[EasyLinux-Suse] Suse Nachrichtensammlung, Band 132, Eintrag 1

Jan-Uwe Kögel klappstulle at directbox.com
Do Nov 3 19:28:15 CET 2016


On Tue, 1 Nov 2016 17:54:32 +0100
Walter Munz <walter-munz at online.de> wrote:


Ich spare mir jetzt das zitieren, beginne gleich mit Deiner Empfehlung für 
Mint?
Mint ist eine Distribution, die nach meiner Meinung alles das hat und macht, 
was Linux nicht sein oder machen sollte. 
Alleine schon die Auffassung, dass man für die Sicherheit relevante Updates 
einfach ausblendet, um den User nicht zu verwirren oder die Stabilität der 
Installation nicht zu gefährden, sollte ein deutliches Warnsignal sein. Mir 
ist es unverständlich, wie Mint damit überhaupt so weit gekommen ist.
Meine Meinung also: Finger weg von Mint. Das ist in sich eine Gefahr und eine 
Gefahr für andere.


Zu Deine Verstellungen über KDE und SUSE:
Du differenzierst hier zu wenig. Denn KDE ist nicht SUSE und SUSE ist nicht 
KDE. 
KDE jedenfalls ist seit Jahren ein schlimme Softwarebaustelle. Und an statt 
besser zu werden wird es eigentlich ständig schlimmer. Wer keine Ansprüche 
stellt, und wem ein nettes Aussehen (wobei man gerade bei KDE schon darüber 
wieder ewig streiten könnte ob das nett ist oder grauenhaft) wichtig ist, der 
kann sicher damit glücklich werden. Ich bin aber seit Beginn der 80'er Jahre in 
Bereichen tätig gewesen, wo gerade diese Punkte völlig nebensächlich sind. Wo 
nur 1. Stabilität, 2. Stabilität, 3. Stabilität gezählt hat. Und hier dürfen 
(wie das von mir am 30.10. erwähnt Drucken) Funktionen nicht einfach wegbrechen 
und die User aufbessere Zeiten vertröstet werden. Das ist nur ein Beispiel. Ein 
andres habe ich gerade auf der opensuse-de Liste gelesen. Auch da kann ich nur 
mit der Stirn heftig auf die Tischplatte knallen.


SUSE nun, von mir privat benutzt von Version 4.2 bis 11.4 und die Firma hatte 
es bis 9.3, hat meiner Meinung nach ein entscheidendes Problem: Man weiß seit 
dem man die Selbständigkeit (Novell-Deal) aufgegeben hat nicht mehr, welche 
Zielgruppe man eigentlich erreichen will. Die oft kolportierte Legende, dass 
"open"SUSE die Werkbank und das Testfeld für die SUSE Enterprise (gewesen) 
ist, hat so nie gestimmt und ist seit SUSE 42 völlig ins absurde verdreht.
Es kommt dazu, dass es bei SUSE nie eine breite Community geben hat, die die 
Entwicklung und die Pflege der einzelnen Release tragen kann. Was bei Red Hat 
mit Fedora sehr gut funktioniert klappte und klappt bei SUSE einfach nie 
wirklich.
Das Ergebnis ist häufig eine unkoordiniert Sammlung von Einzelentscheidung, 
die das Gesamtbild und noch viel Schlimmer - die Qualität, meist negativ 
beeinflussen. Beispiel dafür wäre das was in der letzten Woche passiert ist. 
Das ausrollen eines kaputten Kernels, oder der Zusammenbruch der Mirrorbrain-
Datenbank. Solche Dinge sind nicht das erste mal passiert. Nach Updates 
kaputte Grafik- oder Virtual Box-Treiber sind bei SUSE schon fast ein 
(schlechter) Running Gag.
Ich kann mich nicht erinnern, dass solche Dinge zumindest nicht in dieser 
Häufigkeit und Schwere, bei anderen Distributionen auch vorkommen. Und ich 
kenne einiges, habe bis vor kurzen aktiv mit Gentoo gearbeitet. Was ja 
anerkannter maßen absolut Bleedings Edge ist. Und ich lasse diesen Rechner hier 
nun schon seit dem Ende von SUSE 11.4 mit Debian testing laufen. Wenn es dort 
ja ein mal Probleme gegeben hat oder gibt, dann ist das dem Entwicklungsstand 
und dem Status geschuldet. Das weiß ich, und ich kann dort dort entsprechend 
reagieren und agieren.
Aber SUSE 13.2 und 42.1 sind Distributionen, für die der Status "stabil" 
erklärt wurde. Und dort darf es einfach solche Dinge, wie sie gerade in 
der letzten Woche passiert sind, nicht geben. Darf es nicht!


Und noch etwas vielleicht aus meiner Sicht, rückblickend auf die letzten 33 
Jahre Berufsleben, die fast immer nahe an UNIX und unixoiden Betriebssystemen 
stattgefunden haben. Bei dem Konzept welches mit SUSE 42.1 eingeführt wurde 
habe ich sofort erhebliche Bauchschmerzen bekommen. Weil man es nicht mehr 
anders gestemmt bekommt einfach auf eine stabile Basis (und SUSE Enterprise 
ist eine an sich langlebige und stabile Basis) irgend was aus Bleeding Edge 
(das ist Tumbleweed nun mal) pfropfen. Dann hoffen darauf, dass sich das 
irgendwie schon zusammen rütteln wird?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das das auf Dauer wirklich funktionieren
wird. 


Um jetzt den Bogen auf das Ende zu bekommen. 
Wenn Du und andere mit KDE, oder SUSE, oder beiden zusammen im derzeitigen 
Zustand zufrieden bist, habe ich damit keine Probleme. Wenn Heiko sich an 
seine Rechner setzt um stundenlang zu basteln, dann erinnert er mich an meine 
jungen Jahre und logischerweise habe ich damit auch überhaupt keine Probleme. 
Ich bin sogar jedes mal erneut amüsiert, dass er scheinbar trotz einem nun 10-
jährigen Dauerdebakel mit KDE4/Plasma 5 immer noch Hoffnung hat 
Ich bin nun allerdings 65, seit Mitte August im Ruhestand. Computer ist 
trotzdem fast täglich im Betrieb. Allerdings möchte ich dann damit arbeiten 
und nicht darüber bibbern, was mir vielleicht als nächstes weg bricht oder um 
die Ohren fliegt. 
Deshalb sind bei mir inzwischen die Wackelkandidaten wie Gentoo, Fedora oder 
eben Tumbleweed Geschichte. KDE sowieso.
Ich beobchte trotzdem und bilde mir meine Meinung über bestimmte Entwicklungen 
(oder dem Gegenteil). Und ich sage die auch, selbst wenn diese vielleicht dem 
einen oder anderem nicht in seine heile Weltvorstellung passt.

-- 
Jan-Uwe Kögel
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