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Heike Jurzik
Standardmäßig sehen Sie beim Hochfahren des Computers einen Splashscreen mit einem Fortschrittsbalken (Abbildung 1). Wer sich dafür interessiert, was beim Rechnerstart alles im Hintergrund passiert, hat verschiedene Möglichkeiten, die Bootmeldungen zu betrachten. Während des Startvorgangs selbst drücken Sie die Tastenkombination [Alt-F1]. Die Meldungen, welche Systemdienste gestartet werden oder welche Hardware gerade konfiguriert wird, fliegen dabei nur so an Ihnen vorbei, bis Sie der grafische Anmeldemanager begrüßt.
Geht das alles zu schnell, hilft das Programm dmesg auf der Kommandozeile dabei, die Meldungen nachträglich anzuschauen. Dazu melden Sie sich wie gewohnt am System an, starten ein Terminalprogramm (zum Beispiel über [Alt-F2] und Eingabe von gnome-terminal oder konsole) und tippen:
dmesg | less
Das Pipe-Zeichen ("|") hinter dem Befehl leitet die Ausgabe des Programms dmesg an das Tool less weiter. Mit den Pfeiltasten blättern Sie in dessen Ausgabe nach oben oder unten, und mit Druck auf [Q] beenden Sie die Anzeige. Alternativ speichern Sie die Systemstart-Nachrichten in einer Datei, zum Beispiel über:
dmesg > bootmeldungen.txt
Während des Rechnerstarts passieren allerhand spannende Sachen. Wer sich für eine ausführliche Erklärung zum Bootvorgang interessiert, kann diese unter [1] nachlesen.
Es ist möglich, den Schmuck beim Rechnerstart vollständig auszuschalten. Wer einen Ausflug auf die Kommandozeile nicht scheut, erledigt dies mit wenigen Handgriffen. Für alle anderen gibt's das Programm StartUp-Manager, das der übernächste Tipp vorstellt. So modifizieren Sie den Bootloader GRUB ("Grand Unified Bootloader") von Hand:
sudo cp menu.lst menu.lst.orig
title Ubuntu, kernel 2.6.20-15-generic root (hd1,6) ...
In der dritten Zeile für den Ubuntu-Eintrag entfernen Sie die Anweisung splash, so dass hier beispielsweise
kernel /vmlinuz-2.6.20-15-generic root=... ro acpi=off noapic
oder Ähnliches steht. Speichern Sie die Änderungen, und beim nächsten Neustart sehen Sie nur noch die Bootmeldungen.
Darüber hinaus können Sie durch eine einfache Modifikation des Bootmanagers GRUB eine Kombination aus Bootmeldungen und Bootsplash einrichten. Wenn Sie, wie im vorigen Tipp gezeigt, die Konfigurationsdatei /boot/grub/menu.lst in einem Texteditor bearbeiten, gehen Sie wiederum zum Ubuntu-Eintrag und löschen aus der kernel-Zeile die Option quiet, so dass hier anstelle von
kernel /vmlinuz-2.6.20-15-generic root=... ro splash quiet
etwa
kernel /vmlinuz-2.6.20-15-generic root=... ro splash
steht. Beim nächsten Rechnerstart sehen Sie das Ubuntu-Logo und darunter die Meldungen, welche Systemdienste gerade gestartet werden.
