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Erschienen in EasyLinux 02/2012   »   Ausgabe bestellen

Neue Software


Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor, und auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise.

GPodder

Mit GPodder behalten Sie auch bei vielen abonnierten Podcasts den Überblick: Das Programm fasst sie in einer mit Icons versehenen Liste zusammen, sucht automatisch nach neuen Episoden und verwaltet die Downloads.

Manchmal erleichtert ein simples Programm spürbar das Leben. Ein Beispiel dafür ist das Podcast-Programm GPodder (Abbildung 1) [1]. Es zeigt alle abonnierten Podcasts in einer Liste am linken Fensterrand. Die den Podcasts zugeordneten Icons sorgen für Übersicht.

In einstellbaren Abständen oder per Knopfdruck überprüft es die Feeds auf neue Episoden, die -- sortiert nach Veröffentlichungsdatum, Titel oder Größe -- in der Episodenliste in der Mitte des Fensters landen. Ein Doppelklick auf eine Episode zeigt einen zusammenfassenden Text, sofern der Podcast einen solchen mitliefert.

Podcasts lassen sich in diesem Dialog entweder direkt abspielen oder für späteres Anhören herunterladen. Wie viele Episoden eines Podcasts bereits auf der lokalen Festplatte liegen und wie viele davon Sie noch nicht angehört haben, zeigen kleine Icons am rechten Rand der Podcast-Liste an.

Abb. 1: Weltbewegende Neuerungen bietet GPodder nicht. Doch alles, was für Komfort und Übersicht nötig ist, ist vorhanden.

Kerngeschäft

Damit sind die wichtigsten Funktionen von GPodder schon umrissen. All das ist im Prinzip auch im Webbrowser Firefox zu haben, denn bei Podcasts handelt es sich bloß um RSS-Newsfeeds, nur eben nicht mit Textinhalt, sondern mit Links auf Mediendateien.

Aber den dynamischen Lesezeichen (Abbildung 2), als die der Browser Podcasts genau wie gewöhnliche RSS-Nachrichten-Feeds behandelt, fehlt es an Komfort: Wegen des immer gleichen orange-weißen Symbols lassen sich die Feeds optisch schlecht auseinander halten. Außerdem zeigt Firefox nur den jeweils aktuellen Inhalt auf dem Webserver des Feed-Anbieters. GPodder dagegen speichert ältere Episoden auf Wunsch lokal.

Abb. 2: Der leistungsfähige Browser Firefox kann auch mit Podcasts umgehen. Doch richtig Spaß macht das Podcast-Hören damit nicht.

Standortunabhängig

Zum Service des GPodder-Teams gehört ein Server, der die Abonnements mehrerer Computer synchronisiert und vor Datenverlust schützt. Über die Funktion Abonnements Zu OPML-Datei exportieren lassen sich die gesammelten Schätze auch als Datei weitergeben, ohne die Daten der Obhut eines externen Servers anzuvertrauen.

GPodder integriert einen Download-Manager, mit dem sich die Geschwindigkeit beim Herunterladen begrenzen lässt, so dass Sie parallel auch noch zügig im Internet surfen. Da bei Videopodcasts große Datenmengen anfallen, löscht das Programm die Downloads auf Wunsch nach dem Abspielen oder nach einer festgelegten Zeitspanne. Das automatische Löschen lässt sich gezielt für bestimmte Downlaods deaktivieren.

Suchen und Finden

Um zu sehen, welche Podcasts bereits heruntergeladen sind, sich also sofort abspielen lassen, schränken Sie die Episodenliste mit Ansicht / Heruntergeladene Episoden ein oder drücken [Strg-2]. [Strg-0] zeigt alle Episoden, [Strg-1] schließt die explizit gelöschten aus, [Strg-3] zeigt nur die noch nicht abgespielten an. Wenn Sie nach einem bestimmten abonnierten Podcast suchen möchten, klicken Sie in die Podcast-Liste und tippen den Suchbegriff ein. Auch für die Episodenliste gibt es eine solche Suchfunktion.

