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Erschienen in EasyLinux 04/2007   »   Ausgabe bestellen

Editorial

Von Experten und Missionaren

Es ist ein gemütlicher Sonntag, bis am Nachmittag das Telefon klingelt: "Hallo, wie geht's? Kannst Du mir mal kurz mit einem Computer-Problem helfen? Du bist doch Experte." Die Frage ist natürlich rhetorisch -- eine reine Höflichkeitsfloskel --, und so geht es gleich mit der Problemschilderung weiter: "Ich habe doch diesen alten SCSI-Scanner am PC, und jetzt suche ich schon seit Stunden im Netz nach einem Vista-Treiber, aber ich finde nichts..."

Das Gespräch verläuft für beide Seiten unerfreulich: Mein Bekannter will ein Uraltgerät unter der neusten Windows-Version zum Laufen bringen, und weder kann sich die Hersteller-Webseite an einen Scanner dieses Typs erinnern, noch mag die Windows-eigene, ansonsten durchaus üppige Treiberdatenbank etwas damit anfangen. Eine Lösung finden wir im Gespräch nicht, und meinen Einwand, dass ich im Übrigen für Windows-Probleme nicht ganz der richtige Ansprechpartner sei, ignoriert der Bekannte kommentarlos.

Sollte ich in einem solchen Moment die Linux-Fahne schwingen und vorschlagen, es mal mit Knoppix oder einer anderen Live-CD zu versuchen? Von den Freuden und Vorteilen der Open-Source-Anwendungen erzählen?

Missionarischer Eifer?

Linux-Anwendern wird ja oft ein Hang zum Missionieren nachgesagt. Alle Familienangehörigen und den engsten Freundeskreis auf Linux zu migrieren, wäre das Mindeste, worum man sich bemühen muss. Das habe ich in den ersten Jahren auch oft versucht, doch Gewohnheiten sind stark, und die Umsteigerquote ist niedrig geblieben. Heute höre ich mir erst in Ruhe an, was die Leute mit ihrem PC so tun: Wer nur ins Internet will und ein paar Briefe mit Word schreibt, kann stattdessen genauso gut Linux mit den Mozilla-Programmen und OpenOffice hernehmen. Gerade die Gruppe der Power-User ist oft schwerer zu "packen", denn da ist der spürbare Know-how-Verlust beim Umstieg größer -- der Satz "Unter Windows hätte ich das in zwei Minuten gelöst" fällt dann öfter.

Freitag abend, das Telefon klingelt: "Hallo, ich bin's wieder: Habe jetzt mal dieses Linux ausprobiert. Ist ganz nett, und der Scanner geht auch. Aber wo finde ich jetzt die Bilder, die er gescannt hat?" -- Meinen Seufzer hört der Kollege nicht, das wird wohl ein längeres Gespräch, aber: Geht doch! (Hans-Georg Eßer/hge)

Sonderausstattung: OpenSuse 10.2, PC Linux OS 2007 u.v.m.

Mit dieser Ausgabe erhalten Sie mehr Software als sonst üblich, denn eine der beiden DVDs ist eine Dual-Layer-DVD, die fast das doppelte Fassungsvermögen einer normalen DVD bietet.

  • Das Highlight dieser Ausgabe ist die OpenSuse-DVD mit der brandneuen Version 10.3. Diese DVD enthält mit ca. 4 GByte die offizielle 32-Bit-Version von OpenSuse. Sie können die Distribution auch auf PCs mit 64-Bit-Prozessor installieren, in einigen Fällen läuft die 32-Bit-Version aber auch auf solchen Systemen besser.
  • Die zweite DVD ist die Dual-Layer-DVD. Sie enthält unter anderem die vollwertige und aktuelle Distribution PC Linux OS 2007, die auf Mandriva Linux basiert und sich besonders an Linux-Einsteiger wendet. Außerdem auf dieser DVD: Das EasyLinux Service Kit 04/2007 mit den Updates für OpenSuse 10.2, Ubuntu 7.04 und Mandriva 2007. Dazu wie üblich die Software zu den Artikeln im Heft und ausgewählte Extra-Programme (siehe auch Seite 8).

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