fragen, sondern auch ganz speziell um Probleme geht, die im Zusammenhang mit aktuellen Artikeln oder mit der Installation der EasyLinux Starter Kits stehen.
Wenns Linux-technisch einmal brennt, besteht kein Grund zur Panik: Im Netz gibt es für jede größere Distribution Foren und Mailinglisten, die sich um gestrandete Benutzer kümmern und ihnen aus der Patsche helfen.
Natürlich darf in dieser Linksammlung Slashdot nicht fehlen. Vielleicht haben Sie in einem Internetforum schon mal gelesen, dass eine Seite "geslashdotted" wurde -- gemeint war dann die Seite Slashdot [22], die ein Newsticker ist, unter deren Artikeln sich aber auch Buchbesprechungen und Kommentare finden. Obwohl die Nachrichten in englischer Sprache verfasst sind, sind sie sprachlich meist simpel gehalten und mit geringen Englischkenntnissen verständlich. Slashdot hat in der Linux-Gemeinde nicht zuletzt wegen der langen Zeit, die es diese Seite schon gibt, Kultstatus.
Zum Schluss soll freilich auch der Humor nicht zu kurz kommen. Gleich mehrere Comic-Serien im Netz streiten um die Gunst des Lesers. Die Bekanntesten sind mit Abstand UserFriendly [23] und Dilbert [24]. Täglich stellen die Zeichner J. D. Frazer und Scott Adams kleine Comics online, die die neuesten Geschehnisse in der IT-Welt aufs Korn nehmen. Zwar sind die aktuellen Comicstreifen nur in englischer Sprache verfügbar, aber der Stil ist -- wie es sich für Comics gehört -- so simpel, dass Sie selbst mit rudimentären Englischkenntnissen weiterkommen sollten. Die VDI-Nachrichten [25] bieten eine deutsche Dilbert-Übersetzung älterer Cartoons.
Wer außerdem parodistisches Kanonenfutter rund um Microsoft und Linux sucht, der ist beim Humorix-Projekt [26] richtig. Im seit 1998 geführten Archiv findet sich ein großer Haufen Witze und Fake-Meldungen -- also Meldungen, die wie aus einem der offiziellen Newsticker klingen, aber in Wirklichkeit nur gut gemachte Enten sind. (hge)
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Last modified: 2008-11-05 17:26
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