Gadgets

Wer einen iPod besitzt, kann diesen in GPodder mit den heruntergeladen Episoden synchronisieren -- allerdings nur mit Version 2 von GPodder. In Version 3 haben die Entwickler dieses Feature vorläufig entfernt. Da das kürzlich erschienene Update der 2er-Versionsschiene von GPodder (Version 2.20.1) ohnehin die wesentliche Neuerung, eine integrierte Videosuche auf YouTube, zurückportiert, ist auf der EasyLinux-DVD diese Version enthalten.

Auf Android-Gerate lassen sich die Dateien per Bluetooth kopieren, doch wegen der mäßigen Übertragungsgeschwindigkeit ist es besser, die Dateien per USB zu übertragen. Mit Senden an / Lokaler Ordner kopieren Sie die Podcast-Datei in einen beliebigen Ordner, also auf Wunsch auch auf die am Desktop-Rechner eingehängte Speicherkarte des Smartphones.

Die Redaktion meint

GPodder automatisiert den Podcast-Download und synchronisiert mehrere Computer und mobile Geräte. Mehr braucht es für die simple Technik der Podcasts nicht.

Bewertung

3 von 5 Sternen

Infos
[1] GPodder: gpodder.org

Krename

Wer würde stupide Arbeiten wie das Umbenennen vieler Dateien nach einem einheitlichen Schema nicht am liebsten dem Computer überlassen? Krename stellt eine grafische Oberfläche dafür zur Verfügung.

Krename [1] automatisiert das mühselige Umbenennen vieler Dateien. Es verarbeitet dabei Datei- und Verzeichnisnamen, Dateiendungen, das Erstellungs- und letzte Zugriffsdatum sowie bei Musik- und Grafikdateien auch die enthaltenen beschreibenden Tags. Dies Software erzeugt daraus nach wählbaren Regeln einheitliche Namen oder verschiebt die Dateien in Unterordner.

Zehn auf einen Streich

Ein Beispiel veranschaulicht die Arbeitsweise der Programms: Sie haben zehn Versionen des Artikels, an dem Sie gerade arbeiten, als Artikel_01.txt bis Artikel_10.txt gespeichert. Nun möchten Sie die Dateien in Artikel_über_Krename_01.txt bis Artikel_über_Krename_10.txt umbenennen.

Wählen Sie dazu zunächst die Dateien im Reiter 1. Dateien aus (Abbildung 3). Im Reiter 2. Ziel entscheiden Sie sich zwischen Umbenennen, Kopieren oder Verschieben der neu benannten Dateien.

Abb. 3: Krename ist ein leistungsfähiges, wenn auch etwas sperrig zu bedienendes Programm zum automatischen Umbenennen von Dateien. Es ersetzt Zeichenketten in Dateinamen und greift dabei auch auf eingebettete Information wie ID3-Tags zurück.

Umgetauft

Im Reiter 4. Dateiname geht es um das eigentliche Umbenennen. Für unser Beispiel reicht die Option Einfacher Dateiname aus. In der Standardeinstellung sind die Präfix- und Suffix-Zeilen leer. Als Dateiname ist der ursprüngliche Dateiname, als Erweiterung die ursprüngliche Erweiterung ausgewählt.

Klicken Sie rechts oben auf den Button Suchen und Ersetzen. Geben Sie nach einem Klick auf Hinzufügen den Suchtext Artikel ein. In das Feld Ersetzen durch gehört Artikel_über_Krename. Wer sich mit den aus vielen Programmiersprachen bekannten regulären Ausdrücken auskennt, darf sie hier benutzen.

Ein Klick auf den Button Abschließen führt die Aktion aus. Gut zu wissen: Sie lässt sich auch wieder rückgängig machen.

