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Marcel Hilzinger
Wer einen Film aufnimmt, hat entweder keine Zeit, ihn gleich anzuschauen, oder er möchte ihn später noch einmal anschauen und dazu auf eine DVD brennen. In beiden Fällen benötigt man die Reklame zwischendurch und Reste anderer Sendungen vor oder nach der Aufnahme normalerweise nicht. Mit dem KDE-Tool Dvbcut [1] schneiden Sie Überflüssiges weg und sichern nur das gewünschte Filmmaterial.
Sie starten Dvbcut über [Alt-F2] und den Befehl dvbcut. Das Programm gibt es zurzeit nur mit englischen Menüs, die Benutzung ist aber sehr einfach. Öffnen Sie nach dem Start des Programms über einen Klick auf das Ordnersymbol oder File / Open Ihre TV-Aufnahme. Der Auswahldialog zeigt in der Grundeinstellung nur Dateien mit der Endung .dvbcut, .mpg und .ts an. Kaffeine speichert die DVB-Sendungen jedoch als MPEG-2-Transport-Stream mit der Endung .m2t. Stellen Sie deshalb den Filter im Auswahldialog auf All files (*), um auch diese Dateien zu sehen (Abbildung 1).
Dvbcut benutzt zum Schneiden eine Indexdatei. So arbeitet das Programm auch auf weniger starken Rechnern ziemlich flott. Nachdem Sie eine Datei geöffnet haben, erscheint deshalb ein zweiter Dialog, den Sie in der Regel einfach per Klick auf Speichern schließen können. Dvbcut erstellt dann zur MPEG-Datei eine gleichnamige Indexdatei mit der Endung .idx bzw. lädt die gleichnamige Indexdatei, falls diese bereits vorhanden ist. Den von Dvbcut vorgeschlagenen Dateinamen und die Adresse müssen Sie nur dann ändern, wenn sich der Film zum Beispiel auf einer DVD oder CD befindet, da das KDE-Programm darauf nicht schreiben kann.
Nach diesen zwei Dialogen importiert Dvbcut den Film und zeigt das erste Bild an. Je nach Länge der Sendung dauert der Import ein paar Minuten, der Fortschrittsbalken unten rechts informiert Sie über den aktuellen Zustand.
Unter dem Standbild (Abbildung 3) sehen Sie zwei Skalen. Mit dem oberen Regler scrollen Sie linear durch den kompletten Film, der untere dient der Feinjustierung. Dvbcut kennt zwei Arten von Markern: Start und Stop. Per Klick auf das grüne Dreieck setzen Sie eine Startmarke, das rote Viereck setzt eine Endmarke. Für die Weiterverarbeitung mit Dvdauthor gibt es auch noch Kapitelmarker (C-Symbol) und Lesezeichen (B-Symbol). Im Detail gehen Sie für das Schneiden folgendermaßen vor:
Diese Schritte wiederholen Sie für sämtliche Unterbrechungen. Bei aufwändigen Schnitteinstellungen lohnt es sich, das Projekt über File / Save oder [S] zu speichern, damit Sie die Schnitte nicht noch einmal wiederholen müssen, falls das Programm abstürzen sollte oder Sie das Projekt später fortsetzen möchten. Beim nächsten Start von Dvbcut öffnen Sie dann einfach die entsprechende .dvbcut-Datei.
Für jeden Marker legt Dvbcut links ein Vorschaubild an. Ein Doppelklick darauf bringt Sie zur entsprechenden Stelle. Möchten Sie einen Eintrag löschen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Marker und wählen Delete. Achten Sie darauf, dass Sie die Marker immer in der Reihenfolge Start-Stop-Start-Stop setzen. Haben Sie alle benötigten Schnittmarken gesetzt, sichern Sie den geschnittenen Film über File / Export Video. (Mit der im Menü fälschlicherweise angegebenen Taste [P] spielen Sie den Film ab.) Den von Dvbcut vorgeschlagenen Dateinamen können Sie bei Aufnahmen von Kaffeine übernehmen. Der exportierte Film bekommt dann die Dateiendung .mpg, das ungeschnittene Material bleibt als .m2t erhalten. Haben Sie jedoch eine Datei geöffnet, die bereits die Dateiendung .mpg trägt, dann müssen Sie den vorgeschlagenen Namen ändern, um das Ursprungsmaterial nicht zu überschreiben.
Beim Export haben Sie die Wahl zwischen vier Formaten. Wenn Sie die Dateien später noch mit anderen Programmen weiterverarbeiten möchten, ist eventuell nicht jedes dieser vier Exportformate geeignet -- probieren Sie es dann der Reihe nach mit allen vier Formaten.
Am Ende des Exportvorgangs zeigt Ihnen das Programm noch eine einfache XML-Datei für das Programm dvdauthor an. Mit diesem Programm erstellen Sie die Dateistruktur für einen DVD-Film. In unseren Tests importierte Dvdauthor die Kapitelinformationen jedoch nicht. Der Weg über die XML-Datei ist jedoch der schnellste um eine ganz einfache Film-DVD zu erstellen:
Dvdauthor erstellt daraufhin in einem neuen Verzeichnis die für eine Film-DVD benötigte Ordnerstruktur mit den Verzeichnissen VIDEO_TS und AUDIO_TS, wandelt den Film in das passende Format um und legt die benötigten Metainformationen an. Die beiden Verzeichnisse brennen Sie dann mit K3b auf eine DVD.
Um einen Film in Dvbcut abspielen zu können, muss der Mediaplayer MPlayer installiert sein. Ein Klick auf das Play-Symbol startet dann die Wiedergabe. Die Knöpfe links vom Play-Button spielen eine kurze Tonvorschau ab (2 Sekunden). Unter dem Vorschaubild zeigt Dvbcut links die Spielzeit in Stunden, Minuten und Sekunden an, auf der rechten Seite zählt Dvbcut die Einzelbilder (Frames). Von diesen gibt es drei verschiedene Typen: Ein I-Frame speichert immer ein komplettes Bild, ein P-Frame nur die Unterschiede zum vorhergehenden Bild, dadurch benötigt er weniger Platz. Ein B-Frame zeigt die Unterschiede zum vorhergegangenen und zum nachfolgenden Bild an, diese Frames sind noch sparsamer, was den Plattenplatzverbrauch angeht. Geben Sie die Nummer eines bestimmten Frames ein und klicken auf Go, springt Dvbcut zum ausgewählten Standbild. Einen Eindruck von der Technik hinter dem MPEG-Format vermittelt Ihnen Dvbcut, wenn Sie aus dem Menü den Eintrag View / Show difference to current picture auswählen. Sie sehen dann, welche Informationen der aktuelle Frame enthält. (mhi)
| Infos |
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[1] Dvbcut: http://dvbcut.sourceforge.net/
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Auf der Heft-DVD:
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Last modified: 2008-09-26 18:30
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