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Thomas Pelkmann
Das Ziel einer schriftlichen Bewerbung ist es, den Personalchef eines Unternehmens dazu zu bringen, Ihre Mappe aus dem hohen Stapel von Bewerbungen auf den kleinen Packen seiner Favoriten zu legen. Neben einem originellen Anschreiben, das von Ihrer Persönlichkeit, der Ausbildung und dem Werdegang zeugt, sind auch rein formale Kriterien wichtig: Ist die Bewerbungsmappe ordentlich? Gibt es ein Deckblatt, ein sauber formatiertes Anschreiben, einen strukturierten Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Dokumente? Und ganz wichtig: Enthält die Bewerbung ein gutes und aussagekräftiges Foto? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit den Bordmitteln von Linux den formalen Weg zur neuen Stelle mühelos bewältigen.
Das Anschreiben ist das erste Blatt Ihrer Bewerbung. Es wird später nicht in der Mappe liegen, sondern in einer separaten Klarsichthülle auf der Bewerbungsmappe. Auf den Inhalt können wir an dieser Stelle nicht ausführlich eingehen, verweisen Sie aber dazu im Kasten "Lesetipps zur richtigen Bewerbung" an geeignete Ratgeber. Das Anschreiben entspricht vom Aufbau her einem normalen Brief. Starten Sie also über Anwendungen / Büroprogramme die Textverarbeitung OpenOffice Writer, um ein neues Anschreiben zu erstellen.
Möchten Sie es einfach, wählen Sie über Datei / Assistenten den Brief..., um eine der Briefvorlagen von OpenOffice zu verwenden. Suchen Sie sich im ersten Schritt eine Vorlage aus, zum Beispiel unter Förmlicher Privatbrief die Vorlage Elegant. Direkt nach der Auswahl zeigt Ihnen Writer eine Vorschau auf das Dokument. Haben Sie unter Extras / Optionen im Register Benutzerdaten bereits Ihre Daten eingetragen, sehen Sie diese Daten auch gleich in der Vorlage. Praktisch! Sie können nun Schritt für Schritt dem Assistenten folgen und haben kurz darauf eine fertige Vorlage. Im Sinne einer individuellen Bewerbung ist das aber nicht. Zudem geht es bereits beim Anschreiben darum, einen durchgängigen Stil zu kreieren, der sich durch die gesamte Bewerbungsmappe zieht. Darum empfehlen wir Ihnen, eine eigene Briefvorlage zu erstellen.
Der einfachste Weg zum eigenen Brief führt zunächst erneut über die in OpenOffice vorhandenen Briefvorlagen. Sie enthalten schon die die wichtigsten Einstellungen, etwa für das spätere Falzen. Der Vorteil: Sie können diese Werte übernehmen, den Rest aber komplett an Ihre Bedürfnisse anpassen. Suchen Sie sich also wieder eine Vorlage aus, die Ihren Vorstellungen am nächsten kommt, zum Beispiel die Vorlage Elegant. Hinter dem Assistenten sehen Sie eine Voransicht des neuen Dokuments (Abbildung 1).
Gehen Sie zu Schritt 3 (Gedruckte Elemente) und entfernen Sie das Häkchen bei Fußzeile. Damit verhindern Sie, dass später beim Ausdrucken die Seitenzahl im Brieffuß erscheint. Die anderen Einstellungen können Sie übernehmen und anschließend direkt auf Fertig stellen klicken.
| Ansichtssache |
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Erscheint Ihnen die Ansicht der Briefvorlage im Writer zu groß, können Sie bei gedrückter [Strg]-Taste mit dem Scrollrad Ihrer Maus die Ansicht stufenlos verändern. Nach oben scrollen vergrößert die Ansicht, nach unten gescrollt, wird sie kleiner. |
Nun können Sie sich in der fertigen Vorlage an das Gestalten individueller Elemente machen. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen einen möglichen, aber beileibe nicht den einzig möglichen Weg. Den für Sie richtigen finden Sie anschließend leicht selber.
