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Erschienen in EasyLinux 02/2012   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit Gimp

Claudia Meindl


Die Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen Ihnen diesmal, wie Sie Fotos mit dem Kurvenwerkzeug einfärben, Briefmarken basteln und den Bokeh-Effekt nachahmen.

Tipp: Bilder mit Kurvenwerkzeug einfärben

Gimp bietet verschiedene Optionen an, um Bilder einzufärben. Dieses Mal erklären wir, wie Sie das Werkzeug Kurven zu diesem Zweck einspannen. Dieses bietet die Möglichkeit, die Tonwerte der einzelnen Bildkanäle (Rot, Grün, Blau) mit Hilfe von Kurvenbewegungen zu ändern. Auf diese Weise bringen Sie mehr Farbe ins Bild, als wenn Sie auf den herkömmlichen Einfärbevorgang setzen.

Das genannte Werkzeug rufen Sie über den Menüpunkt Farben / Kurven auf oder alternativ über Werkzeuge / Farben / Kurven. Um das Bild in mehreren Farben einzufärben, wählen Sie im Bereich Kanal einen der verfügbaren Farbkanäle aus. Anschließend manipulieren Sie die Kurve, indem Sie diese mit gedrückter linker Maustaste in eine beliebige Richtung ziehen. Beobachten Sie bei aktivierter Vorschau wie sich die Anpassung auf die Farbausgabe auswirkt. Den Vorgang wiederholen Sie bei den anderen Farbkanälen. Sind Sie mit den Farbanpassungen zufrieden, klicken Sie auf OK und beenden den Vorgang.

Wollen Sie die Farbkurven häufiger einsetzen, empfehlen wir Ihnen, den Werkzeugkasten um das entsprechende Symbol zu erweitern. Dazu rufen Sie einfach den andockbaren Dialog Werkzeuge auf (Fenster / Andockbare Dialoge / Werkzeuge) und durchforsten es nach dem Kurvensymbol. Das aktivieren Sie dann über einen Mausklick auf den weißen Bereich links neben dem Symbol, woraufhin ein kleines Augensymbol erscheint. Bewegen Sie die Maus im Werkzeugkasten über das Symbol, erscheint der Text Kurven: Farbkurven korrigieren. Ein Klick auf das Icon und dann auf das zu bearbeitende Bild holt das Kurvenfenster auf den Bildschirm.

Abb. 1: Eine gute Möglichkeit Fotos mit mehreren Farben einzufärben, bietet das "Kurven"-Werkzeug.

Tipp: Das Kettensymbol im Ebenendialog

Haben Sie sich schon mit dem Ebenendialog ([Strg-L]) befasst, ist Ihnen womöglich das Kettensymbol im Ebenenstapel aufgefallen. Das aktivieren Sie über einen Mausklick neben das Augensymbol. Ein aktiviertes Kettensymbol fasst die Ebenen, für die Sie es einschalten, zusammen. Wollen Sie also mehrere Ebenen zugleich mit einem der Werkzeuge bearbeiten, die Sie unter Werkzeuge / Transformationen finden, aktivieren Sie für diese jeweils das Kettensymbol. Dazu gehören unter anderem Drehen ([Umschalt-F]), Skalieren ([Umschalt-T]), Scheren ([Umschalt-S]), Perspektive ([Umschalt-P]) und Spiegeln ([Umschalt-F]) und Verschieben ([M]). Wollen Sie hingegen für alle Ebenen zugleich die Farben anpassen oder Filter einsetzen, klappt das noch nicht: das müssen Sie für jede Ebene einzeln erledigen.

Tipp: Bokeh-Effekt nachträglich ins Bild holen

Beim Bokeh-Effekt handelt es sich um einen fotografischen Effekt. Hierbei geht es darum, den Hintergrund oder Vordergrund eines Fotos extrem unscharf zu gestalten, was dann verschieden große Licht- und Farbkreise erzeugt (Abbildung 2). In diesem Tipp erfahren Sie, wie Sie den Bokeh-Effekt nachträglich erschaffen.

