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Marcel Hilzinger
Wer jetzt auf WLAN umsteigen möchte, hat gute Chancen, einen USB-Adapter zu finden, der mit Linux zusammenarbeitet. Für die meisten Geräte gibt es Treiber im Internet. Dieser Artikel erklärt einige WLAN-Grundlagen und zeigt, wie Sie einen Adapter mit Linux-Treibern oder per Ndiswrapper einrichten und mit einem Access Point verbinden. In der zweiten Hälfte beschreibt der Artikel, wie Sie die WPA-Verschlüsselung aktivieren.
Auf der Verpackung von WLAN-Produkten treffen Sie in der Regel die Aufschrift 802.11b oder 802.11g an. Die Zahlen 802.11 bezeichnen dabei die Norm IEEE 802.11 für WLAN-Produkte. Der Buchstabe (a, b oder g) kennzeichnet die Geschwindigkeit. A-Geräte sind mit einer Datenrate von maximal 54 Mbit/s zwar deutlich schneller als B-Geräte (11 MBit/s), sie haben sich jedoch aufgrund höherer Hardwarekosten nicht durchgesetzt. Aktuell am weitesten verbreitet sind G-Geräte: Die im Artikel getesteten USB-Adapter unterstützen alle diesen Standard. Sie übertragen Daten ebenfalls mit einer Geschwindigkeit von 54 MBit/s. Zurzeit arbeitet die IEEE an der Verabschiedung der Spezifikation 802.11n. Die neueste Generation von WLAN-Geräten soll Brutto-Übertragungsraten von bis zu 108 MBit/s (13,5 MByte/s) bringen. Details dazu lesen Sie im Kasten "Mimo & Co.".
| Mimo & Co. |
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Wer sich in den Regalen der WLAN-Hardware umschaut, trifft bei jeder zweiten Box auf einen Aufkleber, der besonders hohe Übertragungsraten verspricht. Bei diesen Geräten handelt es sich um nicht normierte Eigenentwicklungen des jeweiligen Anbieters. Die Hardware-Hersteller setzen dazu zwar auf die Spezifikation des kommenden Standards 802.11n -- da dieser aber voraussichtlich erst Ende 2007 endgültig verabschiedet wird, kann man nicht von Standardhardware sprechen. Am weitesten verbreitet zur Kennzeichnung dieser neuen Highspeed-WLAN-Geräte sind die Bezeichnungen Mimo, Pre-N und g+ (auch schon g++). Bei Mimo handelt es sich streng genommen nicht um eine Norm, sondern eine technische Lösung: Multiple-Input-Multiple-Output-Geräte senden nicht nur über eine Antenne, sondern benutzen gleich mehrere (in der Regel drei). Dadurch lässt sich der Datendurchsatz von 802.11g-Geräten bis auf 240 Mbit/s steigern. Da Pre-N-Geräte abwärts mit den Standards 802.11b/g kompatibel sind, lassen sich solche Adapter auch unter Linux nutzen. Allerdings sind für das perfekte Zusammenspiel von Router und Endgerät Produkte vom gleichen Hersteller nötig. Selbst dann funktionieren die meisten Adapter nur über den Windows-Treiber (Ndiswrapper) im 108-Mbit-Modus. Wir raten deshalb, mit dem Kauf von Pre-N-Geräten abzuwarten, bis der Standard feststeht. Dann wird es auch entsprechende Linux-Treiber geben. |
Die meisten aktuellen USB-Adapter benutzen einen Ralink-Chipsatz, der unter Linux mit dem Treiber rt73 funktioniert. Aktuelle Versionen von Ubuntu und Suse Linux bringen dafür sogar Treiber mit. Allerdings funktionieren diese mangels Firmware nicht. Sie finden deshalb auf der Heft-DVD den Treiber für WLAN-Sticks mit einem Ralink-73-Chipsatz. Der Artikel erklärt im Folgenden, wie Sie diesen installieren. Beachten Sie, dass der Treiber nur mit den USB-Sticks funktioniert, für die in der Tabelle "Testgeräte im Überblick" als Treiber das Kernelmodul rt73 aufgeführt ist. Viele Hersteller wechseln zudem die Chipsätze der Hardware, ohne den Gerätenamen zu ändern. Ältere WLAN-Sticks mit einer identischen Typenbezeichnung funktionieren deshalb mit den beiliegenden Treibern nicht unbedingt. Im Zweifelsfall hilft die EasyLinux-Mailingliste [1]. Treiber für andere WLAN-Geräte mit Ralink-Chipsatz finden Sie auf der Homepage von Serialmonkey [2]. Einen Test von PCI-, USB- und Cardbus-Geräten lesen Sie auch in der März-Ausgabe des LinuxUser [3].
