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Erschienen in EasyLinux 04/2007   »   Ausgabe bestellen

OpenOffice

Tipps und Tricks zu OpenOffice

Thomas Hümmler


In dieser Ausgabe erfahren Sie unter anderem, wie Sie Grafiken in Writer einfügen, Silben automatisch trennen und Texte schneller formatieren. Außerdem lernen Sie, eigene Funktionen für Calc zu schreiben.

Tipp: Grafikdatei in Text einfügen

Zum Einfügen einer Grafik in Writer haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder fügen Sie die komplette Grafik ein, oder Sie verknüpfen sie mit dem Textdokument.

Das Einfügen hat den Vorteil, dass die Grafik immer im Text bleibt -- selbst dann, wenn Sie die ursprüngliche Datei einmal löschen oder verschieben sollten. Die Nachteile dieser Methode: Die Textdatei nimmt deutlich an Größe zu; nachträgliche Änderungen an der Grafik sind im Writer-Dokument zudem nicht zu sehen.

Vorzüge und Nachteile kehren sich beim Verknüpfen um. Zwar ist die Datei kleiner, und bei späteren Änderungen wird die Grafik im Text aktualisiert. Allerdings erscheint sie gar nicht mehr im Text, wenn die Originaldatei nicht mehr vorhanden ist.

Die Funktion für das Einfügen wie das Verknüpfen ist die gleiche: Einfügen / Bild / Aus Datei. Möchten Sie eine Datei verknüpfen, schalten Sie im folgenden Dialog die entsprechende Option ein.

Eine verknüpfte Grafik können Sie nachträglich fest in Ihr Dokument einbetten (umgekehrt ist das nicht möglich): Wählen Sie dazu Bearbeiten / Verknüpfungen, markieren Sie die Grafik und klicken Sie auf die Schaltfläche Lösen (Abbildung 1).

Abb. 1: Möchten Sie ein verknüpftes Bild endgültig in ein Dokument einbetten, "lösen" Sie so die Verknüpfung zum Original.

Tipp: OpenOffice und Microsoft Office

Noch arbeitet nicht jeder Anwender mit OpenOffice, und gerade unter Windows ist Microsoft Office nach wie vor der Marktführer. Dementsprechend verhält sich das Unternehmen auch und ignoriert beispielsweise einfach die Dateiformate von OpenOffice. Selbst dem viel gelobten und standardisierten Open-Document-Format von OpenOffice hat Microsoft ein eigenes offenes Dateiformat entgegengesetzt, das zum Standard nicht kompatibel ist. Mit diesem Umstand müssen die OpenOffice-Nutzer leben, und sie tun das nicht schlecht. Ihnen stehen nämlich verschiedene Dateiformate zur Verfügung, wenn sie Texte an Microsoft-Office-Anwender verschicken möchten.

Zunächst einmal liest und schreibt OpenOffice die doc-Formate verschiedener Word-Versionen: Wählen Sie dazu Datei / Speichern unter und suchen Sie als Dateityp ein Format aus: Word 97/2000/XP, Word 95, Word 6.0, Rich Text Format oder Word 2003 XML.

Das RTF-Format hat Microsoft entwickelt, um Daten zwischen verschiedenen Programmen austauschen zu können. Im Gegensatz zu doc-Dateien können RTF-Texte keine Makros enthalten und kommen damit als Träger der berüchtigten Makroviren nicht infrage. Word 2003 XML ist das offene Format von Microsoft.

Andere Dateiformate wie HTML sind für den Datenaustausch nicht zu empfehlen, weil ihnen wichtige Auszeichnungs- und Formatierungsattribute der Textverarbeitungen fehlen.

Aber OpenOffice kommuniziert nicht nur sehr offen mit Microsoft Office. Auch beim Datenaustausch via PDF ist das Open-Source-Büropaket seinem Konkurrenten aus Redmond meilenweit voraus. Eine PDF-Datei entspricht in der Gestaltung dem Original, der Betrachter kann das Dokument aber nicht ohne weiteres bearbeiten. In der Regel kann er nur den reinen Text des Dokuments ohne Formate kopieren. Möchten Sie mit OpenOffice ein Dokument im PDF-Format speichern, wählen Sie Datei / Exportieren als PDF. Microsoft Office bietet diese Option von Hause aus gar nicht, sondern nur in Verbindung mit Zusatzprogrammen wie Adobe Acrobat.