Neu verteilt

In einem zweiten Anwendungsbeispiel, bei dem Krename der Ordnung mit wenig Aufwand auf die Sprünge hilft, haben sich in einem Ordner zig oder gar hunderte Dateien angesammelt. Nun möchten Sie alle Dateien nach Tagen oder Monaten gruppiert in Unterordner verschieben.

Wählen dazu zunächst wieder die Dateien im Reiter 1. Dateien aus. Aktivieren Sie im Reiter 2 die Option Umbenennen. Das Verschieben kommt in diesem Beispiel dadurch zustande, dass der neue Dateiname ein /-Zeichen enthält. Dazu nutzen Sie das Präfix-Feld im Reiter 4. Dateiname, dessen Inhalt das Programm vor dem alten Dateinamen einfügt.

Für das Änderungsdatum klicken Sie auf das Glühbirnen-Icon neben dem Präfix-Feld. Wählen sie dann in der linken Kategorieliste Datums- und Systemfunktionen sowie [creationdate;yyyy-MM-dd] und bestätigen Sie mit einfügen. Hängen Sie hinter dem Datumsbefehl in eckigen Klammern, der nun im Feld Präfix steht, noch einen Schrägstrich an, der ein Verzeichnis aus dem Datumstext macht.

yyyy steht für eine vierstellige Jahreszahl, MM für den Monat, dd den Tag. Diese Darstellung folgt der ISO-Norm 8601 [2]. Drehen Sie die Reihenfolge von MM-dd in das in Deutschland übliche dd-MM um oder entfernen Sie die Zeichenfolge -dd, wenn Sie die Dateien nach Monaten gruppieren möchten.

Blick ins Innere

Außer den vorgestellten Funktionen sind noch das Exif2-Modul hervorzuheben, das von der Digitalkamera eingebettete Informationen in den Dateinamen kopiert. Dabei kann es sich um so unterschiedliche Informationen wie Belichtung oder Blitzeinsatz handeln, bei Bildern vom Smartphone auch um die GPS-Koordinaten. Bei Musikdateien liefert die Taglib-Funktion Daten wie Künstler- oder Albumname oder Stilrichtung.

Die Redaktion meint

Krename ist ein leistungsfähiges Tool. Anwendern, die sich mit dem Programm auskennen, gelingt praktisch jede automatisiert umsetzbare Umbennungsaktion. Leider ist die Dokumentation lückenhaft und veraltet.

Bewertung

3 von 5 Sternen

Infos
[1] Krename: http://www.krename.net/
[2] ISO-Datumsdarstellung: http://de.wikipedia.org/wiki/ISO_8601#Darstellung

OrDrumBox

Zwei Gitarristen, einen Keyboarder und einen Schlagzeuger braucht eine richtige Band. Schon lange lässt sich aber der eine oder andere Mitspieler durch den Computer ersetzen -- zumal mit einer Software wie OrDrumbox, die künstliche Intelligenz für sich beansprucht.

Der Drum-Sequencer OrDrumbox (Abbildung 4) [1] ist eines der vielen freien Musikprogramme mit Spaß- und Klangpotenzial. Es erreicht nicht den Funktionsumfang der mehrere hundert Euro teuren Profi-Anwendungen. Doch wer es zum ersten Mal startet und den Demo-Song anhört, merkt sofort, dass in dem dank Java auf vielen Betriebssystemen einsetzbaren Programm eine Menge Musik steckt.

Abb. 4: OrDrumbox ist ein leistungsfähiger Drum-Sequencer mit angenehmer Bedienung. Er beinhaltet allerdings keine Effekt-Plug-ins und arbeitet nicht mit dem von Musikern geschätzten Sound-Server Jack zusammen.

Bewährtes Strickmuster

Legen Sie die Java-Archivdatei ordrumbox-V0.9.08.jar in einem beliebigen Ordner ab und starten Sie das Programm mit java -jar ordrumbox-V0.9.08.jar. Java (das Paket java-1_6_0-openjdk unter OpenSuse bzw. openjdk-6-jre unter Ubuntu) muss dafür installiert sein.

