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Erschienen in EasyLinux 04/2007   »   Ausgabe bestellen

Leserbriefe

Die Leserbriefe, die wir in dieser Ausgabe abdrucken, beschäftigen sich alle mit dem Editorial aus EasyLinux 03/2007, das die Verträge zwischen Microsoft und einigen Linux-Distributoren zum Thema hatte. Wegen der Menge der Einsendungen haben wir die hier veröffentlichten Meinungen teils stark gekürzt.

Kooperationsprodukte meiden

Da ich Linux (leider) nur privat nutze, spielen solche Überlegungen keine wichtige Rolle. Wo immer es geht, meide ich Microsoft-Produkte -- und es geht immer öfter!

Da Microsoft früher immer auf irgendeine Weise quer geschossen hat und nicht kooperativ war (u. a. vermeintliche Patente, Veröffentlichung von Schnittstellenbeschreibungen), erwarte ich langfristig auch von diesem Schachzug eine Gemeinheit. Daß sich Microsoft anpassen muss, zeigte auch die Diskussion um das OpenOffice-Dateiformat. Nur durch äußeren Druck "erfand" Microsoft ein ähnliches, (mehr oder weniger) offenes Format.

Vom Gefühl her würde ich diese "Kooperationsprodukte" von Novell, Xandros und Linspire eher meiden. Ich benutze ArchLinux und bin damit sehr zufrieden. Die Software ist aktuell und online verfügbar, es gibt nicht diese Release-Zyklen (mit all ihren Nachteilen). Selbst ein Download über UMTS (384 kbis/s) ist zumutbar.

Klaus Pangritz

Als Kunde oder Entwickler betrogen

Von Linux-Distributoren, die Abkommen mit Microsoft schließen, halte ich gar nichts. Microsoft hält seine Kunden unmündig und abhängig und will auf keinen Fall seine Quellcodes freigeben, oft nicht mal für die Schnittstellen für Anwendersoftware, wenn ich richtig informiert bin.

Freiwillige arbeiten an einer, vom Marktführer befreienden Plattform, Gott sei Dank. Für viele Anwendungen sind Programmpakete erstellt worden und werden laufend verbessert. Wenn sich daraufhin Geschäftsleute, die sich mit dem Zusammenschnüren von solchen Paketen befassen, mit denjenigen, von denen sich die Open-Source-Bewegung unabhängig machen will, zusammensetzen, dann finde ich das höchst ungepassend. Ich würde mich als Entwickler betrogen fühlen; als Kunde auch.

R. Geith

Glaubensfrage

Wie so vieles an Linux ist auch die Haltung zu den Kooperationsverträgen von Linux-Distributoren mit Microsoft eine Glaubensfrage. Der Hauptgrund, aus dem ich zu Linux gewechselt bin, war nicht etwa die Frage, ob Windows schlechter oder besser ist als Linux, sondern eher die Politik von Microsoft. Mit jeder neuen Windows-Version muss man sich meist zwangsläufig neue Hardware anschaffen, mit jeder neuen Programm-Version muss man hoffen, dass man die alten Dokumente noch bearbeiten kann: von Abwärts-Kompatibilität keine Spur.

Die Motivation von Microsoft für die Kooperationsverträge mit Linux-Distributoren liegt meiner Meinung nach in einem finanziellen Interesse begründet. Linux ist unaufhaltsam im Vormarsch. Da Microsoft dies nicht verhindern kann, will man ein Stück vom Kuchen abhaben.

Auf Nummer Sicher gehen, indem man "Microsoft-Vertrags-Linux" benutzt? Das ist schon ein Widerspruch in sich. Im Moment benutze ich als Arbeitssystem noch ein Suse Linux 9.3. Ein Update auf eine neuere Novell-Microsoft-Version wird es bei mir nicht geben. Auch vor dem Hintergrund, dass ich der festen Überzeugung bin, dass die Entwicklung des Bundestrojaners in Zusammenarbeit mit Microsoft vor sich gehen wird.