Tipp: Silben automatisch trennen

OpenOffice trennt Wörter am Zeilenende nicht automatisch. Der Zeilenfall wirkt deshalb gerade bei langen Zeichenketten mitunter unschön. Falls Sie Ihre Texte mit Blocksatz formatieren, so dass linker und rechter Rand jeweils eine senkrechte Linie bilden, fügt Writer ohne Silbentrennung zudem hässliche Löcher in die Zeilen ein, um die Bündigkeit des Textes zu erreichen. Möchten Sie das vermeiden, starten Sie nach dem Schreiben des Textes das Silbentrennmodul von Writer. Die Silbentrennung in allen Texten schalten Sie über die Automatikfunktion des Programms ein.

Eine automatische Trennung erzwingen Sie, indem Sie einen oder mehrere Absätze markieren, dann Format / Absatz wählen und zum Register Textfluss wechseln (Abbildung 2). Hier schalten Sie im Bereich Silbentrennung die Option Automatisch ein und ändern auf Wunsch die Werte für

Abb. 2: Auf der Registerkarte "Textfluss" schalten Sie die automatische Silbentrennung ein und legen die Trennvorgaben fest.

Die automatische Silbentrennung fügt daraufhin automatisch dort Trennzeichen ein, wo das Modul es für nötig erachtet. Ideal ist das noch nicht, denn diese Option ist nur für Absatzvorlagen und einzelne Absätze verfügbar, nicht aber für ein gesamtes Dokument. (Wie Sie die Silbentrennung denoch für das gesamte Dokument einschalten, lesen Sie im Tipp Silben im ganzen Dokument automatisch trennen.)

Um die Trennungen selber zu optimieren, stehen Ihnen unter Extras / Optionen / Spracheinstellungen / Linguistik vier Einstellungen zur Verfügung: Zunächst einmal muss ein Häkchen vor ALTLinux LibHnj Hyphenator stehen, sonst funktioniert das Trennen erst gar nicht. Mit Minimale Wortlänge für Silbentrennung (Vorgabe: 5) im Bereich Optionen legen Sie die Mindestlänge eines Wortes fest, ab der das Silbentrennmodul es beachtet. Die Option Trennen ohne Nachfrage ist in der Voreinstellung nicht aktiv. Schalten Sie die Funktion ein, trennt Writer auch unbekannte Wörter automatisch nach den Vorgaben. Das kann funktionieren, muss aber nicht: Ausländische Begriffe folgen anderen Silbentrennregeln, so dass diese Einstellung auch Fehler produzieren kann. Sonderbereiche trennen schließlich ist eingeschaltet: Hier sorgen Sie dafür, dass die Silbentrennung auch in Kopf- und Fußzeilen sowie Fußnoten arbeitet.

Tipp: Silben im ganzen Dokument automatisch trennen

Standardmäßig gilt die Silbentrennung im Writer nicht für das komplette Dokument, sondern nur für einzelne Absätze. Möchten Sie in einer Writer-Datei die Silbentrennung immer automatisch eingeschaltet wissen, müssen Sie das in einer Dokumentvorlage hinterlegen. Dazu öffnen Sie zunächst ein leeres Dokument und anschließend mit [F11] die Formatvorlagen. Hier bleiben Sie im aktuellen Reiter Absatzvorlagen, da die Silbentrennung nur für diese Art von Vorlagen greift.

Da alle Absatzvorlagen auf einer einzigen Vorlage aufbauen, reicht es, die Vorlage Standard zu ändern (Abbildung 3).

Abb. 3: Die Absatzvorlage "Standard" Änderungen an dieser Vorlage wirken sich auf alle anderen Templates aus.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag Standard und wählen Sie aus dem Kontextmenü Ändern. Anschließend schalten Sie im Register Textfluss bei Silbentrennung die Option Automatisch ein. Sobald Sie das bestätigen, trennt Writer alle Silben im aktuellen Dokument automatisch.