Damit Ihr System aus dem Quellcode das erforderliche Kernelmodul erstellen kann, müssen Sie vor der Installation des eigentlichen Treibers einige Pakete nachrüsten. Unter Suse Linux sind dazu folgende Schritte nötig:
Benutzer von Ubuntu installieren über den Paketmanager oder per apt-get install die Pakete linux-headers-Kernelversion und build-essential. Die passende Kernelversion verrät Ihnen die Ausgabe des Befehls uname -r in einem Terminalfenster.
Unter Mandriva Linux müssen Sie folgende Vorbereitungen treffen:
Um ein Kernelmodul von Hand zu bauen, sind einige Arbeitsschritte auf der Konsole nötig. EasyLinux hat deshalb ein Skript geschrieben, das Ihnen diese Arbeit abnimmt. Sie finden es zusammen mit dem Treiber auf der Service-Kit-DVD im Verzeichnis heft-cd/wlan. Sollte bei der Installation des Treibers etwas nicht wie geplant klappen, finden Sie im Guru-Training Altes Handwerk auf Seite 126 einen Artikel, der die manuelle Installation erklärt.
Das Skript überprüft in einem ersten Durchgang, ob die Kernelquellen und die nötigen Entwicklerwerkzeuge installiert sind. Es zeigt Ihnen dazu ein Hinweisfenster an (Abbildung 1).
Danach übersetzt es den Treiber. Dieser Vorgang dauert je nach Rechner fünf bis 20 Minuten. Verlief das Kompilieren erfolgreich, erscheint ein weiteres Fenster, das Sie auffordert, den USB-Stick an den Rechner anzuschließen (Abbildung 2). Falls der Adapter bereits mit dem Rechner verbunden ist, stecken Sie in einmal aus und wieder ein. Suse Linux zeigt dann an, dass es eine neue Hardware gefunden hat. Klicken Sie diese Fenster weg, ohne die Hardware einzurichten. Bei den übrigen Distributionen erscheinen keine solchen Fenster.
Im letzten Schritt aktiviert das Skript die Netzwerkschnittstelle des WLAN-Adapters und sucht nach Funknetzen. Das Resultat zeigt es wiederum in einem Fenster (Abbildung 3).
Für zwei der acht getesteten Adapter (siehe Tabelle "Testgeräte im Überblick") gibt es zurzeit keine Linux-Treiber. Diese lassen sich aber mit Hilfe des Ndiswrappers über den Windows-Treiber in Betrieb nehmen. Am einfachsten funktioniert das unter Mandriva Linux:
Mandriva Linux installiert nun die benötigte Software und öffnet anschließend das Fenster Wählen Sie einen Windows-Treiber. Legen Sie dann die Treiber-CD in das Laufwerk ein und wählen Sie die passende .inf-Datei aus dem Hauptverzeichnis der CD aus. Beim AVM-Stick heißt die Datei fwlan.inf, für den Netgear-Stick wählen Sie netwg11t.inf aus.
Benutzer von Suse Linux und Ubuntu müssen zunächst das Paket ndiswrapper über den Paketmanager nachinstallieren. Danach legen Sie die Windows-Treiber-CD ins Laufwerk ein und öffnen sie in Konqueror. Hier drücken Sie [F4], um eine Konsole zu starten, und führen dann folgende Schritte durch:
Die EasyLinux-Distributionen bringen inzwischen grafische Programme mit, die den Verbindungsaufbau per WLAN weitgehend automatisieren. Wenn möglich sollten Sie deshalb für den Kontakt zum Access Point die im Artikel Moderne Dauerwellen auf Seite 32 beschriebenen Tools verwenden. In einigen Fällen lässt sich jedoch der Einsatz der Kommandozeile nicht vermeiden.
iwconfig rausb0 essid Easy\ Linux ap 00:13:46:1D:57:88
| Scanresultat |
rausb0 Scan completed :
Cell 01 - Address: 00:13:46:1D:57:88
ESSID:"EasyLinux"
Protocol:IEEE 802.11bg
Mode:Master
Channel:6
Encryption key:off
Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s
12 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s
Quality:61 Signal level:0 Noise level:0
Extra: Last beacon: 124ms ago
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WLAN-Netze haben einen Nachteil: Sie lassen sich schlecht überwachen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Ihr Funknetz deshalb mit WPA oder WPA2 verschlüsseln. Versuche, das drahtlose Netz per WEP-Key, mit einer versteckten ESSID oder einer Kontrolle der MAC-Adresse abzuschirmen, halten vielleicht den neugierigen Nachbarn vom eigenen WLAN-Netz fern, gegen einen professionell geführten Einbruch bieten sie aber keinen ausreichenden Schutz. Wer sein Funknetz täglich länger als eine Stunde betreibt, sollte unbedingt eine WPA-Verschlüsselung benutzen. Der Artikel erklärt im Folgenden, wie Sie die WPA-PSK-Verschlüsselung einrichten.
