[EasyLinux-Suse] Rotierendes Backup mit rsync
Sven Bretfeld
sven.bretfeld at relwi.unibe.ch
Don Jun 29 17:57:23 CEST 2006
Am Donnerstag, 29. Juni 2006 11:14 schrieb Heinz-Stefan Neumeyer:
> Am Dienstag, 27. Juni 2006 01:37 schrieb Sven Bretfeld:
>
> Hallo Sven
>
> > (Seines Zeichens Meister der langen Emails)
>
Nach der hier sicher Grossmeister
> Ist doch prima, wenn sich jemand die Mühe macht, etwas so zu erklären, daß
> auch ein "Nicht-Informatiker" wie ich (wenn auch mit ca. 30x lesen)
> dahinterkommt, was gemeint ist ;-))
>
> Aber zur Sache:
> Das ist natürlich wesentlich eleganter, als meine Lösung, die da lautet -
> packe alles zusammen und schreibe es auf eine CD/DVD ;-))
> Und ich glaube, ich werde da wohl noch ziemlich oft an Dich herantreten,
> bis Deine Backup-Form auch bei mir läuft.
Gerne, aber allzu bewandert bin ich natürlich auch nicht. Aber wir haben ja
genug Leute hier, die uns bestimmt helfen.
> Mein erstes Problem ist, daß ich hier keine externen Festplatten, USB-Stick
> o.ä. benutzen darf. Selbst daß ich den DVD-Brenner als Backup-Medium
> benutzen kann, habe ich mir erst erkämpfen müssen. Die DVD's liegen dann
> immer unter Verschluß - und man hat auch schon kontrolliert, ob ich was
> mit nach Hause nehme. Wohlbemerkt nur nach CD/DVD und nicht meinen Laptop
> - aber das ist ein anderer Blödsinn ;-((
Ich weiss ja, dass ihr mehrere Admins habt, also offenbar ein grösseres Netz
betreibt. Werden da keine Backups gemacht? Wundert mich. Die beste Lösung
dafür wäre, das Backup über ssh an einen Server zu schicken. Voraussetzung
wäre, dass ihr einen Linux-Server habt, auf dem rsync und ein
Secure-Shell-Server (ssh) installiert sind (gehört zum Grundsystem) und auf
den Du Zugriff hast. Kannst Du das arrangieren?
Ansonsten gäbe es noch die Möglichkeit, dass Du, wenn Du zu Hause einen
Linux-Computer mit Flatrate stehen hast, vom Betrieb aus über ssh auf diesen
zuzugreifen. Du kannst dann Dein Backup einfach nach Hause schicken. Ich
weiss nicht, ob Du Dich mit ssh auskennst. Ich erklär's mal. Voraussetzung
ist, dass eure Firewall den ssh-Port (Port 22) für den
von-innen-nach-aussen-Verkehr offen hat. Ich beschreibe mal meinen Fall. Bei
Dir ist es vielleicht ähnlich.
Ich habe sowohl zu Hause als auch hier in der Uni einen Computer mit Suse. Der
zu Hause ist mit einer DSL-Flatrate permanent im Netz. Ich schalte ihn auch
nie aus. Da er seine IP-Adresse über DHCP bekommt, musste ich ihm einen
dynamischen DNS-Namen geben, damit er über das Netz jederzeit auffindbar ist,
denn die IP ändert sich ja alle paar Tage. Die DynDNS kann man umsonst
einrichten auf der Webseite www.dyndns.com. Man richtet sich einen DNS-Namen
ein wie z.B. kasparhauser.dyndns.com. Man muss anschliessend noch auf dem
Router einstellen, dass Anfragen auf Port 22 an die Maschine mit der internen
IP Deines Computers umgeleitet werden (vermutlich 192.168.1.2). Wenn Du
anschliessend von irgendwo auf der Welt in eine Konsole eingibst:
ssh stefan at kasparhauser.dyndns.com,
loggst Du Dich auf Deinen Nutzernamen (wenn der "stefan" heisst) auf Deinem PC
zu Hause ein. Es wird natürlich vorher nach dem Passwort gefragt, das dann
auch wirklich nach allen Regeln der Kunst gewählt werden sollte. Dort kannst
Du alles machen, was es an Konsolenbefehlen gibt: Dateien kopieren, Dateien
holen, Yast aufrufen (in der Konsolen-Version), Festplatte löschen, Backups
anlegen.
Bleibt zu hoffen, dass eure Admins Port 22 geöffnet haben. Am besten findest
Du das heraus, bevor Du Dir eine DynDNS zulegst. Falls Du die Admins nicht
einfach direkt fragen kannst/willst, setz einfach eine(n) Bekannte(n) vor
Deinen Computer zu Hause, lass ihn/sie einen Browser öffnen und
www.whatismyip.de eingeben. Per Telefon kann er/sie Dir dann mitteilen, wie
momentan Deine IP lautet. Sagen wir: 28.120.3.92. Öffne dann auf der Arbeit
eine Konsole und gib den Befehl:
ssh stefan at 28.120.3.92
Dann solltest Du Verbindung kriegen. Ach ja, vorher müsstest Du die
Port-Umleitung auf dem Router zu Hause eingerichtet haben. Melde Dich, wenn
Du nicht weisst, wie das geht.
Wenn Du so ein Backup an Deinen Heim-Computer schickst, lautet der
rsync-Befehl:
rsync -av -e ssh --delete [quellverzeichnisse]
stefan at kasparhauser.dynalias.com:/home/stefan/backup
(kein Zeilenumbruch, Leerzeichen vor stefan@)
Bevor gestartet wird, kommt erst die Passwort-Abfrage deines Benutzernamen auf
dem Heim-PC. Je nachdem, wie schnell die Verbindung ist, kann das allererste
Backup eine ziemliche Weile dauern. Bei mir waren es drei Tage, weil es immer
wieder Unterbrechungen gab. Aber das Programm macht an der Stelle weiter, wo
es rausgeflogen ist. Nach dem ersten vollständig gelungenen Backup sind es
nur noch 2-3 Minuten.
Bevor ich weiterhin ins Blaue schreibe, teil mir doch bitte mit, wie Deine
Situation aussieht.
> Aber als "externe" Medium müßte doch auch erst einmal eine eigene
> Partition, etwa als /backup oder /home/backup zu verwenden sein?
> Da ich demnächst diese SuSE-Kiste auf Debian umstellen werde, würde ich das
> nämlich bei der Partitionierung gleich berücksichtigen wollen?
> Festplattenplatz wäre überreichlich vorhanden.
>
Würde ich eher nicht tun. Wenn Du das Backup an einen Server schickst, ist da
eh nichts zu mounten. Und generell kann man das Einbinden von externen Medien
auch nachher erledigen. Kommt mir sicherer vor.
>
> Gruß Stefan
Viele Grüsse
Sven