Die Software funktioniert nach dem klassischen Drum-Computer-Prinzip, bei dem sich kürzere Einheiten ("Patterns") zu einem Song kombinieren lassen. Der Pattern-Editor (Markierung 1 in Abbildung 4) zeigt für jedes Instrument (kick, shaker usw.) eine horizontale Spur. Die Spur ist in vier Takte zu je vier Schlägen eingeteilt. Höhere Auflösungen oder längere Patterns lassen sich umsetzen.

Ein Trommelschlag eines Instruments entsteht durch einen Mausklick in das dem Schlag zugeordnete Kästchen, weitere ein oder zwei Klicks erhöhen die Lautstärke. Weiße Striche im Track stehen für eine Schleife, die Sie durch viermaliges Klicken einfügen.

In der Abbildung erklingt zum Beispiel alle vier Takte hindurch ein Schlag des Instruments kick auf dem ersten Viertel. Statt dies für alle Takte einzutragen, wird hier der erste Takt wiederholt. Die folgenden Takte dürfen trotzdem noch weitere Schläge enthalten, die die Software dann mit den Klängen der Schleife überlagert.

Den Ton treffen

Grün markierte Trommelschläge erklingen in einer bestimmten Tonhöhe, standardmäßig als C in Oktavlage 3 ("C3"). Möchten Sie dies verändern, öffnen Sie die Spur mit einem Doppelklick auf den Instrumentnamen in der so genannten Piano Roll (Markierung 3 in der Abbildung).

Bei diesem von vielen Musikprogrammen genutzten Darstellungsprinzip lässt sich zusätzlich zum Zeitpunkt des Erklingens die Tonhöhe durch die vertikale Lage des Kästchens festlegen. Um welche Note es sich handelt, lesen Sie an der am rechten Rand eingeblendeten Klaviertastatur ab. Bei Drum-Samples sorgt eine Variation der Tonhöhe für unterschiedliche Klangschattierungen. Dank des integrierten Software-Synthesizers spielt OrDrumbox aber auch Basslinien, Akkorde oder Melodien.

Abwechslung erfreut

Bei rot markierten Trommelschlägen variiert die Software die Tonhöhe zufällig, so dass keine Wiederholung eines Takts ganz wie die andere klingt. Auch der Zeitpunkt eines Trommelschlags lässt sich für jeden Durchlauf per Zufallsprinzip geringfügig verschieben (Regler human in der oberen Hälfte des Track-Editors), um einen natürlicheren Klang zu erzeugen.

Außerdem lassen sich dort noch die relative Tonhöhe des ganzen Tracks und seine Lautstärke einstellen. freq regelt die Wahrscheinlichkeit, mit der die Schläge im Track erklingen. Nur bei 100 Prozent (beziehungsweise 99 Prozent, da der Regler den Prozentsatz offenbar nicht ganz exakt anzeigt) spielt das Programm sie bei jedem Durchlauf.

Intelligenz gefragt

Überhaupt sind Automatisierungen auf der Basis "künstlicher Intelligenz", wie die Programmautoren es nennen, eine der Stärken von OrDrumbox: fill, rand und alter im Pattern-Editor erzeugen zufallsbasiert neue Rhythmusabschnitte oder variieren bestehende, mit wieviel musikalischem Talent auch immer. Im Test klangen die Patterns zumindest stets irgendwie rhythmisch, gelegentlich tatsächlich (fast) wie handgemacht.

Die Software komponiert mit automatischer Variation nicht bloß Rhythmusabschnitte, sondern auch gleich ganze Songs. Auf der Hompage des Programms steht ein Hörbeispiel, das komplett mit den OrDrumbox-Automatisierungen entstanden ist [2]. Zumindest klingt dieser Rhythm-Sample so stimmig, dass man einen menschlichen Schöpfer dahinter vermuten könnte.