Wer den Griff zum Texteditor scheut, installiert von der Heft-DVD das Programm StartUp-Manager und hat damit ein komfortables grafisches Programm zur GRUB-Einrichtung zur Verfügung. Sie finden den StartUp-Manager nach der Installation im Startmenü unter System / Administration. Nach dem Start geben Sie ins folgende Dialogfenster Ihr eigenes Kennwort ein. Da das Programm in der vorliegenden Version ausschließlich in englischer Sprache verfügbar ist, hier eine Erklärung der vier Reiter und ihrer wichtigsten Optionen:
Je nachdem, welches Derivat der Distribution Sie verwenden (Ubuntu, Kubuntu, Edubuntu usw.), präsentiert sich der Splashscreen beim Booten in einem anderen Gewand. Die jeweiligen Themes können Sie aber unter allen Ubuntu-Abkömmlingen nutzen. Suchen Sie dazu mit dem Paketmanager Ihrer Wahl nach dem Begriff usplash und installieren Sie den gewünschten Look. Um das neue Theme zu aktivieren, gibt es wiederum zwei Wege: Im StartUp-Manager beispielsweise wählen Sie auf dem Reiter Appearance im Drop-down-Menü Usplash theme den neuen Look aus (Abbildung 2).
Kommandozeilenfans greifen hingegen zum Programm update-alternatives, das die so genannten Programm-Alternativen anpasst. Der Befehl
update-alternatives --display usplash-artwork.so
zeigt Ihnen, welcher Splashscreen momentan ausgewählt ist. In der Ausgabe steht dann zum Beispiel: Link verweist zur Zeit auf /usr/lib/usplash/usplash-theme-xubuntu.so.
Um aus den Alternativen einen anderen Bootsplash zu wählen, nehmen Sie wiederum update-alternatives und den Parameter --config zur Hilfe. In einer Art Auswahldialog auf der Konsole zeigt das Programm an, welche Alternativen zur Verfügung stehen (Abbildung 3). Die mit einem Sternchen gekennzeichnete Zeile zeigt die momentane Einstellung. Drücken Sie entweder die Eingabetaste, um die Voreinstellung beizubehalten, oder wählen Sie eine Nummer gefolgt von [Eingabe] aus.
Webseiten wie Gnome-Look [3] oder KDE-Look.org [4] bieten zahlreiche weitere USplash-Themes an (Suchbegriff usplash). Nach dem Download und Auspacken eines solchen Archivs kopieren Sie die Datei mit der Endung .so (enthält das zu verwendende Bild, die Farbverläufe und so weiter) an den richtigen Ort, zum Beispiel:
sudo cp chrome-theme.so /usr/lib/usplash
Nun bringen Sie mit dem Kommando
sudo updates-alternatives --install /usr/lib/usplash/usplash-artwork.so /usr/lib/usplash/chrome-theme.so 50
die Alternativen (siehe vorheriger Tipp) auf den neuesten Stand. Das neue Theme können Sie dann entweder über den gezeigten Aufruf (update-alternatives --config ...) oder über das bekannte Menü im StartUp-Manager zum Standard-Bootsplash machen.
Je nachdem, wie Sie Ihren Anmeldemanager eingerichtet haben, zeigt dieser im Login-Fenster nicht an, welche Benutzeraccounts es auf dem System gibt. Das hat durchaus Vorteile -- so müssen eventuelle Mitbenutzer des Rechners nicht nur das Kennwort raten (das hoffentlich nicht unter der Tastatur klebt), sondern auch noch den Namen, unter dem Sie sich anmelden. Haben Sie den Benutzernamen auf einem Linux-System vergessen, ist das kein Grund zur Verzweiflung -- mit einer Knoppix-CD/-DVD und den folgenden Schritten erhalten Sie wieder Zutritt zum System:
Haben Sie außer dem Loginnamen auch noch das Kennwort des Accounts vergessen, hilft Knoppix ebenfalls aus der Misere:
sudo kwrite /media/hdXYZ/etc/shadow
| Infos |
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[1] Der Linux-Bootvorgang erklärt: Andrea Müller, "Hochfahren", EasyLinux 01/2004, S. 74 ff., http://www.easylinux.de/2004/01/074-boot/
[2] Artikel im Ubuntuusers-Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/Recovery_Modus [3] Gnome-Look.org: http://www.gnome-look.org/ [4] KDE-Look.org: http://www.kde-look.org/ |
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Last modified: 2008-11-05 17:26
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