[EasyLinux-Suse] Gedanke zu Sicherheit
Matthias Müller
elv_matth.mueller at web.de
Die Mar 6 23:31:18 CET 2007
Hallo Anka,
Am Dienstag, 6. März 2007 17:06 schrieb Anka Pflugbeil:
> Hallihallöchen - Linux gilt ja als potenziell sicheres Betriebssystem
> (sicherer als manch anderes auf jeden Fall)
Naja, hast ja einige Meinungen gelesen. Es ist nicht so exponiert wie
Windows, aber sonst
> Aber ausgerechnet der Neuling in meiner AG hat mich auf etwas
> gebracht, an das ich so noch nie gedacht habe:
> Jeder, der einen Installations-CD oder DVD besitzt und nur eine wenig
> Ahnung von den Zusammenhängen hat, kann den Computer davon booten,
> die Installation oder ein Update laufen lassen und dabei ein neues
> Root-Passwort setzen. Oder sehe ich das falsch?
> Selbst wenn im Bios keine Bootsequenz für das CD/DVD-Laufwerk ein
> gestellt ist und das Bios mit einem zusätzlichen Passwort geschützt
> ist, ist das kein grosses Hindernis. Die Masterpasswörter für das
> Phoenix-Bios in meinem Computer habe ich innerhalb weniger Minuten
> gehabt.
> Gibt es überhaupt keinen Schutz, wenn jemand zu solchen Mitteln
> greift?
Jein
Es gibt Software, die verschlüsseln die gesamte Platte, zB SafeGuard
Easy. Diese Software kommt bei uns in der Firma auf alle CAD-Rechner.
Damit hat ein Angreifer erst mal die Hürde, nach dem Booten, dass er
sich nicht anmelden kann, weil er ein Passwort braucht um an SafeGuard
vorbei zu kommen. Hilft natürlich nix, wenn das Passwort unter der
Tastatur klebt, oder der Helpdesk eines hat, dass überall rumposaunt
wird.
<Ironie>
Aber das macht ja keiner, jeder vergibt sichere Passwörter (absolutes
Minimum 8 Zeichen, Sonderzeichen, Buchstaben, Ziffern gemischt, hmm
mindesten 14 Zeichen, sonst reichts nicht)
</Ironie>
Die Sache mit den Passwörtern gilt natürlich auch für das BIOS. Das
sichert ja auch jeder Admin sofort, nach der Erstinstallation. Und dann
natürlich, das Bootdevice auf HD und die CD/DVD/Floppy (bei alten
Rechnern) am besten entfernen. Dann muss erstmal das Passwort fürs BIOS
überwunden werden, wenn man die CD/DVD/Floppy wieder als Bootdevice
aktivieren will.
Achja, früher gab es mal die Möglichkeit ein sogenanntes Boot-Passwort
zu setzen. Wenn man das nicht eingab hat der Rechner nicht gebootet.
(Bei IBM-Rechnern? Weiß nicht mehr.)
Hilft natürlich auch nicht, wenn der Rechner aufgeschraubt wird und die
Platte ausgetauscht wird, aber dann sind ja die Daten nicht mehr da,
weil verschlüsselt (per SafeGuard oder Krypto-FS)
Sicherheit ist ein Prozess, kein Feature!
--
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Müller (Benutzer #439779 im Linux-Counter
http://counter.li.org)
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