Wermutstropfen

Einige Defizite weist OrDrumbox neben vielen gelungen Features leider auch auf: So arbeitet das Programm nicht mit dem von Musikern unter Linux bevorzugten Sound-Server Jack [3] zusammen. Auch mit Effekt-Plug-ins weiß die Software nichts anzufangen. Die Einstellungsmöglichkeiten im integrierten Mixer (3 in der Abbildung) sind bescheiden. Schon eine ordentlich simulierte Raumakustik ist nur durch Nachbearbeitung in einem Wave-Editor wie Audacity [3] oder Ardour [4] zu haben.

Die Redaktion meint

OrDrumbox ist ein flüssig bedienbarer Drum-Sequencer, der als besonderen Bonus noch leistungsfähige Automatisierungen mitbringt. Die Dokumentation auf der Webseite ist leider mangelhaft. Nur wer sich mit Sequencern auskennt, findet sich rasch zurecht. Eine gewisse Hilfestellung bieten Tutorial-Videos im Netz [5].

Bewertung

4 von 5 Sternen

Infos
[1] OrDrumbox: http://www.ordrumbox.com/
[2] Vollautomatisch komponierte Demo: http://www.ordrumbox.com/sounds/RandomDemo_120BPM.ogg

Jack Audio Server: http://jackaudio.org/

[3] Audacity: http://audacity.sourceforge.net/
[4] Ardour: http://ardour.org/
[5] Video-Tutorials: http://www.ordrumbox.com/video-tutorial.php

RedNotebook

Wer Notizen, Protokolle oder Brainstormings zügig am Computer festhalten möchte, findet dafür in RedNotebook ein Programm mit ausgesprochen handlicher Bedienung. Es nutzt das Wiki-Prinzip zur Textformatierung, Web-2.0-Techniken sorgen für einen schnellen Zugriff auf die Aufzeichnungen.

Gut, wenn man sich alles aufgeschrieben hat! Dass es aber nicht reicht, wenn alles Wichtige auf irgendeinem Zettel oder in einer Datei steht, merkt man schnell, sobald man nach einer bestimmten Information sucht.

Ordnung ins Chaos bringt die Journal-Software RedNotebook (Abbildung 5) [1]. Ihre Entwickler legten besonderen Wert darauf, dass das Strukturieren der Informationen leicht von der Hand geht, die Ordnung also fast von selbst entsteht. Sonst, so muss jeder ehrliche Zeitgenosse gestehen, gelingt es meist nicht, sie konsequent zu halten.

Abb. 5: RedNotebook speichert Notizen aller Art ansprechend formatiert und sorgt dafür, dass sie bei Bedarf leicht wiederzufinden sind.

Mühelos geordnet

Das grundlegendste Suchhilfsmittel funktioniert tatsächlich ohne Zutun des Benutzers: Jeder Eintrag ist einem Datum zugeordnet, so dass er sich über den Kalender links oben im Fenster leicht öffnen lässt.

Unter dem Kalender zeigt das Programm eine so genannte Tag Cloud an. Diese Schlagwortwolken, bei denen Einträge um so größer erscheinen, je häufiger sie vorkommen, haben sich in sozialen Netzen bewährt, weil sie Trends anschaulich visualisieren.

RedNotebook erzeugt eine Tag Cloud aus den häufigsten Wörtern der Journalinhalte. Im Gegensatz zu einer Schlagwortsuche finden Sie damit den gewünschten Eintrag auch dann, wenn Sie nicht mehr wissen, ob Sie darin das Schlagwort "Unternehmen" oder "Betrieb" benutzt haben.

Eine gewöhnliche Schlagwortsuche gibt es trotzdem noch: Den Suchindex erzeugt die Software in Echtzeit, er muss nicht per Hand aufgefrischt werden. Treffer zeigt die Software im Text farblich hervorgehoben an.

