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Tim Schürmann
Entführt -- sie wurden einfach entführt: zwei unschuldige schwedische Spieleprogrammierer. Am hellichten Tag stürmten zwei unbekannte Männer das Büro von Alexey und Markus. Mit psychologisch geschickter Überredungskunst und zwei geladenen Pistolen verschleppten sie die beiden in eine karge Hütte mitten in einem einsamen Wald. Hier sollen sie für "den Boss" ihr nächstes Computerspiel fertigstellen -- und das möglichst flott. Eine Flucht scheint unmöglich. Ihre einzige Hoffnung ist ein kleiner Roboter, den Alexey und Markus glücklicherweise noch kurz vor ihrer Entführung erfunden hatten.
Blocks That Matter ist ein kommerzielles Spiel des unabhängigen französischen Entwicklerteams Swing Swing Submarine. Bislang bekommt man es ausschließlich über die Internetdienste indievania, Desura oder Gameolith. Entsprechende Links dorthin findet man auf der Blocks-That-Matter-Homepage [1]. Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, darf die ersten Levels mit einer Testversion anspielen. Wie man sie in Betrieb nimmt, verrät der Kasten Probierstube.
Der Tetrobot getaufte Roboter sieht aus wie eine kleine Waschmaschine mit Armen und Beinen. Auf der Suche nach Alexey und Markus lässt ihn der Spieler durch verwinkelte Landschaften hüpfen. Ziel ist immer ein kleines Portal, das den Tetrobot in das nächste von insgesamt 40 zu durchquerenden Levels katapultiert. Das Portal zu erreichen, ist jedoch nicht immer ganz einfach: Mal versperren Mauern den Weg, mal sind weite Abgründe zu überbrücken.
Glücklicherweise kann der Tetrobot Gesteinsblöcke abbauen, diese in seinem Innern aufbewahren und dann bei Bedarf wieder in die Landschaft kleben (Abbildung 1). Dabei sind ihm allerdings ein paar Grenzen gesetzt: Um einen Block aufzunehmen, muss er entweder mit dem Kopf mehrfach von unten dagegen springen oder ihn mit seinem eingebauten Bohrer wegfräsen. Blöcke, auf denen er steht, kann er darum nicht abbauen. Darüber hinaus kann der Tetrobot immer nur vier Blöcke gleichzeitig verbauen, von denen mindestens ein Stein an einer Wand, der Decke oder dem Boden befestigt sein muss. Das gesamte Vorhaben erschweren hier und da herumwuselnde Schleimmonster, die dem Tetrobot an die Elektrik wollen (Abbildung 2).
Zu guter Letzt existieren auch noch verschiedene Gesteinsarten mit unterschiedlichen Eigenschaften (Abbildung 3). So schliddern Eisklötze eine Weile über die Erde, während Sandblöcke immer einen festen Untergrund benötigen -- andernfalls rutschen sie nach unten weg. Zu Beginn des Spiels kann der Tetrobot nur einige wenige Gesteinsarten abbauen. Im späteren Verlauf rüsten spezielle Maschinen weitere wichtige Funktionen nach. Hierdurch kann der Roboter dann z. B. acht oder mehr in einer Reihe liegende Blöcke wegsprengen (Abbildung 4) -- Tetris lässt grüßen. Gelegentlich melden sich Alexey und Markus über einen sicheren Kommunikationskanal und geben wertvolle Tipps. Auf diesem Weg erzählt das Spiel auch die recht spannende Hintergrundgeschichte weiter, Zwischensequenzen gibt es nicht.
In jedem Level haben die Entwickler eine spezielle Schatzkiste versteckt. Wer sie erreicht und zum Ausgang trägt, erhält einen "Block That Matters". Diese Blöcke zeigen das Symbol eines Videospiels, das in irgendeiner Weise mit Blöcken Videospielgeschichte geschrieben hat oder noch schreiben wird. Konnten Sie genügend Blocks That Matter sammeln, schaltet das Spiel einen der insgesamt 20 Bonuslevel frei. Die Schatzkisten zu erreichen, ist allerdings nicht leicht und manchmal nur mit spezieller Ausrüstung zu bewerkstelligen, die der Tetrobot erst in einem späteren Level erhält. Nicht nur deshalb darf man einmal absolvierte Karten jederzeit noch einmal in Angriff nehmen -- denn vielleicht findet man neben der Schatztruhe auch eine bessere Lösung mit weniger gesetzten Blöcken.
