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Erschienen in EasyLinux 02/2008   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

DVB-T plus Radio für Linux-Rechner

Terratecs neuer DVB-T-Stick Cinergy Hybrid T USB XS FM (Abbildung 1) bringt Radioempfang und neue Linux-Treiber mit. Er versorgt speziell den Linux-basierten Eee-PC von Asus auf einfache Weise mit dem digitalen Überall-Fernsehen nebst FM-Empfang. Der Hersteller hat für die Installation des Linux-Treibers auf dem Eee-PC eine Anleitung (http://www.terratec.net/de/produkte/faq_und_handbuecher/faq_und_handbuecher_de_18812.html) veröffentlicht. Den Stick selbst gibt es für rund 100 Euro.

Abb. 1: DVB-T-Stick von Terratec mit FM-Empfang.

Mobile Geräte im Anmarsch

Hardwarehersteller Gigabyte hat zur CeBIT Einblicke in die kommende Generation mobiler Geräte gewährt und den Protoypen eines Mobile Internet Device (MID) mit der Bezeichnung "M528" mitgebracht.

Die handlichen MIDs sind zwischen Smartphone und Subnotebook platziert. Das Gigabyte-Gerät (Abbildung 2) wiegt rund 300 Gramm, hat einen Intel-Menlow-Prozessor und einen Touchscreen mit 4,8 Zoll. Eine vollständige Tastatur lässt sich im von Handys bekannten Slide-Modus unter dem Gehäuse herausziehen. Als Datenspeicher kommen Solid State Disks mit 4 GByte oder 8 GByte Kapazität zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher umfasst 512 MByte. WLAN und ein HSDPA-Modul dienen der Kommunikation (HSDPA bedeutet High Speed Downlink Packet Access und ist die Weiterentwicklung von UMTS). Die Ausstattung ergänzen zwei Kameras. Als Betriebssystem war ein angepasstes Ubuntu 7.10 installiert. Dieses verfügte über eine spezielle für den Touchscreen optimierte Oberfläche. Zu den installierten Anwendungen gehören Webbrowser, Office-Paket und mehr. Die ersten Geräte am Markt hat Gigabyte für das zweite Quartal in Aussicht gestellt. Bei rund 500 Euro liegt die vorläufige Preiskalkulation.

Abb. 2: Mobile Surfstation mit Ubuntu.

Gaim-Nachfolger Pidgin 2.4

Das Messenger-Programm Pidgin mit der violetten Taube als Symbol ist der offizielle Nachfolger von Gaim und steht in der neuen Version 2.4 zum Download (http://pidgin.im/download/) bereit. Die bringt eine Reihe von Veränderungen mit: So dürfen Pidgin-Anwender nun mit Nutzern des Yahoo Messenger 7.0 chatten.

Das Eingabefeld für Textnachrichten justiert seine Größe automatisch um bis zu vier zusätzliche Zeilen. Pidgin erlaubt zudem das Mitschneiden der Kommunikation mit einzelnen Kontakten. Im Eingabebereich visualisiert der Chat-Client, ob die Gegenseite gerade Text eintippt. Den momentanen Status der Gesprächspartner verdeutlichen verschiedene farbliche Kodierungen. Zur Zeit erlaubt der Client die Kommunikation über nahezu 20 verschiedene Dienste, darunter Jabber, Google Talk, ICQ, AIM und MSN.

Wireless USB kommt Ende 2008

In den USA gibt es bereits Geräte zu kaufen, Dell und IBM bieten die neue Technologie in ersten Notebooks an: Die Rede ist von Wireless USB.

Ab dem dritten Quartal sollen auch in Deutschland erste Geräte auf dem Markt sein. D-Link hat bereits den ersten Wireless-USB-Hub und einen dazu passenden USB-Stick (als Host-Adapter) vorgestellt und plant die Freigabe von Linux-Treibern für das Jahresende. Ein weiterer Hersteller, Linksys, will zur Produkteinführung Mitte des Jahres Linux-Treiber bereitstellen. Dafür nötige Vorarbeiten am Linux-Kernel haben die Entwickler schon erledigt.

Wireless USB stellt man sich am einfachsten als eine Kombination von WLAN und USB vor: Die Endgeräte schließen Sie an einen Hub an, der drahtlos mit dem Rechner kommuniziert. Verfügt letzterer nicht über eine integrierte Wireless-USB-Schnittstelle, ist diese per USB-Stick oder PCI-Karte nachrüstbar. Die Bandbreite des drahtlosen USB entspricht der von USB 2.0: bis zu 480 MBit/s.