Richtig ausgezeichnet

Zu guter Letzt bietet RedNotebook noch eine besonders leistungsfähige Auszeichnungstechnik, welche die Entwickler schlicht Metadaten genannt haben. Es handelt sich dabei aber nicht um einfache Themenmarkierungen, wie die Bezeichnung Add Tag (Themenauszeichnung hinzufügen) des zugehörigen Buttons eigentlich vermuten lässt. Vielmehr unterstützt das Programm Tag-Werte-Paare, zum Beipiel "Thema=Finanzen" oder "Eintragstyp=Meeting-Protokoll".

Diese Funktion ist auch in die Suche integriert: Wer ein in den Einträgen benutztes Tag eingibt, erhält eine Liste aller ihm im ganzen Journal zugewiesen Werte, zum Beispiel: "Meeting-Protokoll", "Telefon-Protokoll" und "Brainstorming" für die Suche nach dem "Eintragstyp".

Innere Werte

Auch die Texteinträge selbst lassen sich ordentlich strukturieren. Dazu stellt RedNotebook Überschriften in fünf Ebenen, Gliederungen sowie die üblichen Hervorhebungen (Fett, Kursiv, Unterstreichen und Durchstreichen) bereit.

Anders als in Textverarbeitungsprogrammen formatieren Sie aber nicht durch Markieren eines Textausschnitts und einen Klick auf die Button-Leiste. Vielmehr legen Sie Formate mit Steuerzeichen fest, zum Beispiel

RedNotebook hebt diese Steuerzeichen nach dem Eingeben farblich hervor und zeigt auch den eingeschlossenen Text der gewählten Formatierung entsprechend an. Über den Button, der je nach gewählter Ansicht mit Vorschau oder Bearbeiten beschriftet ist, wechseln Sie aus dem Editiermodus in eine Anzeige, welche die Steuerzeichen ausblendet; ein zweiter Klick bringt Sie zur ursprünglichen Ansicht zurück.

Tempo zählt

Wer schon mit einem Wiki wie Wikipedia.org gearbeitet hat, kennt das Prinzip der Formatierungs-Codes und weiß, dass es nach etwas Eingewöhnung sehr effizient ist. Für den Einstieg gibt es in der Button-Leiste des Programms die Drop-down-Listen Einfügen und Formatierung, die Überschriften oder Listen an der Cursorposition erstellen oder ausgewählten Text mit Formatierungs-Code umgeben.

Unter Einfügen finden sich auch die Einträge Bild und Datei. Alternativ können Sie den Dateipfad in Wiki-Manier auch direkt eintippen. Nach dem Wechsel in die Vorschau zeigt das Programm Bilder direkt im Dokument an. Für andere Dateien ist ein Link zu sehen, der sie mit dem in der Desktopumgebung eingestellten Programm öffnet. Auch Web-Adressen funktionieren.

Druckreif

Für den Austausch der in RedNotebook protokollierten Daten beherrscht das Programm den Export in PDF- und HTML- sowie unformatierte Textdateien. Anhänger des Textsatz-Systems TeX [2] erhalten mit dem LaTeX-Export gutes Ausgangsmaterial für anspruchsvoll gestaltete Seiten oder Präsentationen. Beim Export können Sie den Eintrag eines Tages oder alle Einträge eines Datumsbereichs auswählen.

Die Redaktion meint

RedNotebook ist ein sehr handliches Programm, das Notizen oder Mitschriften aller Art ansprechend formatiert. Tags, Volltextsuche und die Tag-Cloud helfen beim Wiederfinden der protokollierten Informationen.

Bewertung

5 von 5 Sternen

Infos
[1] RedNotebook: http://rednotebook.sourceforge.net
[2] TeX-Satzsystem: http://de.wikipedia.org/wiki/TeX

Der im Heft abgedruckte Artikel bespricht noch sechs weitere aktuelle Programme.

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