Über das richtige Gestalten von Drucksachen gibt es viele Bücher mit ebenso vielen Theorien. Zudem bietet OpenOffice Tausende von Gestaltungsmöglichkeiten an. Vergessen Sie 99 Prozent davon! Beschränken Sie Ihre Stilmittel, und Sie sind auf der sicheren Seite.
Erstellen Sie für Ihre Bewerbung ein Gestaltungsraster, das in jedem der Dokumente Ihrer Bewerbungsmappe vorkommt. Damit die Sache praktikabel bleibt, schlagen wir Ihnen vor, dieses Raster nur mit einigen wenigen Elementen zu füllen. Diese Elemente können Sie dann aber beliebig verwenden. So geben Sie Ihrer Bewerbung einen gestalterischen Halt, der auf den Empfänger eine positive Wirkung haben wird.
Neben dieser legen wir Ihnen eine zweite Regel ans Herz: den goldenen Schnitt. Der goldene Schnitt bezeichnet ein Seitenverhältnis, das der Betrachter als "schön" oder "harmonisch" empfindet. Weicht ein Layout von diesem Ansatz ab, wirkt es unruhig oder eben unharmonisch. Beim goldenen Schnitt entspricht das Verhältnis des kleineren Teils der Seite zum größeren dem Verhältnis des größeren zur Gesamtseite. Zu kompliziert? Dann orientieren Sie sich an einer Faustformel: Dritteln Sie die Seite sowohl waagerecht als auch senkrecht. Platzieren Sie wichtige Elemente (zum Beispiel Ihr Foto, wichtige Textteile oder Überschriften) entweder auf der Schnittlinie des oberen oder eines der äußeren Drittel. So erzeugen Sie die wichtige Harmonie in Ihrem Bewerbungsschreiben.
Weiter geht's mit Ihrer Vorlage. Als Nächstes erstellen Sie sich mit wenigen Schritten aus Ihrem Namen ein prägnantes Logo.
Die Raute, die Sie eben als Trennzeichen für Ihren Namen verwendet haben, können Sie auch als Aufzählungszeichen verwenden. Um eine Aufzählung zu beginnen, wählen Sie Format / Nummerierung und Aufzählungszeichen. Nehmen Sie im Register Grafiken einfach die rote Raute (Abbildung 4).
Auch das sparsame Verwenden von Linien bietet gute Gestaltungsmöglichkeiten.
Ihre individuell gestaltete Briefvorlage enthält nun alles, was Sie für Ihr Anschreiben benötigen: Absenderadresse, Platz für die Empfängeradresse, das aktuelle Datum, Betreff, Anrede und Grußformel. Alle grün gefärbten Teile Ihres Anschreibens sind Platzhalter, die Sie direkt überschreiben können. Klicken Sie einfach mit der Maus drauf und geben Sie den entsprechenden Text, zum Beispiel den Betreff, in die Markierung ein.
Um die grau hinterlegten Felder zu ändern, doppelklicken Sie in ein solches Feld, zum Beispiel die Anrede. Sie gelangen dann in das Fenster Feldbefehl bearbeiten: Variablen. Unter Wert sehen Sie die voreingestellten Werte, hier zum Beispiel "Sehr geehrte Damen und Herren". Es empfiehlt sich dringend, hier den Namen des Ansprechpartners einzutragen, wenn er Ihnen bekannt ist. Klicken Sie dazu schnell hintereinander dreimal in das Feld Wert und überschreiben Sie den Eintrag, im Beispiel mit "Sehr geehrte Frau Weber" und übernehmen Sie mit OK die Anrede in Ihr Dokument. Wählen Sie nun Bitte Text eingeben und geben Sie den Brieftext Ihres Anschreibens ein. Ein Muster des fertigen Anschreibens sehen Sie in Abbildung 6.