Uwe Herrmuth

"Pakt mit dem Teufel"

Schon in der Antike wussten die Herrscher: "Wen du nicht besiegen kannst, mit dem verbünde dich!" (Dann kann man relativ ungestört weiterhin den Pöbel ausplündern.)

Damit sollte klar sein, was ich von Kooperationsverträgen zwischen einem Monopolisten und seinen Mitbewerbern halte. Gut für mich kann nur eine Vielfalt konkurrierender Anbieter sein, von denen keiner den Markt wirklich beherrscht und wo Wettbewerb nicht nur vorgetäuscht ist, wie z. B. bei den Anbietern aller Formen von Energie (Benzin, Gas, Strom usw.).

Prinzipiell begrüße ich die Existenz auch kommerzieller Linux-Anbieter. Mit ihren Distributionen können sie nächtelange Bastelein wegen irgendwelcher proprietärer Treiber und damit auch massenhaften Frust ersparen. Und so mancher Umsteiger ist nicht gleich wieder abgeschreckt, weil er alles Mögliche erst herunterladen und nachinstallieren muss. Besonders "lustig" ist das, wenn man die für den Internetzugang nötigen Treiber erst herunterladen muss (EasyLinux 02/2007).

Schade, aber scheinbar ist das Selbstvertrauen bei manchen kommerziellen Linux-Anbietern nicht groß genug, um auf einen "Pakt mit dem Teufel" zu verzichten.

Übrigens: Falls mal wieder ein Test verschiedener Distributionen ansteht: Die Installationsroutine ist zwar nicht völlig unwichtig, aber dennoch eine nur ein- oder zweimal benötigte Nebensache. Viel wichtiger erscheint mir die Frage, ob man bei späteren Änderungen am installierten System (Einstellungen, neue Hardware usw.) vor Probleme gestellt wird oder nicht.

Bernd Grünert

Pakt mit dem Teufel

Als Novell den Pakt mit Microsoft schloss, wollte ich am liebsten sofort wechseln. Bisher lief bei mir immer Suse Linux, aber ab dem Pakt wollte ich nicht mehr. Leider bietet Kubuntu kein Feature, das mit den Suse-Delta-RPM-Paketen vergleichbar wäre, weshalb ich derzeit nicht wechseln kann, da ich die Updates über ein Modem einspiele und nicht auf Ihre leider selten erscheinende Zeitschrift mit den Updates warten kann.

Sobald ich DSL habe, werde ich OpenSuse und Novell den Rücken kehren. Hat Fedora Delta-Pakete?

K. Schulz

EasyLinux-Mailinglisten

EasyLinux hat drei Mailinglisten zu (Open)Suse und Mandriva Linux sowie Ubuntu eingerichtet, an denen Sie sich unter http://www.easylinux.de/Mailinglisten anmelden können. Hier präsentieren wir eine Auswahl der aktuellen Themen.

OpenSuse-Liste

Wer benutzt eigentlich mein Internet? Vielleicht kennt Ihr das auch: KMail hat längst alle neuen Nachrichten abgeholt, aber KInternet zeigt weiter Datenverkehr auf der Leitung an. Der Seitenaufbau im Browser ist quälend langsam. Sicher kann das alles einfach mal passieren ... Aber inzwischen ist das bei mir eigentlich der Normalzustand, früher war es die Ausnahme. Meine Frage: Gibt es ein Programm, das anzeigt, welches Programm im Moment die Internetverbindung nutzt?

Kein Java und kein Flash in Firefox: Ich habe plötzlich in Firefox weder Java noch Flash. In about:plugins tauchen beide nicht mehr auf, und auf Seiten, die das brauchen, kommt die Meldung, dass Plug-ins fehlen. Es sind aber beide über YaST installiert. Ich hatte vor einer Woche über Smart auf die neuste Version von Firefox (2.0.0.4) aktualisiert.

Älteren Rechner als Server benutzen: Ich habe einen älteren PC (PIII, 650 MHz, 512 MByte RAM) und würde ihn gern als Server ins Netz hängen. Ich möchte nur Dateien zum Download bereitstellen. Der Rechner steht in der Uni, daher habe ich sowohl beim Up- als auch beim Download große Geschwindigkeiten. Der Server muss nicht besonders sicher sein. Wie richtet man so etwas ein?