Damit diese Einstellung künftig aber für alle Dokumente gilt, speichern Sie die Vorlage als persönliche Standardvorlage. Wählen Sie dazu Datei / Dokumentvorlage / Speichern. Im folgenden Dialog tragen Sie in das Feld Neue Dokumentvorlage einen Namen ein, zum Beispiel Text mit automatischer Silbentrennung, und klicken auf OK.

Anschließend legen Sie diese Vorlage noch über Datei / Dokumentvorlage / Verwalten als Standardvorlage fest. Klicken Sie dazu links in der Liste doppelt auf den Eintrag Meine Vorlagen. Daraufhin erscheint darunter die gerade gespeicherte Dokumentvorlage. Markieren Sie diese, wählen Sie Befehle / Als Standardvorlage setzen und schließen Sie danach den Dialog. Alternativ dazu funktioniert es auch, die neue Dokumentvorlage mit der rechten Maustaste anzuklicken und aus dem Kontextmenü Als Standardvorlage setzen zu wählen. Ab jetzt verwendet Writer diese Vorlage schon beim Start.

Tipp: Seitenzahl wird falsch angezeigt

Falls Sie in einer Textdatei über Einfügen / Feldbefehl / Seitennummer die Seitenzahl als Feldbefehl eingefügt haben, aber anstelle der Zahl der Text Seitennummer erscheint, dann haben Sie versehentlich die Ansicht / Feldnamen eingeschaltet. Um diese auzuschalten, wählen Sie diese Funktion erneut oder drücken [Strg-F9] (Achtung: Unter KDE funktioniert diese Tastenkombination unter Umständen nicht!). Den gleichen Effekt bewirken Sie mit Extras / Optionen / OpenOffice.org Writer / Ansicht / Feldnamen.

Tipp: Ansicht der Hilfeseiten vergrößern

Sind Ihnen die Texte in der OpenOffice-Hilfe ([F1]) nicht groß genug, ändern Sie das so: Klicken Sie mit der Maus in den Hilfetext. Halten Sie dann [Strg] gedrückt und drehen Sie das Mausrad nach vorne. Scrollen Sie am Rad in die andere Richtung, verkleinern Sie den Text wieder.

Abb. 4: Große Hilfe: Mit der Strg-Taste und dem Mausrad vergrößern Sie die Anzeige der Texte im Hilfebildschirm.

Tipp: Splash-Screen abschalten

Beim ersten Start von OpenOffice nach dem Systemstart sehen Sie immer zuerst das Logo, das auf dem so genannten Splashscreen erscheint. Dieses Fenster überlagert andere Programme, so dass Sie in der Zwischenzeit dort nur eingeschränkt weiterarbeiten können. Möchten Sie den lästigen Splashscreen abschalten, starten Sie die Anwendungen von OpenOffice mit dem Schalter -nologo. Um also zum Beispiel den Writer zu öffnen, geben Sie in das Schnellstartfenster ([Alt-F2]) den folgenden Text ein: oowriter -nologo. Die Tabellenkalkulation Calc öffnen Sie mit oocalc -nologo. Möchten Sie OpenOffice mit einem Auswahlbildschirm starten, um eine Vorlage zu öffnen, geben Sie oofromtemplate -nologo in das Schnellstartfenster ein. Dieselben Befehle funktionieren übrigens auch in der Shell.

Sie können den Start ohne Splashscreen aber auch dauerhaft und für alle OpenOffice-Anwendungen einstellen. Öffnen Sie dazu als Administrator die Datei sofficerc in einem Editor. Sie finden diese wahlweise im Verzeichnis /etc/openoffice/ oder unter /usr/lib/ooo-2.0/program/. Die Befehle lauten zum Beispiel für den Editor Kate und das /usr...-Verzeichnis:

su
kate /usr/lib/ooo-2.0/program/s\
officerc

Ändern Sie dort die Zeile Logo=1 in Logo=0 und speichern Sie die Datei. Beim nächsten Start von OpenOffice erscheint der Splash-Screen dann nicht mehr.