Fassen Sie sich in Ihrem Anschreiben möglichst kurz. Idealerweise ist der Brief nicht länger als eine Seite. Ausnahmen sind allerdings möglich und keineswegs ehrenrührig. Die Länge Ihres Anschreibens hängt vor allem davon ab, was und wie viel Sie zu sagen haben.
Schreiben Sie in kurzen Sätzen (maximal 15 Wörter). Unterteilen Sie Ihr Bewerbungsschreiben in vier bis fünf Absätze. Stellen Sie für den Abstand zwischen den Absätzen über Format / Absatz unter Abstand / Unter Absatz etwa den Wert 0,50cm ein (Abbildung 7). Damit sorgen Sie für angenehme Luft im Anschreiben.
Seien Sie zurückhaltend beim Verwenden von Schriften: Eine reicht vollkommen! Die Schriftgröße sollte nicht weniger als 11 Punkt betragen. Kleinere Schriften sind nur schwer zu lesen, und das wirkt negativ. Die Schriftgröße stellen Sie über die Symbolleiste ein. (Abbildung 8).
Sparen Sie auch bei den Schrifteffekten. Fetten Sie einzelne Begriffe, die Ihnen wichtig erscheinen. Markieren Sie dazu das Wort und klicken Sie in der Symbolleiste auf B für "Bold" (Fettdruck, Abbildung 9)
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Vermeiden Sie aber verschiedene Schrifteffekte gleichzeitig: Unterstreichen, fetten und kursiv formatieren -- das geht gar nicht, weil es das Auge des Betrachters überfordert. Für die Schrifteffekte gilt: Weniger ist mehr und wirkt professioneller!
Beim Gestalten des Deckblatts gehen wir davon aus, dass Sie Ihr Bewerbungsfoto digital vorliegen haben. Sonst können Sie es natürlich nur in Papierform in die ausgedruckte Bewerbung einkleben. Der Vorteil eines digitalen Bewerberbildes ist aber: Sie können es nachträglich bearbeiten. In unserem Beispiel haben wir uns entschieden, den Ausschnitt des Bilds zu verändern, damit aus einem langweiligen ein spannenderes Bewerberfoto wird.
Ihre eigentliche Bewerbungsmappe hinter dem Anschreiben beginnt mit einem Deckblatt. Es ist sozusagen das Titelblatt Ihrer Bewerbung, und wenn Sie sich vor Augen halten, wie viele Bücher oder Zeitschriften in Ihrem Leben Sie vor allem wegen des Titels gekauft haben, können Sie ermessen, wie wichtig dieses Blatt ist. Dazu kommt, dass es ziemlich schwierig zu gestalten ist, weil es nur sehr wenige Angaben enthält, in der Regel Informationen über Sie als Bewerber sowie über die Stelle, auf die Sie sich bewerben. Sie können hier auch Ihr Foto platzieren. Genauso ist es aber denkbar, das erst im Lebenslauf zu tun.
Gerne verwenden Bewerber neuerdings den großzügigen Platz auf dem Titelblatt, um mit einem Sinnspruch die Aufmerksamkeit des Personalchefs zu erringen. Für welche Variante Sie sich entscheiden, überlassen wir Ihnen.
Bei der Platzierung der Elemente sollten Sie auf jeden Fall den goldenen Schnitt beachten. Soll Ihr Foto auf das Deckblatt, dann platzieren Sie es genau auf der Schnittlinie des oberen und rechten Drittels. So springt es dem Betrachter direkt ins Auge. Richten Sie alle Elemente ebenfalls an der imaginären Linie des goldenen Schnitts aus, haben Sie alles richtig gemacht.
Der Lebenslauf sollte vor allem eins sein: lückenlos. Verschweigen Sie daher keine wichtigen Stationen, auch dann nicht, wenn sie weniger vorteilhaft sind. Ob Sie den Lebenslauf von hinten nach vorne oder umgekehrt aufbauen, ist wiederum Geschmackssache. Wir haben uns für die Reihenfolge "von neu nach alt" entschieden, weil uns das dynamischer erscheint. Ob Sie nach vielen Berufsjahren Ihre Grundschulzeit noch erwähnen möchten, ist ebenfalls Ihre Entscheidung. Bei der von uns gewählten Reihenfolge jedenfalls tauchen diese Altdaten erst zum Schluss auf.
