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Erschienen in EasyLinux 03/2007   »   Ausgabe bestellen

Freizeitspaß zuhause

Nach Balkonien an der Kostanixa

Thomas Pelkmann


Zu weit, zu heiß, zu hässlich: Nicht immer hält der Traumurlaub, was er verspricht. Ganz anders unsere Tipps für den Urlaub zu Hause: Die sorgen immer für Entspannung.

Balkonien an der Kostanixa ist ein verlässliches Reiseziel: Das Wetter ist gemäßigt kontinental, das Frühstück reichhaltig, und der Linux-PC steht auch in der Nähe. Die Gelegenheit für pure Entspannung.

Installation

Alle Programme, die wir Ihnen hier vorstellen, gehören zum Lieferumfang entweder von Suse 10.1 ("S") OpenSuse ("O") Mandriva 2007 ("M") oder Ubuntu ("U"). Sollte Ihre Distribution hier nicht vertreten sein oder eins der Programme nicht bieten, empfehlen wir Ihnen als Ausweichmöglichkeit einer Live-Distribution wie Knoppix, bei der Sie Anwendungen direkt von CD oder DVD aus starten können.

Die Installation erledigen Sie ganz einfach über die Paketmanager. Legen Sie zunächst die CD oder DVD Ihrer Distribution ein. Unter OpenSuse wählen Sie aus dem K-Menü unter Computer die Systemeinstellungen. Nutzer von Suse 10.1 öffnen über das K-Menü das YaST (Kontrollzentrum). Geben Sie anschließend Ihr Administratorenpasswort ein, bestätigen das mit OK und klicken dann auf Software installieren oder löschen. Bei Suche tragen Sie den Programmnamen ein, zum Beispiel xskat. Setzen Sie ein Häkchen vor den gefundenen Eintrag. Mit Übernehmen starten Sie die Installation.

Am einfachsten starten Sie nach der Installation ein Programm über die Schnellstartleiste [Alt-F2]: Hier geben Sie bei Befehl den Programmnamen ein und klicken anschließend auf Ausführen.

Für die Installation unter Ubuntu wählen Sie Anwendungen / Hinzufügen/Entfernen und tragen den Suchbegriff ein, zum Beispiel sudoku. Setzen Sie ein Häkchen vor die Anwendung, die Sie installieren möchten, klicken Sie auf OK sowie Anwenden und geben Sie zum Schluss Ihr Passwort ein, um die Installation durchzuführen. Hier finden Sie die neuen Anwendungen unter dem gleichnamigen Menüpunkt -- eventuell in einem der Untermenüs wie Spiele oder Büro.

Bei Mandriva 2007 klicken Sie auf das K-Menü und wählen Configure Your Computer. Geben Sie Ihr Passwort ein und klicken auf Betrachten installierbarer Software.... Geben Sie in der Suchzeile das gewünschte Programm ein, zum Beispiel csmash. Setzen Sie ein Häkchen vor den Namen in der Liste und klicken Sie auf OK, um die Abhängigkeiten aufzulösen. Mit einem Klick auf Anwenden und Ja starten Sie die Installation.

(K)Sudoku (S,O,U)

Die Regeln des jüngsten Kultspiels (K)Sudoku (Abbildung 1) sind schnell erklärt: In ein aus neun mal neun Feldern bestehendes Gitter tragen Sie alle Ziffern zwischen 1 und 9 ein. Jede Zahl darf nur einmal pro Reihe und Spalte sowie pro Unterquadrat aus drei mal drei Feldern vorkommen. Jede Reihe, Spalte sowie jedes Unterquadrat enthält also genau einmal die Zahlenreihe von 1 bis 9. Einzige Hilfestellung: Ein paar Felder enthalten bereits Zahlen.

Abb. 1: Matrix für Schlauberger: In die Sudoku-Kästchen gehören die Ziffern von 1 bis 9.