Tipp: Schnelles Formatieren per Tastatur

Manche Tätigkeiten gehen in OpenOffice Writer über die Tastatur rascher von Hand als mit der Maus. So ist zum Beispiel das Formatieren mancher Absätze mit einer einzigen Tastenkombination schnell erledigt:

Tipp: Texttabellen als Autotexte

Tabellen im Text benötigt man zum Beispiel für Rechnungen oder Angebote, wenn es darum geht, Zahlen übersichtlich darzustellen. Sie können für solche Fälle entweder eine Vorlage gestalten, oder Sie erstellen eine Tabelle und formatieren diese entsprechend. Anschließend speichern Sie die fertige Tabelle als Autotext. Das geht schneller.

Erstellen Sie also eine Tabelle im Writer und markieren Sie diese anschließend komplett. Wählen Sie danach Bearbeiten / AutoText und tragen Sie im folgenden Dialogfenster im Feld Name eine Bezeichnung ein, etwa Tabelle Rechnung. Rechts daneben erzeugt Writer aus Ihrer Eingabe automatisch ein Kürzel, hier TR, das Sie bei Bedarf ändern. Danach klicken Sie auf die Schaltfläche AutoText und wählen aus der Liste den Eintrag Neu. Damit haben Sie den Autotext erzeugt und können den Dialog nun schließen.

Um den neuen Autotext nun in ein Textdokument einzufügen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Wählen Sie wieder Bearbeiten / AutoText, markieren Sie den Eintrag in der Liste und klicken Sie auf Einfügen. Falls Sie das Kürzel des Autotexts kennen, schreiben Sie es in den Text und drücken [F3]. Die Schreibweise -- ob Groß- oder Kleinschreibung -- spielt dabei keine Rolle.

Tipp: Autotexte nachträglich ändern

Einen Autotext bearbeiten Sie nach dem Erstellen so: Wählen Sie Bearbeiten / AutoText und markieren Sie den Eintrag, den Sie ändern möchten. Klicken Sie dann auf AutoText / Bearbeiten. Daraufhin wird der Autotext in einem separaten Programmfenster geöffnet. Hier ändern Sie, was Sie ändern möchten und wählen anschließend Datei / AutoText speichern. Mit Datei / Schließen verlassen Sie das Programmfenster.

Tipp: Tabellengitter wird nicht gedruckt

Apropos Tabellen: Zwar können Sie, wie beschrieben, auch im Writer komfortabel mit Tabellen arbeiten. Für solche Tätigkeiten ist aber normalerweise die Tabellenkalkulation Calc zuständig. Dort kann es jedoch vorkommen, dass Sie eine Tabelle drucken und im Ausdruck die Gitterlinien zwischen den Zellen nicht sehen. Und das, obwohl Sie unter Extras / Optionen / OpenOffice.org Calc / Ansicht die Gitterlinien eingeschaltet haben. Das kommt daher, dass Sie mit dieser Option nur die Bildschirmansicht festgelegt haben. Was in Calc gedruckt wird, legen Sie dagegen seltsamerweise über Format / Seite fest (Abbildung 5). Wechseln Sie dort ins Register Tabelle und schalten Sie im Bereich Drucken die Option Tabellengitter ein. Hier definieren Sie außerdem noch weitere Druckdetails wie die Seitenreihenfolge oder den Skalierungsfaktor.

Abb. 5: Welche Elemente einer Calc-Tabelle gedruckt werden, definieren Sie nicht in den Druckoptionen, sondern über die Seiteneinstellungen.

Tipp: "Format / Seite"-Befehl nicht vorhanden

Sie möchten die Druckoptionen einstellen, aber können die Funktion Format / Seite nicht aufrufen? Dann haben Sie die Tabelle vermutlich schreibgeschützt geöffnet. Ob das so ist, sehen Sie in der Titelleiste, wo Sie in diesem Fall hinter dem Dateinamen den Hinweis (schreibgeschützt) erkennen. Um das zu ändern, klicken Sie in der Standard-Symbolleiste auf das fünfte Symbol von links: Datei bearbeiten. Anschließend steht auch der Seitenformat-Befehl wieder zur Verfügung.

Tipp: Nur Teile einer Calc-Tabelle drucken

Nicht immer möchte man alle Funktionen und Berechnungen einer Calc-Tabelle ausdrucken. Für diesen Fall bietet Calc verschiedene Möglichkeiten: So können Sie zum Beispiel den zu druckenden Teil der Tabelle markieren und anschließend im Menü Datei / Drucken bei Druckbereich die Option Auswahl wählen.