Erscheinungsbild in Konqueror: Der Konqueror sieht bei mir, je nachdem, von wo aus ich ihn aufrufe, anders aus: Wenn ich ihn "normal" über das Panel oder auch mit [Alt-F2] starte, fehlt z. B. das Google-Plug-in. Starte ich ihn aus einer Konsole, so sind diese und einige andere Schaltflächen jedoch vorhanden. Woran liegt das? Ich möchte meine Plug-ins und Buttons eigentlich immer zur Verfügung haben.

Logitech Quickcam Express einrichten: Ich habe mir diese WebCam zugelegt und wollte sie unter OpenSuse 10.2 einrichten. Dabei stellte ich fest, dass mein Betriebssystem leider keine WebCams unterstützt. Gibt es eine Möglichkeit, die Kamera trotzdem zu benutzen?

Ubuntu-Liste

Neuerdings wird auf der Ubuntu-Liste auch über Debian 4.0 (Etch) diskutiert. Threads dazu sind im Betreff mit "[etch]" gekennzeichnet. (Ubuntu basiert auf der Distribution Debian/GNU Linux.)

Gnome-Anfänger: Ich habe mir einen neuen Laptop gekauft und Ubunu 7.04 installiert. Da ich bisher mit KDE gearbeitet habe, habe ich mal zwei Fragen: 1. Welche Pakete muss ich herunterladen, damit Digikam und Kontact Deutsch sprechen? 2. Mit KDE zeigte mein alter Laptop den Ladezustand des Akkus an und gab ein Signal, wenn der Akku fast leer war. Unter Gnome habe ich nur eine Anzeige gefunden, ob Netzanschluss oder Akku-Betrieb anliegt. Wenn der Akku leer ist, geht der Computer ohne Vorwarnung aus.

Flashplayer unter Debian Etch: Bekanntlich ist der Macromedia-Flashplayer (jetzt Adobe-Flashplayer) für die Anzeige von Videos auf manchen Webseiten erforderlich; z. B. verlangt http://www.spiegel.de die Version 8 dieses Players. Bei Debian 4.0 gibt es nur ein Paket flashplugin-nonfree, das ich bereits installiert habe. Rufe ich auf der Spiegel-Seite ein Video auf, werde ich trotzdem zum Download des Flashplayers bei Adobe geführt.

Filme zusammenfügen: Wie und mit welchen Tools kann ich mehrere kleine avi-Dateien (um die 4 MByte groß) zu einem avi-Film zusammenfügen?

Neuer Benutzer und Root-Passwort: Folgendes Problem: Ich richte einen neuen Benutzer ein. Jetzt logge ich mich in diesen Account ein und will z. B. die Auflösung ändern. Hierfür benötige ich Root-Rechte, das Passwort wird abgefragt, aber dann kommt eine Fehlermeldung. Was muss ich tun, damit es funktioniert? Ich möchte diesem Benutzer nicht generell Root-Rechte geben.

Mandriva-Liste

GPRS-Handy als Modem: Leider bekomme ich hier kein DSL. Ich habe nur ein ganz langsames, normales Modem. Jetzt habe ich gelesen, dass man ein Handy auch als Modem verwenden kann. Lohnt sich das? Ist das schneller?

HTML-Mails abschalten: Ich hatte vor einigen Tagen die RPM-Pakte von Thunderbird deinstalliert, mir Version 2.0.0.0 von http://www.mozilla-europe.org/de/products/thunderbird/ geholt und und nach /opt entpackt. Der neue Thunderbird ist mir aber jedesmal abgestürzt, wenn ich eine Mail verschicken wollte, und deshalb habe ich den 2.0.0.0 aus /opt gelöscht und die RPM-Pakete wieder installiert. Jetzt bekomme ich immer einen Hinweis, dass ich HTML-Mail versenden will, der Empfänger das aber vielleicht nicht will.

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