(K)Sudoku finden Sie im K-Menü von OpenSuse etwas irreführend im Bereich Anwendungen / Spiele / Brettspiele, bei Ubuntu leichter über Anwendungen / Spiele. Nach dem Start wählen Sie eine Matrix und einen Schwierigkeitsgrad aus und starten das Spiel über Generate new puzzle. Eine beige senkrechte und eine blaue waagerechte Linie sowie ein grün markiertes Unterquadrat zeigen Ihnen genau an, wo Sie sich befinden. Der Rest ist schnell erklärt: Schreiben Sie in das markierte Kästchen einfach eine Zahl. Stellt Sudoku die Zahl rot dar, steht sie an der falschen Stelle. "Grau" bedeutet: richtig platziert. Möchten Sie eine Zahl löschen, klicken Sie mit der rechten Maustaste in das entsprechende Feld. Ein Tipp: Fangen Sie in Reihen, Spalten oder Quadraten an, die bereits einige Zahlen enthalten. Hier ist es wesentlich leichter, die fehlenden Ziffern zu ergänzen.

Unterm Strich: (K)Sudoku ist genau das Spiel für lang anhaltenden Spaß: Wer die leichten Rätsel mit ein bisschen Übung schnell löst, sollte sich mal am Schwierigkeitsgrad Hardest und einer Matrix mit einer Seitenlänge von 25 Kästchen versuchen.

Bygfoot (O)

Für viele ist die fußballfreie Zeit das Schlimmste am Sommer. Die nächste Saison beginnt erst am 10. August, und bis dahin heißt es: "Samstags wird früher gegessen, und dann gibt es Brettspiele mit der ganzen Familie!".

Es sei denn, Sie vertreiben sich die Zwischenzeit mit einer Tätigkeit als Fußball-Manager: Bygfoot (Abbildung 2) heißt ein Soccer Management Game, das Sie bei OpenSuse wie gehabt über den Paketmanager installieren und über die Schnellstartleiste starten. Klicken Sie im Eingangsmenü auf Neues Spiel und wählen Sie eine Mannschaft. Klicken Sie dann auf Benutzer hinzufügen und auf Los, um die Saison zu beginnen.

Abb. 2: Auf großem Fuß: Mit Bygfoot managen Sie ein komplettes Top-Team der Bundesliga -- viel zu tun gibt es aber leider nicht.

Als frisch gebackener Manager wählen Sie zunächst einen Sponsor aus, der Ihnen frisches Geld in die Kasse spült. Sie haben die Aufgabe, Mannschaften aufzustellen, für Transfers zu sorgen und die Fitness und Einsatzfähigkeit Ihrer Spieler zu überwachen. Je fitter Ihr Team, desto besser Ihre Chancen auf die Meisterschaft.

Sehr viel einzustellen gibt es für Sie allerdings nicht: Über die Menüs Spieler und Mannschaft legen Sie ein paar taktische Vorgaben fest; Training und Fitness entziehen sich dem Einfluss des Managers.

Unterm Strich: Einem ambitionierten Bundesliga-Manager kommt Bygfoot leider nicht besonders nahe -- dazu bietet das Programm zu wenig Möglichkeiten, den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Außerdem sind die Spielernamen allesamt erfunden, was leider das Fremdeln noch verstärkt.

csmash (S,O,M)

Obwohl der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Computerspiele noch nicht als Leibesübungen anerkennt, empfehlen wir Ihnen zur persönlichen Fitness ein sehr schön anzusehendes und erstaunlich spielstarkes 3D-Tischtennis: csmash oder CannonSmash.

Übernehmen Sie nach dem Start des Programms einfach die vorgeschlagenen Einstellungen und klicken Sie auf Spiel starten. Ein weiterer Mausklick bringt Sie in das Menü. Wir empfehlen Ihnen zunächst die Hilfe, die Sie mit der Steuerung des Spiels vertraut macht. Danach können Sie Ihre Fertigkeiten über Übung und Training gezielt verbessern, um später mit Spiel starten so richtig Platte zu machen.

Unterm Strich: Vor den Spaß mit csmash haben die Götter auch hier den Schweiß gesetzt. Wer aber mit Übung und Training die ersten Hürden spielerisch genommen hat, findet im Computer spielstarke und irgendwann auch ebenbürtige Gegner.