Möchten Sie jedes Mal die gleichen Zellen drucken, nutzen Sie die zweite Möglichkeit und arbeiten mit so genannten Druckbereichen. Dazu markieren Sie einen Teil des Arbeitsblatts und definieren den zu druckenden Ausschnitt mit Format / Druckbereiche / Festlegen. Wenn Sie anschließend drucken, wird unabhängig von der Zahl der Tabellen nur der Teil auf Papier gebracht, den Sie vorher als Druckbereich ausgewählt haben. Übrigens: Beim Exportieren in das PDF-Dateiformat gilt der Druckbereich ebenfalls.

Tipp: Zellen zum Druckbereich hinzufügen

Nicht immer ist ein Druckbereich für die Ewigkeit gedacht. Wie Tabellen selber, ändern Sie daher auch die Druckbereiche ganz einfach. Um weitere Zellen zu einem vorhandenen Druckbereich hinzuzufügen, markieren Sie die Zellen und wählen Format / Druckbereiche / Hinzufügen.

Tipp: Arbeiten mit der Seitenumbruch-Vorschau

Gerade bei umfangreichen Tabellen deckt sich das, was Sie auf dem Bildschirm sehen, in den seltensten Fällen mit dem, was Calc auf eine Seite druckt. Das liegt unter anderem am unterschiedlichen Format von Monitor und Papier. Calc bietet aber eine Ansicht, in der Sie den Umbruch der Seiten eines Tabellenarbeitsblatts betrachten und leicht ändern können: Ansicht / Seitenumbruch-Vorschau. Auch dort legen Sie Druckbereiche fest. Seitenumbrüche und Druckbereiche erkennen Sie am blauen Rand. Zentriert auf jeder Seite finden Sie zudem grau im Hintergrund die jeweilige Seitenzahl (Abbildung 6).

Abb. 6: Die Seitenumbruch-Ansicht eignet sich hervorragend dafür, Druckbereiche zu definieren.

Alles, was nicht gedruckt wird, steht auf grauem Grund. Möchten Sie hier einen Druckbereich erzeugen, funktioniert das genauso wie in der normalen Ansicht: Markieren Sie einen Bereich mit der Maus und wählen Sie Format / Druckbereiche / Festlegen. Um den Seitenrand zu ändern, ziehen Sie ihn einfach mit der Maus an eine andere Position. Das Schöne dabei: Calc passt den Skalierungsfaktor für den Ausdruck automatisch an.

Tipp: Zeilen- und Spaltentitel auf jeder Seite drucken

Verteilt Calc eine Tabelle beim Ausdruck auf mehrere Seiten, ist es nicht immer leicht zu verfolgen, welche Zellen zu welchen Spalten gehören. Besser ist es daher, Zeilen- und Spaltentitel so festzulegen, dass sie auf jeder gedruckten Seite zu sehen sind.

Wählen Sie dazu Format / Druckbereiche / Bearbeiten. Dort klicken Sie im Bereich Wiederholungszeile in das rechte Feld und wählen danach in der Tabelle eine Zelle der Zeile aus, die auf jeder Druckseite wiederholt werden soll. Sie können hier auch mehrere Zeilen markieren.

Klicken Sie im Bereich Wiederholungsspalte ebenfalls in das rechte Feld und dann -- wie zuvor -- auf eine Zelle; diese Spalte wird dann auf jeder Seite gedruckt (Abbildung 7).

Abb. 7: Bei großen Tabellen dient es der Übersichtlichkeit, Zeilen- und Spaltentitel zu definieren, die auf jeder Seite gedruckt werden.

Tipp: Mehrwertsteuer-Funktion definieren

Calc hat viele Funktionen, aber einige Dinge fehlen auch. Die kann man zwar von Fall zu Fall nachbauen; allerdings spricht nichts dagegen, wiederkehrende Berechnungen dauerhaft als eigene Funktionen zu definieren. Das ist ganz einfach -- man muss nur wissen, wie man etwas berechnet. Die Mehrwert- oder Umsatzsteuer errechnet sich beispielsweise so: Betrag / 100 * Mehrwertsteuersatz.