Bei WPA handelt es sich um eine Erweiterung der WEP-Verschlüsselung. Um zu verhindern, dass ein Cracker einen WEP-Schlüssel knackt, tauscht ein spezielles Programm in regelmäßigen Abständen neue Schlüssel aus. Dem Einbrecher bleibt somit keine Zeit, den Schlüssel herauszufinden. Unter Linux ist das Tool wpa_supplicant für den Schlüsselaustausch verantwortlich. Die Ralink-Adapter arbeiten allerdings nicht mit wpa_supplicant zusammen. Hier lässt sich die WPA-Verschlüsselung nur per Skript einrichten. Ein Beispiel zeigt der Kasten "Alternative iwpriv".
Eine häufige Fehlerquelle beim Einrichten der WPA-Verschlüsselung stellt die Passphrase dar. Die sicherste Methode ist, diese auf dem Linux-Rechner über den Befehl
wpa_passphrase ESSID
zu erstellen. Anstelle von ESSID müssen Sie dazu die ESSID des Funknetzes angeben, zum Beispiel wpa_passphrase EasyLinux. Danach tippen Sie das gewünschte Passwort ein und bestätigen die Eingabe. Das Programm erstellt nun einen 64-stelligen HEX-Schlüssel. Diesen richten Sie in der Weboberfläche des Routers als WPA-PSK-Schlüssel ein. Nur so ist garantiert, dass der Networkmanager bei der Eingabe des Passworts den richtigen HEX-Schlüssel übermittelt.
Unter Suse Linux können Sie die Konfiguration des WLAN-Adapters mit YaST oder mit dem Netzwerkmanager vornehmen. Wechseln Sie häufig den Standort, benutzen Sie besser den Netzwerkmanager, wie im Artikel ab Seite 32 beschrieben. Dies gilt auch für Ubuntu und Mandriva Linux. Der Text beschreibt im Folgenden, wie Sie unter Suse Linux die WPA-Verschlüsselung mit YaST einrichten.
Bei einigen Adaptern erkennt YaST nicht, dass es sich dabei um WLAN-Geräte handelt. Hier müssen Sie den Typ manuell von Ethernet auf Drahtlos umstellen. Die Warnmeldung von YaST können Sie ignorieren. YaST baut nun beim Booten automatisch eine Verbindung mit dem WLAN-Netz auf. Ob die WPA-Verschlüsselung funktioniert, erkennen Sie an der Ausgabe des Befehls iwconfig: Sie zeigt hinter Encryption einen 128 Zeichen langen Schlüssel an, der sich in regelmäßigen Abständen ändert. (mhi)
| Alternative iwpriv |
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Der WPA-Supplicant unterstützt nicht alle WLAN-Geräte, unter anderem fehlt der Support für Ralink-Geräte. Bei den aktuellen Treibern ist dies kein Problem, da sie WPA von Haus aus unterstützen. Ist der Schlüssel einmal gesetzt, erfolgt der Austausch automatisch. Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass sie nicht mit dem Networkmanager funktioniert. Bei Ralink-Geräten müssen Sie somit auf das bequeme Frontend verzichten.
#!/bin/bash IFACE=rausb0 ifconfig $IFACE up iwconfig $IFACE mode managed iwpriv $IFACE set AuthMode=WPAPSK iwpriv $IFACE set EncrypType=TKIP iwconfig $IFACE essid ESSID iwpriv $IFACE set WPAPSK=HEX-KEY iwconfig $IFACE essid ESSID dhclient $IFACE sh wlan-start.sh Beispiele für WPA2-Verschlüsselung und andere Methoden finden Sie im Quellcode der Ralink-Treiber in der Datei rt73-treiber/Module/iwpriv_usage.txt. |
| Infos |
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[1] EasyLinux-Mailingliste: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten/
[2] Ralink-Treiber: http://rt2x00.serialmonkey.com [3] Marcel Hilzinger, "G-Schwindigkeit -- 18 WLAN-Adapter im Test": LinuxUser 03/2007, S. 30f. |
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Last modified: 2008-11-05 17:26
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