Xskat (S,O)

Auch typisch fürs Sommerloch: Die Skatrunde ist nicht vollständig, weil wahlweise Vor- oder Rückhand fehlen. Das ist die Gelegenheit für Sie, heimlich für den Spätsommer zu trainieren, wenn die vermissten Spieler wieder da sind. Dafür bietet sich Xskat an (Abbildung 3), ein qualifizierter und unerbittlicher Trainingspartner für Anwender von Suse 10.2 und OpenSuse 10.2. Das Programm erklärt sich weitgehend selber, eine große Anleitung ist also nicht nötig. Das Linux-Skat funktioniert wie gewohnt: erst reizen, dann spielen. Nur auf die gewohnten Fehler Ihrer Mitspieler dürfen Sie hier nicht hoffen; beide Computergegner sind hier weitgehend unfehlbar.

Abb. 3: Wenn Vorhand und Hinterhand fehlen: XSkat ist ein leistungsfähiger Sparringspartner für die skatfreie Zeit.

Benutzer von Ubuntu und anderen Distributionen müssen sich mit dem ungleich leichteren Offiziersskat zufrieden geben, bei dem Sie gegen den Computer mit teilweise offenen Karten spielen.

Unterm Strich: XSkat ist ein guter Trainingspartner für den Fall, dass echte Gegner gerade nicht greifbar sind. Die anderen Spiele wie Offiziersskat sind dagegen allenfalls Anfängern zu empfehlen.

Celestia (O,U)

Nicht einmal 500 Menschen können von sich sagen, bereits einen Ausflug ins Weltall unternommen zu haben. Ungleich viel mehr Menschen schauen abends in den Sternenhimmel und stellen sich vor, wie es ist, die Erde von oben zu betrachten, auf dem Mond im "Meer der Ruhe" zu baden oder zum Saturn zu fliegen. Für Menschen, die gerne virtuell verreisen, ist Celestia der Triptipp (Abbildung 4).

Abb. 4: All-Tag im Sonnensystem: Mit Celestia reisen Sie in Sekundenschnelle zum Saturn und genauso leicht zu entfernten Galaxien.

Das Programm bietet eine Echtzeit-Simulation, die eine Reise durchs All in drei Dimensionen erlaubt. Darin genau unterscheidet es sich von anderen Sternengucker-Programmen, die den galaktischen Blick nur erdgebunden erlauben. Mit Celestia bereisen Sie das Sonnensystem dagegen in jede Richtung. Und wer sich die Milchstraße einmal von außen anschauen möchte: Mit Celestia geht auch das.

Nach dem Programmstart und einem kurzen Schwenk über die Sonne landen Sie im Orbit in einer Höhe von exakt 31.891 Kilometern über dem Äquator. Um nun einen ersten Überblick über den All-Tag zu bekommen, drücken Sie [D]. Damit starten Sie die Demo des Programms, die Sie einmal hinter die Milchstraße und zurück bringt.

Navigieren können Sie gleichermaßen mit der Maus wie über die Tastatur. Am besten ist die Kombination von beiden: Mit dem Scrollrad der Maus zoomen Sie im Nahbereich auf Objekte. Mit gedrückter linker Maustaste bewegen Sie sich um Objekte herum. Drücken Sie die rechte Maustaste, drehen Sie Objekte. Mit gedrücker Umschalt- und Maustaste zoomen Sie ebenfalls auf Objekte. Möchten Sie direkt zu bestimmten Sternen reisen, nutzen Sie am besten die Sternendatenbank von Celestia, die Sie über [Alt-C] erreichen. Wählen Sie dort einfach eine Kategorie (Nächste, Hellste...) aus und markieren Sie einen Stern, zum Beispiel Altair, mit der rechten Maustaste. Die Funktion Gehe zu aus dem Kontextmenü bringt Sie anschließend direkt zum gewünschten Stern.

Für den Blindflug zu einem unbekannten Gestirn sorgt auch der Rechtsklick auf einen der vielen leuchtenden Punkte im All. Möchten Sie vor dem Direktflug wissen, wohin es Sie trägt, klicken Sie mit der linken Maustaste aufs Gestirn und entnehmen den Namen desselben der linken oberen Ecke.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Möchten Sie zunächst gezielt die Planeten unserer Sonne (Sol) besuchen, blenden Sie am besten über [P] die Planetennamen ein. Das erleichtert die Orientierung im nachtschwarzen Himmel ungemein.

