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Erschienen in EasyLinux 02/2008   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

Kristian Kißling


Der neue Flashplayer beherrscht den Vollbildmodus. Wie Sie ihn einrichten, zeigen die Linux-Tipps. Sie erfahren zudem, wie Sie XMMS optisch aufmöbeln und Filme schauen, die nur aus farbigen Zeichen bestehen.

Tipp: Neuen Flashplayer für Firefox einrichten

Nachdem Windows es schon seit geraumer Zeit beherrscht, zeigt nun auch die Linux-Version von Adobes Flashplayer [1] Filme im Vollbildmodus. Die Version 9.0.115 überträgt zudem Videos, die auf den H.264-Codec setzen. Den handeln Experten als kommenden Standard für die Übertragung von Videos im Internet. Wer das alles nicht braucht, findet womöglich einen anderen Grund wichtig, um sich den neuen Player zu installieren: Er stopft laut Novell auch ein paar bestehende Sicherheitslecks [2].

Sie drücken dazu zunächst [Alt-F2] und tippen konsole in die sich öffnende Eingabezeile, um die gleichnamige Kommandozeile aufzurufen. Novell verweist [2] auf verschiedene Webseiten , die RPM-Pakete des Flashplayer für OpenSuse 10.2 und 10.3 anbieten. Nutzen Sie eine dieser Distributionen, laden Sie das passende Paket herunter. Schließen Sie den Browser und navigieren Sie auf der Kommandozeile mit cd in das Verzeichnis mit dem RPM-Paket. Dort geben Sie su root ein, um Root-Rechte zu erlangen. Anschließend installieren Sie das Paket:

rpm -Uhv flashplayer-version.rpm

Die Option -U sorgt dafür, dass OpenSuse ein eventuell vorhandenes älteres Flashplayer-RPM ersetzt. Sie sollten einen Balken sehen, der den Fortschritt der Installation anzeigt.

Auch Kubuntu-Nutzer öffnen zunächst ein Terminal. Sie drücken [Alt-F2] und geben konsole ein. Dann wechseln Sie zum Browser und laden das tar.gz-Paket direkt von der Webseite des Anbieters Adobe herunter [1] und schließen den Browser wieder. Sie wechseln zurück zur Konsole, um das Plug-in zu installieren. Navigieren Sie in das Verzeichnis mit dem Archiv und geben Sie folgenden Befehl ein:

tar -xvzf install_flash_player_9_linux.tar.gz

Nach dem Entpacken des Archivs finden Sie die zwei neuen Dateien flashplayer-installer und libflashplayer.so vor. Geben Sie ./flashplayer-installer ein, um die Bibliothek zu installieren. Es erscheint zunächst ein kleiner Text in der Konsole, drücken Sie [Eingabe] und dann erneut [Eingabe]. Die (englischsprachige) Aussage, dass Flashplayer die Bibliothek in das Verzeichnis .mozilla in Ihrem Home-Verzeichnis installiert, bestätigen Sie mit [Y] und [Eingabe]. Steht dort installation is complete, verlassen Sie das Programm über [N] und [Eingabe]. Nach dem Neustart von Firefox können Sie den Flashplayer einsetzen.

Tipp: Flash für den Konqueror

Um das Flash-Plug-in auch in KDEs Standardbrowser Konqueror zu integrieren, öffnen Sie den KDE-Browser und rufen den Menüpunkt Einstellungen / Konqueror einrichten auf. Im linken Bereich des sich öffnenden Fensters klicken Sie unter der Rubrik Plugins auf Nach neuen Plugins suchen (Abbildung 1) und dann auf Speichern. Konqueror durchsucht nun eine Reihe von Verzeichnissen und findet dabei das neue Plug-in, das Ihnen nach dem Neustart des Browsers zur Verfügung steht.

Abb. 1: Auch mit dem Konqueror nutzen Sie das Flashplayer-Plug-In. Über die Einstellungen sorgen Sie dafür, dass der KDE-Browser es auch findet.

Tipp: XMMS optisch aufmöbeln

Wer den Audioplayer XMMS kennt, weiß, dass dieser heute standardmäßig noch immer so aussieht wie vor zehn Jahren. Damit das nicht so bleibt, verpassen Sie der langlebigen Software eine Schönheits-OP. So bietet beispielsweise die Seite Gnomelook.org [3] in der Rubrik XMMS Themes eigene Skins oder Themes zum Herunterladen an. Das Theme "Vortigo" (Abbildung 2) finden Sie auch auf der Heft-DVD. Kopieren Sie es in ein Verzeichnis Ihrer Wahl, etwa in Ihr Home-Verzeichnis. Es handelt sich um ein Archiv mit der Endung wsz. Öffnen Sie den Konqueror und navigieren Sie in das Verzeichnis mit der Datei. Rufen Sie über einen Rechtsklick auf die Datei das Kontextmenü auf und wählen Sie Entpacken / Hier entpacken und dann ZIP im sich öffnenden Fenster.

Abb. 2: XMMS sieht plötzlich zeitgemäß aus. Das bewirkt ein Theme namens Vortigo.


Skin, Theme: Der grafischen Oberfläche einer Software verpassen Sie mit Hilfe von Skins (dt.: Verkleidungen) oder Themes nachträglich ein anderes Aussehen.