Als Calc-Funktion sieht das dann so aus:

Function MWST (a, b)
MWST = a / 100 * b
End Function

Um diese Funktion dauerhaft nutzen zu können, müssen Sie sie in das Basic-IDE von OpenOffice integrieren. Wählen Sie dazu in einer Tabelle Makros / Makros verwalten / OpenOffice.org Basic. Im folgenden Dialog sehen Sie eine Liste aller Module und Makros. Öffnen Sie links in der Liste Meine Makros / Standard / Module1 und klicken Sie rechts auf die Schaltfläche Bearbeiten. Damit öffnen Sie den Basic-Editor. Stellen Sie die Einfügemarke hinter die letzte End Sub-Zeile und fügen dort zunächst zwei Absätze und dann die drei Zeilen aus dem Listing ein. Wichtig: Achten Sie darauf, dass in der ersten Zeile zwischen a und b in der Klammer ein Komma und kein Semikolon steht (Abbildung 8). Nachdem Sie den Code eingefügt haben, schließen Sie den Editor mit Datei / Schließen.

Direkt im Anschluss können Sie die Funktion in der Tabelle nutzen. Tragen Sie beispielsweise in die Zellen B1 die Zahl 5000 ein, in die Zelle C1 den aktuellen Mehrwertsteuersatz 19 und in die Zelle A1 die Formel =MWST(B1;C1) ein. Achten Sie darauf, dass Sie die Werte -- wie in Funktionen üblich -- mit einem Semikolon anstelle eines Kommas trennen. In der Zelle A1 finden Sie anschließend die errechnete Mehrwertsteuer.

Statt der genannten Funktion können Sie auch mit einem festen Mehrwertsteuersatz rechnen lassen. Eine Funktion MWST19 würden Sie zum Beispiel so in den Basic-Editor eintragen:

Function MWST19 (a)
MWST19 = a / 100 * 19
End Function

Ähnlich wären die Funktionen NETTO und BRUTTO aufgebaut:

Function NETTO (a, b)
NETTO = a / (1 + b/100)
End Function

Function BRUTTO (a, b)
BRUTTO = a * (1 + b/100)
End Function

Abb. 8: Über den Basic-Editor fügen Sie in Calc ganz leicht eigene Funktionen hinzu. Achten Sie auf das Komma bei der Angabe der Argumente.

Tipp: Eigene Funktionen weitergeben

Funktionen, die Sie in Calc definiert haben, finden Sie anschließend in einer Standarddatei im versteckten Ordner .openoffice.org2/user/basic/Standard in Ihrem Home-Verzeichnis. Zeigt Ihnen Konqueror dieses Verzeichnis nicht, aktivieren Sie zunächst über Ansicht die Funktion Versteckte Dateien anzeigen. Sehen Sie noch immer nichts, probieren Sie einen anderen Pfad: statt .openoffice.org2 auch ooo-2.0. Haben Sie die Funktion unter Module1 angelegt, so heißt die entsprechende Datei Module1.xba.

Möchten Sie diese Funktion mit einer Tabelle weitergeben, kopieren Sie die Rechenanweisung aus der Standarddatei in Ihr Dokument. Wählen Sie dafür in Calc Extras / Makros / Makros verwalten / OpenOffice.org Basic. Markieren Sie links in der Liste Makro aus das Modul Meine Makros / Standard / Module1 und klicken Sie auf Bearbeiten. Im Basic-Editor markieren Sie die Funktion, kopieren sie in die Zwischenablage und schließen den Editor.

Wählen Sie noch einmal Extras / Makros / Makros verwalten / OpenOffice.org Basic. Markieren Sie in der Liste Makro aus unter dem Dateinamen der Tabelle das Modul Standard / Module1 (Abbildung 9) und klicken Sie auf Bearbeiten. Existiert noch kein Module1, erzeugen Sie eines mit Neu. Fügen Sie dann im Basic-Modul des Dokuments den Inhalt aus der Zwischenablage in den Basic-Editor ein und schließen Sie den Editor. Jetzt steht die Funktion im Tabellendokument zur Verfügung. Wenn Sie dieses Dokument weitergeben, liefern Sie auch die Funktion mit. (tpe)

Abb. 9: Möchten Sie eine selbst geschriebene Funktion weitergeben, fügen Sie diese am besten als Makro ins Weitergabe-Dokument ein.

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