Unterm Strich: Wenn Ihre Nachbarn mit dem Trip nach Mallorca oder in die Dominikanische Republik prahlen, erwähnen Sie beiläufig Ihren Besuch von Beteigeuze oder Rigel. Mit Celestia ist es ein kurzweiliges Kinderspiel, die unendlichen Weiten des Weltalls zu durchwandern.

KStars (S,O,U)

Wer die Sterne doch lieber von der Erde aus betrachtet, greift am besten auf KStars zurück. Nutzer von Suse 10.1 finden das Programm in der Sammlung kdeedu3. Zunächst teilen Sie dem Programm nach dem Start im Einrichtungsassistenten mit, von wo aus Sie den Blick in die Sterne wagen. Die Ortsdatenbank ist einigermaßen vollständig, und so kommen auch Astronomen aus Remscheidt oder Geilenkirchen auf ihre Koordinaten, nicht aber Einwohner aus Clausthal-Zellerfeld oder Unna. Die müssen auf benachbarte Orte ausweichen, was bei der mittleren Entfernung etwa zwischen Olpe und Orion aber durchaus zu verschmerzen ist.

Nach dieser Einstellungssache sehen Sie von aktueller Position und mit aktueller Ortszeit den Sternenhimmel. Mit dem Scrollrad der Maus zoomen Sie in den Himmel hinein und auch wieder hinaus. Ein Rechtsklick auf namentlich genannte Sterne bringt Sie zu verschiedenen Informationen über die Sterne und zu einigen Optionen wie Marke hinzufügen oder Details. Besonders nett: Falls vorhanden, wählen Sie im Kontextmenü Gen-DSS-Bild anzeigen. Dann lädt das Programm Bilder aus dem Himmelsatlanten The Digitized Sky Survey.

Unterm Strich: Für stationär tätige Himmelsstürmer ist KStars ebenfalls ein Programm, das viele Stunden interessanten Zeitvertreib bringt. Ein kleiner Wermutstropfen: Viele Sterne heißen schlicht Sterne. Da reicht die Datenbank des Programms offensichtlich nicht bis ins letzte Eck des Weltalls.

Ahnenforschung (U)

Ferien zu Hause -- das ist auch ein gute Gelegenheit, endlich mal die lange verschobene Ahnenforschung anzugehen. Das Ubuntu-Programm Gramps hilft Ihnen dabei. Sie finden es nach der Installation unter Anwendungen / Büro. Mit Gramps ist es zwar leicht, die komplette Ahnentafel Ihrer Familie zu verwalten und grafisch aufzubereiten, allerdings brauchen Sie Zeit, um sämtliche Geburts- und Sterbedaten Ihrer Vorfahren in die umfangreiche Datenbank korrekt einzutragen. Haben Sie diese zeitaufwändige Prozedur aber erledigt -- und wofür hat man denn eigentlich Urlaub? -- belohnt Sie das Programm mit einer Vielzahl von Auswertungen und Berichten, die Sie nie wieder vergessen lassen, wo Sie eigentlich herkommen.

Unterm Strich: Familienforschung ist "in", macht aber viel Arbeit. Mit Gramps haben wenigstens Ubuntu-Nutzer einen nützlichen Assistenten dafür an ihrer Seite.

Fazit

Urlaub in den eigenen vier Wänden -- das bedeutet nicht automatisch Langeweile. Neben den vielen Dingen, die Sie ohne PC vor Ort unternehmen können, bieten die gängigen Linux-Distributionen auch am Rechner kurzweilige Freizeitgestaltung, wie dieser kurze Streifzug zeigt. Und weil diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ist der Beitrag zugleich eine Aufforderung an Sie, in den mitgelieferten Programmpaketen selber nach weiterem Stoff zu suchen. Dort werden Sie weitere Perlen entdecken -- ganz sicher. (tpe)

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