Sie erhalten auf diese Weise einen Ordner namens Vortigo_final. Den kopieren Sie in das versteckte Verzeichnis .xmms/Skins in Ihrem Home-Verzeichnis. Damit Konqueror den versteckten Ordner anzeigt, wählen Sie den gleichnamigen Punkt im Menü Ansicht aus. Taucht der Ordner trotzdem nicht auf, existiert er einfach nicht. Das bedeutet, Sie müssen XMMS zunächst über den Paketmanager Ihrer Distribution einspielen: Nach dem ersten Start der Audiosoftware erscheint auch das beschriebene Verzeichnis. Haben Sie den Ordner Vortigo_final dorthin kopiert, starten Sie XMMS erneut und klicken mit der rechten Maustaste auf die Oberfläche. Aus dem Kontextmenü wählen Sie Optionen / Skin-Browser oder drücken alternativ [Alt-S]. Im sich öffnenden Fenster wählen Sie Vortigo_final aus -- sofort ändert XMMS sein Aussehen. Auf demselben Weg testen Sie auch die anderen Verkleidungen von der Webseite.

Tipp: Zeichensalat mit MPlayer

Wer im heißen Sommer 2006 im Büro schwitzte, während in den deutschen Stadien die Fußball-WM lief, konnte die Spiele dennoch über das Internet verfolgen: Eine Webseite verwandelte die Bilder von ARD und ZDF in schwarz-weiße ASCII-Zeichen und übertrug den Salat ins Netz. Zugegeben -- viel zu sehen gabs nicht, aber das lag an der geringen Auflösung und dem monochromen Auftritt des Streams. Mit MPlayer können Sie beliebige Filme in Zeichensalat ummodeln und das in Farbe und höherer Auflösung -- die Bibliothek Libcaca machts möglich. Sie landet bei der Installation des MPlayer automatisch mit auf der Festplatte -- sowohl unter Kubuntu als auch unter OpenSuse.

Um sie in Aktion zu sehen, spielen Sie den Film über die Konsole ab. Drücken Sie [Alt-F2] und geben Sie konsole ein. Anschließend wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem sich der Film befindet, den Sie abspielen wollen. Mit dem Befehl

mplayer -vo caca film.avi

zeigt MPlayer den Film im beschriebenen Modus (Abbildung 2). Die Option -vo steht für video output und bewirkt, dass MPlayer den Film mit einem bestimmten Videotreiber abspielt. Welche davon der Videoabspieler noch parat hält, verrät der Konsolenbefehl mplayer -vo help | less. Er listet die Namen der angebotenen Treiber auf. Das Pipe-Symbol | übergibt das Ergebnis an less, das dafür sorgt, dass die Liste nicht blitzschnell über den Bildschirm rauscht, sondern Sie per [Pfeil-nach-unten] einen Eintrag nach dem anderen betrachten können.

Abb. 3: Libcaca wandelt einen Film in Zeichensalat um. Trotz deutlicher Qualitätseinbußen lässt sich der Film so auch auf der Konsole betrachten.

Tipp: Festes Gitter in Dia

Wenn Sie mit Dia Schaubilder und Diagramme konstruieren, erleichtern Sie sich die Arbeit, indem Sie die Objekte an einem Gitter im Hintergrund einrasten lassen. Das geht fix, wenn Sie auf der Dia-Arbeitsfläche den Menüpunkt Ansicht / Am Gitter einrasten wählen. Allerdings verschwindet der Effekt beim nächsten Start von Dia; am besten definieren Sie das Verhalten als Standard. Dazu rufen Sie im Diagrammeditor -- dem mit den Symbolen -- den Menüpunkt Datei / Einstellungen auf. Im Register Gitterlinien setzen Sie ein Kreuzchen bei Einrasten: Das sorgt dafür, dass Dia die Linien und sonstigen Figuren in festen Abständen zueinander ausrichtet.

Wenn Sie schon mal da sind, beheben Sie auch gleich einen weiteren Schönheitsfehler: Verkleinern Sie die Perspektive auf die Arbeitsfläche -- zum Beispiel von 200 % auf 100 % --, ändern sich standardmäßig auch die Abmessungen des Hintergrundrasters. Dabei verschieben sich die zuvor eingerasteten Linien und Figuren, was recht unschön aussieht. Damit Sie künftig nach dem Einrasten nicht ausrasten, weil plötzlich alle Linien schief zueinander stehen, entfernen Sie das Kreuzchen bei Gittergröße dynamisch anpassen. Nach einem Neustart von Dia stimmen die Relationen zwischen den einzelnen Teilen auch dann noch, wenn Sie in das Arbeitsblatt hineinzoomen.

Missfällt Ihnen zudem die Größe des Gitters, ändern Sie diesen Parameter auch gleich an derselben Stelle: Geben Sie dazu neben X-Gitterabstand und Y-Gitterabstand andere Werte ein. (kki)

Infos
[1] Adobes Flashplayer für Linux: http://www.adobe.com/shockwave/download/download.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash
[2] Novells Sicherheitswarnung: http://www.novell.com/linux/security/advisories/2007_69_flashplayer.html
[3] Zierden für den Gnome-Desktop: http://www.gnome-look.org

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