Nero Linux 3

Nero legt mit der auf Nero ROM 7 aufbauenden Version Nero Linux 3 eine neue Ausgabe der Brennsoftware vor. In die Linux-Variante ist viel Feedback aus der Nutzergemeinde eingeflossen.

Nero (Abbildung 3) ist gut in den Gnome-Desktop integriert und verfügt in der kommenden Version 3.5 zusätzlich über einen Kommandozeilen-Client. Nero Linux 3 erlaubt das Brennen und Kopieren von CDs, DVDs, HD-DVDs sowie Blue-Ray-Datenträgern. Allerdings gilt bei all diesen Medien, dass das Brennprogramm nur selbst erstellte Datenträger kopiert -- Medien, die durch Kopierschutzmechanismen geschützt sind, verschmäht es. Das Programm beherrscht zahlreiche Audioformate, darunter MP3, Ogg, Flac und Wav.

Die rund 12 MByte große Software spielen Sie wahlweise als Debian-Archiv (Ubuntu) oder RPM-Paket (OpenSuse, Mandriva) ein. Das Programm steht zum Download auf der Website (http://www.nero.com/deu/linux3.html) des Unternehmens bereit. Eine Boxversion ist zurzeit nicht geplant. Nero Linux 3 kostet 20 Euro.

Abb. 3: Nero 3 für Linux.

WLAN-N -- Fritzbox und Repeater von AVM

Der deutsche IP-Kommunikationsspezialist AVM hat bei der CeBIT die Fritzbox WLAN 3270 gezeigt. Anders als bisher ist die neue Box nicht mit noch mehr Funktionen ausgestattet, sondern speziell auf den Datenverkehr ausgelegt, VoIP-Anschlüsse bleiben außen vor. Stattdessen erlaubt die Box schnelles WLAN nach dem Standard IEEE 802.11n (WLAN-N), der aber noch im Entwurfsstadium ist. WLAN-N verspricht Übertragungsraten von bis zu 248 MBit/s. Weiterhin ist es mit der 3270 möglich, Virtual Private Networks (VPN) über das sichere Verfahren IP-Sec (Internet Protocol Security) einzurichten.

Wer mit seinem drahtlosen Internet nicht in den letzten Winkel im Haus vordringen konnte, findet im neuen WLAN-Repeater von AVM ein Hilfsmittel: Dieses Gerät empfängt das WLAN-Signal eines Routers und reicht es weiter. Repeater in eine Steckdose stecken, über das berührungsempfindliche Display die Funkverbindung zum bestehenden Router herstellen, fertig! Zumindest laut AVM funktioniert die Installation so einfach.

Die Fritzbox 3270 ist im Laufe des zweiten Quartals verfügbar und soll 170 Euro kosten. Der Repeater (Abbildung 5) lässt sich bis zum dritten Quartal Zeit und geht dann für rund 100 Euro über die Ladentheke.

Abb. 5: WLAN-Repeater für die Steckdose.

Ubuntu lädt zum Brainstorming

Auf den neuen Brainstorm-Seiten (http://brainstorm.ubuntu.com) von Ubuntu können die Nutzer der freien Distribution ihre eigenen Ideen einbringen oder die Vorschläge anderer Nutzer bewerten.

Das soll die Kommunikation zwischen Usern und Entwicklern von Ubuntu gleich auf zwei Wegen verbessern: Zum einen erfahren die Entwickler, was die Anwender wirklich bewegt, zum anderen können technisch unerfahrenere Anwender ihre Vorschläge und Wünsche loswerden, ohne das recht komplexe Interface der Entwicklerplattform Launchpad zu nutzen.

Angemeldete Benutzer dürfen für oder gegen einen Vorschlag stimmen, die Idee mit den meisten Stimmen hat dann Chancen, Eingang in die Ubuntu-Distribution zu finden. Über eine integrierte Kommentarfunktion können Nutzer zudem über einzelne Vorschläge diskutieren.

Flashplayer-Alternative Gnash

Wie das Gnash-Projekt ankündigt, steht nun die neue Version 0.8.2 der Open-Source-Alternative zu Adobes Flashplayer zum Download (http://ftp.gnu.org/pub/gnu/gnash/0.8.2/) bereit. Gnash benutzt OpenGL, um Flash-Filmchen auf dem Desktop anzuzeigen.

Zu den Neuerungen gehören der Vollbild-Support und die Möglichkeit, Dateien der Formate Ogg-Vorbis und Theora einzubetten. Das Benutzerhandbuch ist ebenfalls frisch überarbeitet.