In der Regel ist ein Lebenslauf in tabellarischer Form abgefasst. Aus diesem Grund bietet es sich an, auch im Writer in einer Tabelle zu arbeiten, in der Sie Ihren beruflichen Werdegang erfassen.
Formatieren Sie nun Ihre Tabelle. Markieren Sie diese, erscheint auf der Arbeitsfläche von Writer das Dialogfenster Tabelle. Wählen Sie bei Umrandung (das ist das vierte Symbol von links) die erste Option, die den Rahmen um die Tabelle entfernt: Das sieht schöner aus. Korrigieren Sie unter Umständen noch einmal die Begrenzung zwischen den Tabellenspalten, so dass die Schrift der rechten Spalte bündig mit der Überschrift ist. Übernehmen Sie -- wenn Sie möchten -- von Ihrem Deckblatt auch die Linien, um das Gestaltungsraster Ihrer Bewerbung wieder aufzugreifen.
Tipp: Vergessen Sie vor dem Abschicken Ihrer Bewerbung nicht, den ausgedruckten Lebenslauf persönlich zu unterschreiben!
Seit kurzer Zeit gehört zu jeder gut gemachten Bewerbung eine so genannte Seite 3 (Abbildung 12). Sie steht -- der Name verrät es -- an dritter Stelle hinter Anschreiben und Deckblatt. Diese "dritte Seite" hat nur einen Zweck: die klar vorgegebene Struktur einer Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen zu durchbrechen.
Für diese Seite heißt das daher: Sie können sie völlig individuell gestalten und dort hineinschreiben, was Sie über sich noch sagen möchten, auch wenn es nicht direkt etwas mit der Stelle zu tun hat, um die Sie sich bewerben.
Das können Angaben über Zusatzqualifikationen oder zu Ihrem Profil sein, Statements zur Philosophie Ihres Berufslebens oder ein knackiges Zitat, das Sie treffend beschreibt. Nutzen Sie diese Chance zur Selbstdarstellung als Bonus für Ihre Bewerbung.
Zeugnisse, Arbeitsproben, Referenzen -- das sind mögliche Anlagen zu Ihrer Bewerbung. Dazu gibt es in der Regel nichts zu sagen, denn meist liegen diese Dokumente in gedruckter oder kopierter Form vor. Hier ist es aufgrund der verschiedenen Herkunft der Dokumente naturgemäß nicht möglich, ein einheitliches Auftreten zu gestalten. Daher zu den Anlagen hier nur ein Hinweis: Sollte der Anhang umfangreich sein, ist ein Verzeichnis sinnvoll. Und das können Sie -- wie das Deckblatt -- natürlich auch mit dem Gestaltungsraster erstellen, das Sie für den Rest Ihrer Bewerbung längst mehrfach erfolgreich verwendet haben.
Sie wissen nun, was eine gute Bewerbung ausmacht. Sie kennen die Werkzeuge und ein paar Kniffe beim Anwenden. Suchen Sie sich jetzt noch für den Ausdruck Ihrer Dokumente eine Mappe aus freundlichem Material und mit freundlichen Farben aus. Dann sollte es Ihnen leicht gelingen, auf interessante Stellenangebote mit einer insgesamt überzeugenden Bewerbung zu antworten. Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg und: Vorhang auf für Ihre persönliche Mappen-Show! (tpe)
| Lesetipps zur richtigen Bewerbung |
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Dem Inhalt Ihrer Bewerbung konnten wir uns hier nicht ausführlich widmen. Dazu finden Sie aber im Buchhandel passende Literatur. Eine Auswahl:
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Last modified: 2008-11-05 17:26
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