Abb. 2: Mit den geeigneten Pinseleinstellungen erzeugen Sie nachträglich den fotografischen Bokeh-Effekt.
  1. Erstellen Sie ein neues Bild in beliebiger Größe ([Strg-N]).
  1. Aktivieren Sie im Werkzeugkasten das Farbverlauf-Werkzeug ([L]) und öffnen Sie die Werkzeugeinstellungen.
  1. Stellen Sie die Deckkraft auf 50 Prozent ein. Wählen Sie im Auswahldialog von Farbverlauf (einmal auf das Icon klicken) den Eintrag Abstract 2 aus und Invertieren Sie diesen, indem Sie rechts daneben das Häkchen setzen.
  1. Im Bereich Form klicken Sie auf den Eintrag Kreisförmig. Malen Sie anschließend wie in Abbildung 3 mit dem Farbverlaufswerkzeug zwei Verlaufskreise. Setzen Sie einmal von links nach rechts an und dann von rechts nach links.
  1. Rufen Sie den Filter Gaußscher Weichzeichner über das Menü Filter / Weichzeichnen auf. Tragen Sie im Filterdialog bei Weichzeichnenradius jeweils einen Wert von 30 ein und führen Sie die Aktion aus.
  1. Erstellen Sie im Ebenenmenü ([Strg-L]) oberhalb der aktuellen Ebene eine neue transparente Ebene. Rufen Sie mit einem doppelten Mausklick auf das Pinsel-Icon im Werkzeugkasten die Pinseleigenschaften auf, auf die Sie unterhalb der Werkzeugauswahl stoßen.
  1. Suchen Sie die größte Pinselspitze Circle(19) heraus. Klappen Sie den Bereich Pinseldynamik auf. Dort aktivieren Sie bei Druck und Zufall jeweils die Bereiche Deckkraft und Größe. Aktivieren Sie noch Zittern hinzufügen und positionieren Sie den Regler bei Menge zwischen 5,00 und 15,00 -- hier gilt es zu Experimentieren! Abschließend wählen Sie Farbe aus Farbverlauf aus und malen vorsichtig mit dem Pinsel in verschiedenen Bereichen des Bildes die ersten Farbkreise. Sollte der Effekt zu stark wirken, reduzieren Sie einfach die Deckkraft der Ebene auf bis zu 50 Prozent. Über Skalieren passen Sie zudem die Größe der Kreise an.
  1. Wenden Sie auf diese Ebene den Effekt Gaußscher Weichzeichner aus Schritt 5 an. Gerne dürfen Sie den Weichzeichnenradius auf 40 erhöhen.
  1. Erstellen Sie eine neue transparente Ebene ([Umschalt-Strg-N]) und öffnen Sie abermals die Werkzeugeinstellungen für den Pinsel. Wiederholen Sie die Arbeitsschritte unter 7. Lassen Sie diesmal jedoch die Option Farbe aus Farbverlauf aus. Zudem stellen Sie weiß als Vordergrundfarbe ein und verwenden den Gaußschen Weichzeichner nur mit einem Wert von 10.
  1. Erzeugen Sie eine neue weiße Ebene oben im Ebenenstapel ([Umschalt-Strg-N]).
  1. Rufen Sie den Filterdialog Plastisches Rauschen über das Bildmenü Filter / Render / Wolken / Differenz Wolken auf. Führen Sie diesen in den Standardeinstellungen aus.
  1. Nun versuchen Sie sich an den verschiedenen Ebenenmodi (im Ebenendialog unter Modus). Fast alle sind geeignet, um den Effekt möglichst ansprechend zu erzeugen (Abbildung 2). Im Zweifelsfall bleiben Sie beim Modus Multiplizieren oder Nachbelichten.

Abb. 3: Setzen Sie das Farbverlaufswerkzeug zwei Mal in verschiedenen Bereichen des Bildes an.

Tipp: Briefmarkenrand mit Gimp

Der Radierer ([Umschalt-E]) kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn Sie störende Elemente oder Bildbereiche entfernen möchten. In unserem Tipp zeigen wir, wie Sie damit einen realistischen Briefmarkenrand wie in Abbildung 4 erstellen.

  1. Über Datei / Neu erstellen Sie ein neues Bild in beliebiger Größe und füllen die Hintergrundebene mit einer Farbe, die weder schwarz noch weiß ist.
  1. Rufen Sie den Pinselauswahldialog über Fenster / Andockbare Dialoge / Pinsel auf. Im Ebenenfenster ([Strg-L]) erscheinen die dazugehörigen Optionen.
  1. Mit einem Mausklick wählen Sie den Pinsel Circle(17) aus und erhöhen den Abstand auf den Wert 130. Wählen Sie diese Pinselspitze in den Werkzeugeinstellungen des Radierer-Werkzeuges aus.
  1. Über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene erzeugen Sie eine neue transparente Ebene und ziehen in diese eine rechteckige Auswahl ([R]), ähnlich wie in Abbildung 4. Diese füllen Sie mit weißer Farbe ([Umschalt-B]).
  1. Über Bearbeiten / Auswahl nachziehen öffnen Sie das gleichnamige Dialogfenster.
  1. Aktivieren Sie hier Mit Hilfe eines Malwerkzeugs nachziehen und wählen Sie als Malwerkzeug den Radierer aus. Klicken Sie auf Nachziehen um den Vorgang auszuführen.
  1. Der weiße Auswahlbereich sollte nun den Umriss eines Briefmarkenrands aufweisen. Den Innenbereich gestalten Sie nach Gusto. So fügen Sie etwa einen leichten Schatteneffekt hinzu, der die Darstellung realistischer macht. (kki)

Abb. 4: Schnell und einfach erzeugt das Radiererwerkzeug über den Dialog "Auswahl nachziehen" den Briefmarkenrand.

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