Gnash zeigt z. B. YouTube-Videos ohne Probleme an und arbeitet als Plug-in für Firefox (ab Version 1.0.4). Eine Standalone-Variante von Gnash gibt es auch, sie läuft unter KDE und Gnome.

Linux-Client für Second Life

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit ist die erste Betaversion des Linux-Clients für das Online-Rollenspiel "Second Life" erschienen. Sie bringt zahlreiche Fehlerkorrekturen und Leistungsverbesserungen mit. Laut Hersteller Linden Labs können die "Linux-Nutzer die gleichen Funktionen wie Windows- und Mac-Benutzer genießen."

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die 3D-Sprachunterstützung, die den Sound räumlich abbildet. Darüber hinaus spielt der neue Client die in der virtuellen Welt auftauchenden Medieninhalte über Gstreamer ab -- vorausgesetzt, der unterstützt das benutzte Format.

Linden Labs bittet die Benutzer, den "Linux Viewer" (http://wiki.secondlife.com/wiki/Linux_Viewer) ausgiebig zu testen und ihre Erfahrungen und Meinungen im Forum zu posten. Im Gegensatz zu Windows- und Mac-Usern mussten Linux-Spieler bislang mit einer Alphaversion vorlieb nehmen. Diese lief nach Angaben vieler Benutzer allerdings wesentlich stabiler und auch schneller als die Windows- und Mac-Versionen. Als Grund dafür gilt die stabilere OpenGL-Implementierung von Linux.

Open-Source-Jahrbuch 2008

In seiner fünften Ausgabe ist das Open-Source-Jahrbuch (http://www.opensourcejahrbuch.de) erschienen. Auch in diesem Jahr haben Professor Bernd Lutterbeck und sein Team das Buch, das als Standardreferenz zum Thema Open Source gilt, pünktlich zur Computermesse CeBIT fertiggestellt. Im Jahrbuch widmen sich die Autoren unter dem Thema "Zwischen freier Software und Gesellschaftsmodell" in fünf Kapiteln den unterschiedlichen Aspekten der Entwicklung und des Einsatzes freier Software. Zu den Autoren der 2008er Ausgabe gehört unter anderen Glyn Moody, Autor des Buchs "Rebel Code: Inside Linux and the Open Source Revolution". Auch der Geschäftsführer der MySQL GmbH Kaj Arnö hat zum Buch beigetragen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Beiträgen von renommierten Soziologen wie Dr. Udo Thiedeke, Privatdozent am Institut für Soziologie der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Insgesamt 379 Seiten umfasst das Werk, das rund 20 Euro kostet. Kostenlos gibt es eine PDF-Version des Jahrbuchs. (Falko Benthin/mhi/mhu/agr/kki/uba)

News-Ticker

Thunderbird 2.0.0.12 Das Mailprogramm von Mozilla erfährt durch das Update auf Version 2.0.0.12 eine Fehlerbereinigung, die das Programm sicherer macht. (http://www.mozilla.org) .

Thunderbird 3 Code-Optimierungen, ein Kalender und weitere Neuerungen sind für Version 3 des E-Mail-Clients Thunderbird angekündigt. Eine erste Alpha erscheint demnächst, die finale Release vor Ende 2008.

MythTV 0.21 Die freie Mediacenter-Software MythTV (http://www.mythtv.org/modules.php?name=Downloads) bringt in Version 0.21 Unterstützung für Raumklang mit und bietet verschiedene Verzeichnisse für die Aufnahme mehrerer Programme an. Zudem haben die Entwickler einige Fehler korrigiert.

ODF-Plug-in 1.1 Microsoft hat ein Update des Open-Document-Converters (http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=169337) für die Tabellenkalkulation Excel und das Präsentationsprogramm PowerPoint nachgereicht. Für Microsoft Word gibt es das Plug-in schon seit Ende 2007.

Flock 1.1 Dem Schlagwort Social Networking hat sich der auf Firefox aufbauende Browser Flock (http://www.flock.com/versions) verschrieben. Er bindet die Webmailer Google und Yahoo in seine Oberfläche ein und dient so auch als Mailclient. Über ein Clipboard lassen sich Bilder per Mail verschicken. Außerdem unterstützt das Programm Googles Picasa-Bilderservice, Flickr, YouTube und verschiedene Blogs.

Mandriva Linux 2008 Spring Die Distribution (http://wiki.mandriva.com/en/2008.1_RC_1#Availability) hat mit Release Candidate 1 nahezu finalen Status erreicht. Neue Themes und aktuelle Anwendungen zeichnen die Frühlingsausgabe aus (siehe Vorabtest auf Seite 112).

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