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Erschienen in EasyLinux 04/2007   »   Ausgabe bestellen

Neue Software

Filesharing extrem: Einer für alle

Auch wenn Filesharing-Netzwerke immer mehr ins Visier der Behörden geraten, sprießen sie beinahe wie Pilze aus dem Boden. Die meisten davon erlauben den Zugriff aber nur über spezielle Client-Programme, die das verwendete Protokoll verstehen. Benutzern, die sich an mehreren solcher Peer-to-Peer-Netzwerke beteiligen möchten, blieb damit nichts anderes übrig, als mehrere Clients zu starten. Abhilfe schafft hier Apollon. Das Programm vereint die Zugriffsmöglichkeiten auf mehrere Filesharing-Netzwerke wie OpenFT, Gnutella (BearShare), FastTrack (KaZaA) und LimeWire in einer Oberfläche. Die Schnittstellen zu OpenNap und SoulSeek sind derzeit noch im Entwicklungsstadium.

Das Programm verwendet als Basis die Kernkomponenten von gIFT (http://gift.sourceforge.net). Der modulare Aufbau von Apollon erlaubt Ihnen zum einen die Wahl, welche Netzwerke Sie verwenden möchten, und zum anderen das nachträgliche Hinzufügen zusätzlicher Unterstützungen. Hinweise dazu finden Sie in einem LinuxUser-Artikel (http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/05/076-apollon/index.html).

Dank seiner Architektur laden Sie mit Apollon von mehreren Netzwerken gleichzeitig Daten herunter, Suchergebnisse zeigt das Programm in neuen Tabs an. Auch unterstützt das Tool die Vorschau angefangener Multimedia-Downloads. Bisher fehlt allerdings noch eine ausreichende Unterstützung des eDonkey-Netzwerks, die nach Angaben der Programmierer noch in der Entwicklung ist.

Rechtliches: Weder der Besitz noch das Verwenden von Client-Programmen, welche die Teilnahme am Datentausch in solchen Netzen ermöglichen, ist bislang illegal. Lediglich das Tauschen urheberrechtlich geschützter Daten steht unter Strafe.

Abb. 1: Das Filesharing-Programm Apollon ermöglicht den gleichzeitigen Zugriff auf mehrere Peer-to-Peer-Netzwerke.

TV-Browser: Wissen, was läuft

Die Anzahl der TV-Kanäle nimmt inzwischen beinahe groteske Züge an: Allein in Deutschland gibt es inzwischen inklusive der Sparten- und Bezahlkanäle wie Premiere über 100 verschiedene Sender. Eine Fernsehzeitschrift beschränkt sich bei der Programmbeschreibung auf die wichtigsten Angebote und stellt das Programm anderer Kanäle gar nicht oder nur in Kurzfassung dar. Nicht so das auf Java basierende Online-TV-Magazin TV-Browser: Es organisiert derzeit etwa 160 in- und ausländische Fernsehsender sowie 60 Radiostationen und lässt Ihnen dabei freie Wahl, welche Sie in die Programmvorschau aufnehmen möchten. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, aktualisiert das Tool beim Start automatisch die Sende-Daten. Sie entscheiden dabei selbst, ob mit oder ohne Bildern und für welchen Zeitraum Sie die Vorschau haben möchten.

Eine Plug-in-Schnittstelle ermöglicht zudem, zusätzliche Funktionen, etwa IMDB-Bewertungen von Filmen oder eine Timeline-Ansicht des Programms einzubinden. Dabei stellt TV-Browser alle derzeit laufenden Programme untereinander dar und zeigt farbig an, welche wie lange laufen und wie sie sich überlappen. Die Suchfunktion erlaubt, im heruntergeladenen Datensatz nach Schlüsselwörtern zu suchen. Um Ihre Lieblingssendungen nicht aus den Augen zu verlieren, bietet das Programm eine Erinnerungsfunktion, welche Sie auf den Start einer Sendung aufmerksam macht.