Wer schließlich alle 40 Levels durchgespielt hat, bastelt sich mit dem integrierten Level-Editor kurzerhand eigene Karten und teilt sie direkt aus dem Spiel heraus mit anderen Blocks-That-Matter-Fans.
Im Spiel selbst navigiert man mit den Pfeiltasten, die Eingabetaste wählt einen Menüpunkt aus. Einsteiger wählen den Adventure Mode und entscheiden sich im nächsten Schirm für die ganz linke Option (der Kasten mit dem Tetrobot). Die dann angezeigten weißen Würfel stehen jeweils für einen Level. Wenn man noch keinen gespielt hat, muss man den ersten mit der Eingabetaste bestätigen. Damit startet nach einer kurzen Einführungssequenz endlich das eigentliche Spiel. Den Tetrobot steuert man über die Pfeiltasten, die Leertaste lässt ihn hüpfen; die weitere Bedienung erklären Alexey und Markus. Im ersten Level gilt es übrigens, den Tetrobot noch ohne Bohrer in die linke obere Ecke zu einer Maschine zu bugsieren.
Gut geklaut ist halb gewonnen -- so könnte man den lustigen Mix aus Tetris, Minecraft und Super Mario Bros zusammenfassen. Wer einmal angefangen hat, kann jedenfalls nicht so schnell wieder aufhören: Blocks That Matter macht regelrecht süchtig. Dazu tragen nicht zuletzt auch die vielen Details und Einfälle der Entwickler bei. Obendrein möchte man wissen, wie die Entführungsgeschichte denn nun weitergeht.
Allerdings braucht man eine Weile, bis man die etwas komplexe und mitunter fummelige Steuerung beherrscht. In den späteren Leveln warten zudem einige hammerharte Kopfnüsse auf den Spieler. Immerhin gibt es kein Zeitlimit, man darf so lange und so oft knobeln, wie man möchte. Sterben kann der Tetrobot ebenfalls nicht -- im schlimmsten Fall muss man den aktuellen Level noch einmal von vorne beginnen.
Blocks That Matter ist kinderfreundlich, steigert den Schwierigkeitsgrad im richtigen Maße und hat durch die zahlreichen versteckten Bonusgegenstände einen hohen Wiederspielwert. Mit immer wieder neuen, pfiffigen Ideen sorgt das Spiel für Abwechslung -- z. B. wenn man plötzlich vor einem überdimensionalen Schleimmonster schnell reißaus nehmen muss. (hge)
| Probierstube |
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Wer Blocks That Matter probespielen möchte, geht dazu wie folgt vor:
Sollte das nicht funktionieren, klicken Sie zunächst mit der rechten Maustaste in einen weißen Bereich des Dolphin-Fensters, wählen unter OpenSuse Aktionen / Open Terminal Here bzw. unter Kubuntu Aktionen / Terminal hier öffnen, tippen im neu erscheinenden Fenster sh BTM_launcher_linux.sh ein (dabei Groß- und Kleinschreibung beachten) und drücken die Eingabetaste. Verweigert Blocks That Matter immer noch den Dienst, rufen Sie unter OpenSuse den Paketmanager auf (Rechner / Software installieren/entfernen) und stellen darin sicher, dass die Pakete java-1_6_0-openjdk und openal-soft installiert sind. Unter Kubuntu wählen Sie den Menüpunkt Rechner / Muon-Programmverwaltung und spielen das Paket JavaJDK Java 6 Runtime ein. |
| Blocks That Matter | |
| Bezugsquelle: | http://www.swingswingsubmarine.com/ |
| Entwickler: | Swing Swing Submarine |
| Lizenz: | kommerziell |
| Preis: | 4,99 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3-D-Grafik, 2 GByte Hauptspeicher, 400 MByte freier Plattenplatz |
| Infos |
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[1] Blocks That Matter: http://www.swingswingsubmarine.com/games/blocks-that-matter/
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Last modified: 2012-01-02 21:27
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