Nach Angaben der Entwickler stecken in dem freien Projekt etwa 26 Mannjahre Arbeit, was umgerechnet etwa 1.4 Millionen Dollar Entwicklungskosten entspräche.

Abb. 2: Das Java-Programm TV-Browser verwaltet über 160 Fernseh- und 60 Radioprogramme.

Aus Groß mach Klein: Audio-CD-Grabber ripperX

Wer seine Audio-CDs auf dem heimischen Computer archivieren möchte, kommt an einem leistungsfähigen Ripper-Programm nicht vorbei. Das Tool ripperX bietet Ihnen eine ganze Menge Funktionen, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen. Nach dem Einlegen einer Audio-CD zeigt das Programm in einer Titelansicht die enthaltenen Tracks. Um die Titel mit den richtigen Namen zu versehen, genügt ein Klick auf den Button CDDB, der die Online-Datenbank nach verfügbaren Informationen abfragt. Zur Auswahl stehen unter anderm die Formate MP, OGG und das verlustfreie FLAC. Sie setzen aber jeweils den installierten Encoder voraus.

Abb. 3: Das Programm ripperX wandelt im Handumdrehen Ihre Audio-CDs in komprimierte Dateien verschiedener Formate um.

Multimedialer Allroundkünstler VLC Mediaplayer

Sowohl Windows- als auch Linux-Anwender können ein Lied davon singen: Kein Player erklärt sich bereit, den heruntergeladenen Film wiederzugeben. Mit dem Multimediaplayer VLC hat dieses Spiel ein Ende. Dank seiner beinahe allumfassenden Video-Unterstützung spielt er die meisten Filme klaglos ab, bei denen andere Spieler schon lange die weiße Fahne schwenken. So spielt der Player auch Bruchstücke von Mediadateien ab, sofern der Anfang vorhanden ist. Doch damit nicht genug: Technikfreaks bietet das Programm eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, die wichtigsten davon erreichen Sie mit einem Rechtsklick in den geladenen Film. Diverse Filteroptionen und Ausgabe-Plug-ins erlauben Ihnen darüber hinaus, die Filmwiedergabe in Echtzeit Ihrem persönlichen Geschmack anzupassen.

Wie der Name Video LAN Client schon sagt, beschränkt sich das Programm jedoch nicht nur auf die Wiedergabe lokaler Filmdateien, sondern eignet sich auch als Streaming-Client, um im Internet laufende Film-Broadcasts anzusehen.

Abb. 4: Der Multimediaplayer VLC spielt auch Filme ab, vor denen andere Vertreter dieser Sparte kapitulieren.

Brennen deluxe mit Nero Linux

Der erste Gehversuch auf Linux-Terrain wurde für Nero Linux vor etwa zwei Jahren zur filmreifen Bauchlandung: Zum einen sah das Programm aus wie ein Relikt aus den neunziger Jahren, zum anderen war es im Funktionsumfang nicht besser als sein Konkurrent K3B. Seitdem haben die Entwickler von Nero aber kräftig nachgelegt und die Applikation nicht nur optisch den heutigen Gegebenheiten angepasst. So unterstützt die neue Version 3.0 des Programms nicht nur das Brennen von HD-DVDs, sondern auch von Blu-Ray-Disks.

Sowohl das Erscheinungsbild als auch die Einstellungen entsprechen in der neuen Release weitgehend dem der Windows-Version womit Umsteiger kaum Probleme haben, das Programm zu bedienen. Gegenüber der kostenlosen Brennsuite K3B müssen Sie allerdings 20 Euro berappen, wenn Sie auch nach Ablauf der Testphase weiter mit dem Programm brennen möchten.

Auch das Werbeversprechen, Nero Linux besitze die gleichen Funktionen wie die Windows-Version, entspricht nicht der Realität, wie der Artikel "Pyromania" ab Seite 122 dieser Ausgabe belegt. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abb. 5: Optisch passten die Entwickler die neue Version des Brennprogramms Nero Linux weitgehend an die Windows-Variante an, technisch hinkt es allerdings in einigen Belangen deutlich hinterher.

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